Bundesliga für die Bayern nur noch ein "Test"
Freitag, 7. März 2014
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Langsam räumt auch der FC Bayern ein, dass die Meisterschaft entschieden ist und selbst Mahner Pep Guardiola sieht die Partie gegen Wolfsburg als Testlauf für die Königsklasse.
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Die Meisterschaft ist entschieden, da hat sich Thomas Müller festgelegt. Worum geht es dann für den FC Bayern München beim VfL Wolfsburg noch? Die zahllosen Rekorde, die der FCB aufgestellt hat und noch aufstellen kann, sind den meisten Profis ziemlich egal, das haben sie selber immer wieder betont. Nein, es geht darum, im Rhythmus zu bleiben, um vielleicht als erster Verein die UEFA Champions League zu verteidigen. "Das Wolfsburg-Spiel ist ein großer, großer Test vor unserem Spiel gegen Arsenal", sagte Pep Guardiola dann auch. Spannend wird auch sein, wen der Spanier aufstellt und wer nicht mal Platz im Kader findet – schließlich sind fast alle Profis nun fit.
Das Finale in der Königsklasse findet erst im Mai statt, für Trainer Thomas Schneider gibt es dagegen schon am Samstag gegen den TSV Eintracht Braunschweig ein Endspiel um seinen Job beim VfB Stuttgart. Gelingt der erwünschte Sieg nicht, dürften seine Tage in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs gezählt sein. "Ich denke, wir werden ein besonderes Spiel erleben. Die bisherige Trainingswoche war emotional", bekannte Schneider, während sein Gegenüber Thorsten Lieberknecht versucht, mit einer positiven Einstellung an die Partie heranzugehen: "Das sind die Spiele, warum man Fußball-Profi oder Trainer werden will. Ich möchte nicht sagen, dass es ein Alles-oder-Nichts-Spiel wird, aber wir können einen großen Schritt machen und es herrscht – wie in den vergangenen Wochen auch – eine hohe Brisanz."
Mit Hannover 96 und Bayer 04 Leverkusen treffen zwei Vereine aufeinander, bei denen die Krise eingeläutet wurde. "Grundsätzlich gilt, dass wir schnell unser Selbstvertrauen und eine gewisse Lockerheit in unseren Aktionen zurück brauchen", sagte auch Leverkusens jede Woche ein wenig ratloser wirkender Trainer Sami Hyypiä. Zwar sollte man bei all dem Krisengerede rund um die Werkself nicht vergessen, dass diese in der Tabelle immer noch Dritter ist – doch wenn es so weitergeht, fällt man bald aus den Champions-League-Plätzen heraus. "Bayer 04 Leverkusen steckt momentan natürlich nicht in der besten Phase und strotzt auch nicht vor Selbstbewusstsein, aber angeschlagene Boxer sind gefährlich", hofft und fürchtet Hannovers Tayfun Korkut zugleich.
Einen Auftritt der Gegensätze gibt es beim VfL Borussia Mönchengladbach – der Heimverein ist nun acht Ligaspiele lang sieglos, die Gäste vom FC Augsburg könnten dagegen bald in jene Europapokalränge vorstoßen, die Gladbach unlängst verlassen hat. "Es wird Zeit, dass wir gewinnen", seufzte dann auch Lucien Favre bei der Pressekonferenz. "Wir hätten deutlich mehr Punkte holen können, wenn wir es geschafft hätten, unsere Chancen zu nutzen und die dummen Gegentore vermieden hätten."
Gertjan Verbeek hat dem 1. FC Nürnberg in den vergangenen Monaten den Spaß am (offensiven) Fußball wiedergegeben und nach einer schwierigen Anfangsphase zahlte sich das auch in Punkten aus. Gerettet sind die Franken allerdings noch nicht und der Niederländer hat vor dem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen, der gestärkt aus dem Derbysieg gegen den HSV anreist, ein klares Ziel vorgegeben: "Wir brauchen noch vier Siege. Je schneller wir die holen, umso besser." Da das Restprogramm durchaus noch einige Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte zu bieten hat, wäre seine Elf gut beraten, gegen Bremen den ersten der vier Dreier einzufahren.
Für den HSV ist die Abstiegsangst riesig, während sich die im hohen Norden gastierende Frankfurter Eintracht derer mit einem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart in der Vorwoche erst einmal etwas entledigt hat. Siegt das personell arg gebeutelte Hamburg aber gegen die Hessen, wären diese zumindest wieder auf Schlagweite. "Mit unseren Fans im Rücken wollen wir wieder marschieren, kämpfen und fighten. Es muss wieder so sein, dass die Zuschauer wie im letzten Heimspiel gegen den BVB jede Grätsche und jeden Befreiungsschlag bejubeln. Das gibt Rückenwind", sagt Mirko Slomka. Hört sich nicht nach Fußball für Feinschmecker an.