Abstieg? Bitte nicht!
Freitag, 2. Mai 2014
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Abstiegsdrama Teil 33: In Nürnberg soll "der Rasen brennen", in Hamburg hat man einen "Geisterheiler" verpflichtet, um die Mannschaft aufzurichten und in Braunschweig freut man sich vor allem über die Schwäche der Konkurrenz.
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Eigentlich stellt man sich einen Dreikampf gegen den Abstieg anders vor: drei Teams, die mit dem Messer zwischen den Zähnen auflaufen, von der ersten Sekunde an nach jedem Ball grätschen und mit großer Moral versuchen, das Unmögliche noch möglich zu machen. Doch weit gefehlt, letztes Wochenende erreichte das Schneckenrennen um Platz einen neuen Tiefpunkt, als der Hamburger SV, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig ihre Spiele ohne jegliches Aufbäumen abschenkten.
Das soll an diesem Samstag natürlich ganz anders werden, beteuern die Verantwortlichen, allen voran Nürnbergs Interimscoach Roger Prinzen vor dem Heimspiel gegen Hannover 96: "Auf eines können Sie sich verlassen, am Samstag wird der Boden im Stadion lichterloh brennen." Vielleicht hätte man dieses feurige Rezept schon ein bisschen eher anwenden sollen, denn die letzten fünf Spiele schlich der Club jeweils als Verlierer vom Platz und die Körpersprache der Mannschaft lässt wenig Hoffnung auf rapide Besserung.
Ähnlich desaströs ist die Lage in Hamburg, wo man aus lauter Verzweiflung zuletzt sogar einen Bio-Energetiker engagiert hat. “Schon 2007 hat es beim HSV funktioniert", erklärte der 53-Jährige und fügte vorsichtshalber an, dass sein Einfluss allerdings begrenzt sei. "Ich kann nur helfen, die Jungs in Harmonie zu bringen. Denn klar ist, dass man so seine Leistung besser abrufen kann. Am Ende kommt es aber darauf an, dass es zielführend auf dem Platz umgesetzt wird." Was auch immer das heißen mag, Problem des HSV ist sicher, dass es am Samstag gegen den FC Bayern München geht und der hat nach dem Real-Debakel sicher keine weiteren Geschenke zu verteilen.
Lachender Dritter könnte am Ende sogar Schlusslicht Eintracht Braunschweig sein, dass zwar zwei bzw. einen Punkt weniger hat als die beiden Konkurrenten, vor dem Spiel gegen den FC Augsburg aber eine deutliche bessere Stimmung. "Es ist offensichtlich, dass Hamburg und Nürnberg verunsichert sind. Das ist der Ansatz, den wir als Vorteil für uns sehen", sagt Braunschweigs Manager Marc Arnold. "Die Mannschaft ist mental stark und kann mit der Situation umgehen." Die mentale Stärke ist gut und schön, aber die letzten drei Partien gingen samt und sonders verloren, ohne dass die Eintracht dabei auch nur einen eigenen Treffer erzielt hätte. Man darf also fast wetten, dass der Horrordreikampf erst am letzten Spieltag entschieden wird.
Außerdem muss der FC Schalke 04 beim SC Freiburg seine drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen verteidigen, will man sich direkt für die nächste UEFA Champions League qualifizieren. Den Leverkusenern sitzt dafür der VfL Wolfsburg im Nacken, der bei nur einem Punkt Rückstand zumindest Platz 4 und damit die Play-offs zur Königsklasse im Visier hat, für Gegner VfB Stuttgart geht es dagegen um nichts mehr, die Schwaben können wohl nur noch theoretisch in Gefahr geraten, auf den 16. Platz abzurutschen.
Die restlichen Partien:
Borussia Dortmund – TSG 1899 Hoffenheim
VfL Borussia Mönchengladbach – 1. FSV Mainz 05
SV Werder Bremen – Hertha BSC
Eintracht Frankfurt – Bayer 04 Leverkusen