Trübe Zeiten für den Blonden Engel
Donnerstag, 17. Oktober 2013
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In Spanien feierte Bernd Schuster einst seine größten Erfolge als Spieler und Trainer, jetzt versucht er bei Málaga CF einen Neuanfang - mit unerwarteten Hindernissen.
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"Ich bin in meiner Arbeit total unabhängig. Das Einzige, was von mir verlangt wird, ist, am Saisonende in der oberen Tabellenhälfte zu stehen." Klingt einfach, was Bernd Schuster bei seiner neuen Arbeitsstelle Málaga CF als Vorgabe mit auf den Weg bekommen hat – ist es aber nicht.
Letzte Saison schrammte der spanische Erstligist bei Borussia Dortmund nur um Sekunden am Halbfinale der UEFA Champions League vorbei, doch die dramatische 2:3-Niederlage in der Nachspielzeit war nur der erste von einigen Nackenschlägen für die Andalusier.
Aufgrund finanzieller Verstöße gegen die UEFA-Richtlinien des Financial-Fair-Play wurde der Verein vom diesjährigen Europapokal ausgeschlossen, die versprochene finanzielle Unterstützung durch Scheich Abdullah Al Thani, seit 2010 Eigentümer des Klubs, blieb aus und als Konsequenz mussten Topspieler wie Martín Demichelis, Javier Saviola, Jérémy Toulalan, Isco oder Joaquín im Sommer verkauft werden. Erfolgstrainer Manuel Pellegrini zog es zu Manchester City FC und Schuster, in Spanien durch seine Engagements bei UD Levante, Getafe CF und Real Madrid CF ein alter Bekannter, sollte in seine Fußstapfen treten.
Doch mit der verbliebenen Rumpftruppe, deren bekanntester Spieler der ehemalige Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz ist, fällt es auch dem gebürtigen Augsburger schwer, die nicht sehr hohen Erwartungen zu erfüllen. Nach der 0:1-Niederlage am letzten Spieltag gegen CA Osasuna liegt Málaga mit zwei Siegen in acht Spielen nur auf dem zehnten Platz der Priméra Divison und muss am Samstag bei Real Madrid antreten, dem Klub, für den er einst extrem erfolgreich kickte und den er später etwas weniger erfolgreich trainierte.
"Ich verlange von meinen Spielern, dass sie wahre Kämpfer sind. Sonst stelle ich sie nicht auf", hat der einstige "Blonde Engel" inzwischen klar gemacht, wie er gedenkt, das Ruder herumzureißen. Denn vom erfrischenden Fußball des letzten Jahres ist bei Málaga nicht mehr viel übrig geblieben. "Wir sind vor allem defensiv noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir leisten uns zu viele schnelle Ballverluste in der Offensive", musste Schuster jüngst einräumen.
Zumindest dürfte er seine Arbeit - unabhängig von den nächsten Ergebnissen - noch eine Weile fortführen dürfen, denn vor dieser Saison unterschrieb er in Málaga einen Fünfjahresvertrag und Geld, um ihn vorzeitig abzufinden haben die hoch verschuldeten Andalusier beim besten Willen nicht.