Traineranwärter profitieren von UEFA-Hilfe
Mittwoch, 8. Oktober 2014
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Rund 1 500 Anwärter auf die Pro-Lizenz haben durch das Austauschprogramm der UEFA für Traineranwärter wichtige Erkenntnisse zum Trainerberuf erlangt.
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Als die Gruppenphase der UEFA Champions League begann, kam die Hälfte der 32 Cheftrainer der beteiligten Vereine nicht aus dem Land, in dem sie nun arbeiten. Diese Zahl verdeutlicht, dass die Trainerausbildung heutzutage nicht mehr nur eine nationale Sache sein sollte. Das Austauschprogramm der UEFA für Traineranwärter wurde 2011 mit diesem Hintergedanken eingeführt.
Es wurde beabsichtigt, dass Anwärter auf die Pro-Lizenz die Möglichkeit zum internationalen Austausch, direkten Zugang zu UEFA-Dozenten und UEFA-Inhalten erhalten und somit die Kurse der Nationalverbände zur Pro-Lizenz aufgewertet werden.
Nun, in seinem vierten Jahr, begann das Programm mit einem Kurs aus 80 Pro-Lizenz-Anwärtern aus Österreich, Deutschland, Griechenland und der Ukraine, und die kommende 18. Veranstaltung ihrer Art (oder die 20., wenn man man die beiden Pilotkurse aus dem Jahr 2011 mit einrechnet), beinhaltet Albanien, Aserbaidschan, Georgien sowie die EJR Mazedonien, so dass bisher 62 Delegationen teilnahmen. Dies bedeutet auch, dass bis auf zwei Mitgliedsverbände, die nationale Pro-Lizenz-Kurse abhalten, alle zumindest einmal an diesem UEFA-Programm teilgenommen haben.
18 Mitgliedsverbände haben Pro-Lizenz-Gruppen innerhalb von vier Saisons zweimal nach Nyon geschickt, insgesamt nahmen rund 1 500 Anwärter teil, darunter so bekannte Gesichter wie der aktuelle Trainer des AC Milan, Filippo Inzaghi und Kroatiens Nationaltrainer Niko Kovač, sowie Jens Lehmann, Marcel Desailly, Andriy Shevchenko, Giovanni van Bronckhorst, Stefan Effenberg, Fabio Cannavaro, Marco Materazzi, Fabio Grosso oder Gianluca Zambrotta.
Zum Ende des ersten Kurses der neuen Saison meinte Werner Mickler, Trainerausbilder bei Weltmeister Deutschland: "Das ist eine wunderbare Idee, denn der neue UEFA-Kurs gibt uns eine Chance, die verschiedenen Ansätze zu sehen, die unterschiedliche Nationalverbände haben. Man realisiert, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Trainer auf Spitzenniveau auszubilden."
Die Anzahl der Kurse, die seit 2011 stattfanden, mag darauf hindeuten, dass es bestimmte Kurse gibt, die immer wieder routiniert nach dem selben Muster verlaufen. Das ist allerdings nicht der Fall. Über die vier Jahre hinweg gab es Beständigkeit hinsichtlich der Trainerausbilder, die als Tutoren fungierten (Nico Romeijn aus den Niederlanden, Dänemarks Peter Rudbæk und Englands Howard Wilkinson) und gemeinsam mit Ioan Lupescu, dem obersten technischen Offizier, Frank Ludolph, dem Vorsitzenden für Fußballausbildung, und zwei technischen Instruktoren der UEFA, Jacques Crevoisier aus Frankreich und Torwarttrainer-Spezialist Packie Bonner aus der Republik Irland, an den Kursen arbeiten.
Inhaltlich hat die Interaktion zwischen den Teilnehmern der UEFA aber auch die Motivation gegeben, die Kurse immer wieder neu zu bewerten und aufzustellen, so dass der Inhalt mit der Entwicklung des Fußballs Schritt hält. Telis Batakis, der Technische Direktor des Griechischen Fußballverbands, der zum ersten Kurs der Saison 2014/15 nach Nyon zurückkehrte, nachdem er 2013 schon einmal eine Gruppe Traineranwärter dorthin begleitet hatte, begrüßte diese Entwicklung.
"Ich muss sagen, dass ich wichtige Fortschritte festgestellt habe, seitdem ich das letzte Mal hier war, insbesondere in Bezug auf die Interaktion mit den Kurstutoren, ihre wichtigen und klugen Fragen und ihren Beitrag hinsichtlich der praktischen Einheiten", sagte er. "Diese Veranstaltungen sind ein wichtiger Teil in der Ausbildung der kommenden Trainer."