Report zur UEFA-Eliteklub-Verletzungsstudie
Donnerstag, 13. März 2014
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Der Report zur UEFA-Eliteklub-Verletzungsstudie für die Saison 2012/13, an dem viele große Vereine beteiligt sind, bietet essenzielle Informationen und Daten zur Verletzungsvorsorge.
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Die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs für die Saison 2012/13 ist veröffentlicht worden. Der Report behandelt detailliert fußballspezifische Verletzungen und dient Vereinen als wichtige Informationsquelle für die Behandlung und Vermeidung von Verletzungen der eigenen Spieler.
Die Studie, die erstmals im Jahre 2001 von der Medizinischen Kommission der UEFA unter dem Vize-Vorsitzenden Professor Jan Ekstrand koordiniert wurde, wartet mit wichtigen Informationen für die Vereine, Verbände und auch die Wissenschaft auf. Dieses von der UEFA initiierte Forschungsprojekt verfolgt die Zielsetzung, die Häufigkeit und Schwere von in Fußballspielen oder im Fußballtraining erlittenen Verletzungen zu reduzieren. Folglich soll die Studie auch dazu dienen, das körperliche Wohlbefinden und die Sicherheit von Fußballspielern zu erhöhen.
Der Report für die Saison 2012/13 umfasst den Zeitraum von Juli 2012 bis Mai 2013 und beinhaltet Daten von 22 Vereinen, zumeist regelmäßige UEFA Champions League-Teilnehmer, die während der Saison alle relevanten Informationen zur Verfügung gestellt haben.
Der Report ist in neun Bereiche untergliedert, diese setzen sich zusammen aus allgemeinen Verletzungsmustern, Verletzungsmustern im Training, Verletzungsmustern im Spiel, schweren Verletzungen, die Verfügbarkeit des Kaders und verletzungsbedingte Ausfälle, Muskel- und Sehnenverletzungen, Bänder- und Gelenkverletzungen und Wiederverletzungen.
Jeder der neun Bereiche ist in vier Unterkategorien gegliedert – in der Unterkategorie Verletzungsmuster geht es um die Anzahl der Verletzungen im Laufe einer Saison und deren Verteilung unter anderem in den Bereichen Verletzungsort, Verletzungsart, Verletzungsmechanismus, Verhältnis Überbelastungsverletzung/Traumaverletzung, Verhältnis Verletzungen mit/ohne Fremdeinwirkung, Schweregrad der Verletzungen und Wiederverletzungsrate. In der Unterkategorie Verletzungsinzidenz wird die Anzahl in Abhängigkeit von der Zahl der Trainingseinheiten und Spiele betrachtet und so die individuelle Verletzungsrate evaluiert.
In der Unterkategorie Verletzungslast geht es um die Häufigkeit und Schwere (Ausfalldauer) der Verletzungen, dabei werden die Folgen für den Spieler und die Mannschaft beleuchtet. Die Unterkategorie Ausfalltage behandelt aktuelle Daten wie die Gesamtzahl von Ausfalltagen infolge bestimmter Verletzungen, Mindest-, Höchst- und durchschnittliche Ausfalldauer für eine solche Verletzung.
Im Report werden Verletzungsrisiken und Verletzungsmuster mit vorangegangenen Studien verglichen und der Report 2012/13 fügt außerdem wichtige Daten zur bestehenden UEFA-Verletzungsstudien-Datenbank hinzu, durch diese weiterführend Trends in Sachen Verletzungsrisiko und Verletzungsmuster abgeleitet und geschlussfolgert werden können.
Über eine Periode von elf Jahren hat die Verletzungsstudie eine große Bandbreite an Themen behandelt, darunter die Effekte des Spiels von Kunstrasen im Vergleich zum Spiel auf echtem Rasen, das Auftreten von bestimmten Verletzungen zu bestimmten Zeitpunkten einer Partie und ein mögliches erhöhtes Verletzungsrisiko zu bestimmten Zeitpunkten der Saison. Bei dem kürzlich abgehaltenen 6. Medizinischen Symposium der UEFA in Madrid, hatte Professor Ekstrand hervorgehoben, dass gerade die Verletzung von Schlüsselspielern immer wieder großen Einfluss auf die Ergebnisse der Mannschaften hat.
Dank der Daten dieser Studie haben alle Vereine die Möglichkeit, die eigenen Daten mit den vorhandenen zu vergleichen - eine sehr wichtige Orientierungshilfe, die zu vielschichtigen Rückschlüssen führen kann.
"Was den Teams fehlt, sind Informationen darüber, wie sie im Vergleich zu anderen Vereinen in anderen Ländern abschneiden", sagte Prof. Ekstrand in einem Interview mit UEFA.com. "Unsere Reporte fächern Statistiken in verschiedene Bereiche auf wie Muskelverletzungen, Bänderverletzungen und so weiter. So können die Vereine ihre eigenen Stärken und Schwächen herausfiltern und daraus entsprechend Schlussfolgerungen ziehen."
Die UEFA-Eliteklub-Verletzungsstudie 2012 kann in Englisch, Französisch und Deutsch nachgelesen werden.