Das Ende aller Träume
Freitag, 28. Februar 2014
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Vor ein paar Monaten träumten die Fans des SC Freiburg noch von der der UEFA Champions League, doch vor dem heutigen Spiel bei Hertha BSC geht es für die Breisgauer nur noch ums nackte Überleben.
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Ganze neun Monate ist es her, als der SC Freiburg am letzten Spieltag der Saison 2012/13 durch eine 1:2-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 die Teilnahme an der UEFA Champions League verpasste und sich mit der UEFA Europa League trösten durfte.
Während die Euphorie im Breisgau nach einer grandiosen Saison gewaltig war, hob Trainer Christian Streich – von den Bundesligaspielern vor Triple-Sieger Jupp Heynckes zum Trainer des Jahres gewählt – warnend beide Zeigefinger: "Ich hoffe, dass wir nicht absteigen, das ist immer das größte Ziel in Freiburg. Wir stehen vor einem Abenteuer", so der heute 49-Jährige wenige Tage vor dem Anpfiff der aktuellen Spielzeit.
Was viele als die Schwarzmalerei des kauzigen Coaches abtaten, ist inzwischen traurige Realität. Während das Abenteuer UEFA Europa League schon nach der Gruppenphase abgehakt war, entwickelt sich das Unternehmen Klassenerhalt zu einem wahren Albtraum. Mit nur vier Siegen aus 22 Spielen rangieren die Freiburger vor dem heutigen Spiel bei Hertha BSC auf einem Abstiegsplatz, letzte Woche kassierte man gegen den FC Augsburg eine für den Saisonverlauf symptomatische 2:4-Heimniederlage.
Auch die einstige Frohnatur Streich wirkt mittlerweile von den ständigen Nackenschlägen zermürbt. "Wir gehen nicht nach Berlin, um das Spiel einfach so herzugeben, wir haben schon noch Wut und Enttäuschung vom Samstag im Bauch und das sollte man jetzt in eine positive Energie umsetzen", beteuerte er auf der Abschluss-Pressekonferenz mit einer Leichenbittermiene, die im deutlichen Kontrast zu seinen Worten stand.
Denn allen Lippenbekenntnissen zum Trotz scheint auch Streich langsam daran zu zweifeln, ob man dieser Aufgabe noch gerecht werden kann. Nach den Abgängen der letztjährigen Leistungsträger Cedrick Makiadi (SV Werder Bremen), Johannes Flum und Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt), Daniel Caligiuri (VfL Wolfsburg) sowie Max Kruse (VfL Borussia Mönchengladbach) und einem geradezu dramatischen Verletzungspech scheint die Mannschaft, auch von der Doppelbelastung, ausgelaugt und zuweilen überfordert, meint auch ihr Trainer. "Die Spieler versuchen alles, natürlich waren wir in dem einen oder anderen Punkt zu naiv. Dass es ein Wahnsinnskampf wird dieses Jahr, habe ich gewusst, und das ist jetzt der Fall."
Ob man nun am Abend ausgerechnet beim so starken Aufsteiger aus Berlin die Wende zum Besseren einleiten kann, ist fraglich. Dringend notwendig wäre es allerdings, denn die Konkurrenz der Freiburger schläft nicht, wie man von Spieltag zu Spieltag ersehen kann.