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Exzentrischer Bielsa findet sich bei Marseille zurecht

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Marcelo Bielsa, "El Loco", hat sich wie üblich bei seiner neuen Station Olympique de Marseille, gleich einen Namen gemacht - seine Methoden zahlen sich aus, in der Ligue 1 führt man die Tabelle derzeit an.

Exzentrischer Bielsa findet sich bei Marseille zurecht
Exzentrischer Bielsa findet sich bei Marseille zurecht ©AFP/Getty Images

Marcelo Bielsas kurze Amtszeit bei Olympique de Marseille lief zwar nicht ganz nach Plan, aber nun führt man die Tabelle der Ligue 1 an.

OM sicherte sich am Samstag mit einem 3:0 zuhause gegen Stade Rennais FC den vierten Sieg in Folge und liegt nun in der Tabelle vor den bisherigen Spitzenteams LOSC Lille und FC Girondins de Bordeaux.

Das jüngste Kapitel in der Geschichte des Vereins begann, als Bielsa, der ehemalige Nationaltrainer Argentiniens und Chiles, im Sommer als Trainer übernahm und José Anigo nach einer enttäuschenden Spielzeit 2013/14 ersetzte. "El Loco" (Der Verrückte) machte seinem Spitznamen bald alle Ehre, brachte einen örtlichen Supermarkt-Manager als Übersetzer mit und wagte es sogar, die Transferpolitik OMs in Frage zu stellen. Jetzt aber sieht alles etwas rosiger aus.

"Wir haben den Sieg verdient, aber das Ergebnis fiel etwas zu hoch aus, beide Seiten hatten gleich viele Chancen", sagte der 59-Jährige nach dem Sieg gegen Rennes. "Ich danke den Fans [dafür, dass sie seinen Namen gerufen haben] und hoffe, dass ich mir ihre Unterstützung in der Zukunft verdiene – aber das kommt auf den Erfolg an."

Bielsa, der in den ersten beiden Spielen nur ein Unentschieden und eine Niederlage einfahren konnte, sieht immer noch etwas einsam aus, wenn er während der Spielzeit an der Auslinie auf der Eisbox sitzt. Es sieht nun aber so aus, als ob die unkonventionellen Methoden des ehemaligen Athletic-Coachs nun Früchte einbringen. "Glauben Sie mir, wir arbeiten sehr hart unter der Woche", sagte André-Pierre Gignac, der Toptorschütze der Ligue 1. "Das sorgt dann dafür, dass wir auf dem Platz am Wochenende dann richtig loslegen können."

Das letzte Mal, dass OM nicht in der UEFA Champions League spielte, war in der Saison 2012/13, damals wurden sie Zweiter in der französischen ersten Liga. "Unsere Pflicht ist es, dass wir alles versuchen, um Paris das Leben schwer zu machen", sagte Romain Alessandrini, der am Samstag zu den Torschützen zählte. Bielsa lässt sich jedoch von den aktuellen Erfolgen nicht blenden. "Die Tabelle ist doch nur vorläufig", fügte er hinzu. "Jeder Sieg macht mich glücklich." Allerdings ist sein Glück nicht wirklich offensichtlich, wenn man ihn so am Spielfeldrand sieht.

Am Dienstag spielt seine Mannschaft gegen Stade de Reims, bevor man AS Saint-Étienne empfängt, das ebenso wie OM und Bordeaux 13 Punkte geholt hat. Wenn man diese zwei Spiele gewinnt, könnte Bielsa vielleicht sogar das erste Mal lachen.