Fallen die letzten Entscheidungen?
Freitag, 10. Mai 2013
Artikel-Zusammenfassung
Neun Spiele stehen am Samstag an – die Bundesliga kickt an den letzten beiden Spieltagen bekanntlich zeitgleich und im Kampf um die Europapokalplätze und gegen den Abstieg ist noch einiges offen.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Der FC Bayern München ist Meister, Borussia Dortmund faktisch Vizemeister und Bayer 04 Leverkusen sicher in der Gruppenphase der UEFA Champions League dabei. Doch offen ist noch, wer die SpVgg Greuther Fürth in Liga 2 begleitet und welche Vereine in Zukunft versuchen, den Ruhm der Liga in Europa zu mehren. Alle Entscheidungen könnten theoretisch schon dieses Wochenende fallen.
Der FC Schalke 04 möchte es den Leverkusenern nachtun und mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart, für den es um nichts mehr geht, die Königsklassen-Qualifikation so gut wie klarmachen."Die Jungs sind alle geil darauf, nächste Saison wieder Champions League zu spielen", sagt Jermaine Jones. "Wir spielen jetzt zu Hause gegen Stuttgart und wollen Platz vier verteidigen, das ist doch klar." Ähnlich sieht das auch der wieder fitte Stürmer Klaas-Jan Huntelaar: "Ich hoffe natürlich, dass wir den vierten Platz schon am Samstag klarmachen können. In erster Linie konzentrieren wir uns aber auf unsere Aufgabe und nicht auf die Spiele der Konkurrenz. Und was unser Spiel angeht, habe ich ein gutes Gefühl." Das könnte dann auch endlich Klarheit in die offene Trainerfrage bringen.
Ein Spiel, in dem beide Mannschaften unbedingt noch einen Sieg brauchen, gibt es zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem Hamburger SV. Ohne einen Dreier können die Kraichgauer wohl die Klasse nicht mehr halten und der HSV sämtliche Europapokal-Träume ad acta legen. "Der HSV war bislang in der Saison unglaublich schwankend. Wir werden jedoch unsere Mittel reinwerfen, um zu verhindern, dass der HSV einen Glanztag hat. Wir machen alles für den sportlichen Erfolg, aber ich werde nicht anfangen zu rechnen", so 1899-Coach Markus Gisdol. "Rein rechnerisch ist noch alles drin. Und genau das wollen wir uns aufrechterhalten und bis zum Schluss alles für einen internationalen Platz geben", fordert Thorsten Fink von seinen Spielern.
Fast die gleichen Voraussetzungen gelten für die Partie zwischen dem SV Werder Bremen und Eintracht Frankfurt. Die Hanseaten brauchen noch das eine oder andere Pünktchen, um nicht doch noch in die Relegation zu müssen. Die nicht verstummenden Diskussionen um seine Person lassen Thomas Schaaf aber kalt: "Ich bin sehr auf die Partie gegen Frankfurt fokussiert. Alles andere spielt keine Rolle. Alles, was drumherum kommentiert und interpretiert wird, kommt nicht an die Mannschaft heran." Der Aufsteiger dagegen kann in Bremen alles klarmachen und eine tolle Saison krönen. "Wir brauchen keinen Druck, weil wir uns einfach nur riesig freuen würden, wenn wir es schaffen", sagte Trainer Armin Veh. "Die Qualifikation zur Euro League hätte eine andere Qualität als damals nach dem verlorenen Pokalfinale und die Fans und wir alle wären total happy."
Die zweite Überraschungsmannschaft, deren Saison ebenfalls im Europapokal enden könnte, wäre der SC Freiburg, der mit einem Sieg in Fürth praktisch qualifiziert wäre. Doch Torwart Oliver Baumann warnt: " Da muss ich nur ans Hinspiel [0:1] denken, das war eine ganz knappe Kiste. Überhaupt [hat Fürth] ja viele Spiele wahnsinnig knapp verloren. Das muss sich jetzt nicht unbedingt gegen uns ändern."
Im Laufe dieser Saison hat man beim VfL Borussia Mönchengladbach immer wieder betont, wie viel Freude man in der UEFA Europa League hatte, doch Trainer Lucien Favre machte auch klar, dass diese Spielzeit für ihn eine des Umbruchs sei. Da seiner Elf momentan vier Punkte auf den Tabellensechsten aus Freiburg fehlen, wird dieser wohl nicht mit einer Europapokal-Qualifikation enden. Soll doch noch etwas gelingen, muss auf jeden Fall ein Sieg beim 1. FSV Mainz 05 her. Deren Trainer Thomas Tuchel hat nach zehn Siegen und elf Niederlagen bisher in dieser Saison ein ganz eigenes Restziel formuliert: "Unser Wille ist ganz klar, unsere Bilanz aus Siegen, Unentschieden und Niederlagen ins Positive zu drehen. Das geht nur mit zwei Siegen."
Für Fortuna Düsseldorf geht es nach wie vor um jeden Zähler, das gilt auch für das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. "Wir hätten uns sicherlich gewünscht, nun schon gerettet zu sein. Aber das ist nun einmal nicht der Fall", bekannte Trainer Norbert Meier. "Die Mannschaft hat schon oft genug gezeigt, dass sie in solchen Spielen besteht. Nachdem uns der FC Augsburg zuletzt nicht überholen konnte, haben wir auch zwei Spiele vor Schluss noch alles in der eigenen Hand. Wir müssen diese Aufgabe auch mit Gelassenheit und Freude angehen." Beim Club ist man einfach nur froh, dass man mit diesen Gedanken nichts mehr zu tun hat, wie Michael Wiesinger freimütig einräumte: "Das ist das Wichtigste: Wir sind auch in der nächsten Saison in der ersten Liga."
Wochenlang hat der FC Augsburg eine fantastische Aufholjagd hingelegt und belegt aktuell den Relegationsrang – dass man beim FC Bayern weiter Punkte sammelt, erscheint aber unwahrscheinlich, zumal dieser in den letzten Ligapartien wohl auf seine A-Mannschaft setzen wird. "Es stehen zwei große Endspiele an. Deswegen brauchen wir Rhythmus, deswegen müssen wir unsere Form konservieren. Das heißt, dass wir so weitermachen müssen wie bisher", erläuterte Jupp Heynckes. "Es geht um jedes Tor, um jeden Punkt. Wir sind hochmotiviert und fahren nicht nach München, um Spalier zu stehen. Wir fahren dorthin, um zu punkten", sagte Markus Weinzierl.
Mit ähnlichen Gedanken wie Heynckes trägt sich auch Jürgen Klopp vor der Auswärtsaufgabe beim VfL Wolfsburg: "Es geht ausschließlich darum, Fußball zu spielen und sich ein gutes Gefühl zu holen. Wir fangen nicht an, großartig nachzudenken, wer mal draußen bleiben soll. Es geht darum, im Rhythmus zu bleiben oder in den Rhythmus zu kommen." Dieter Hecking will mit seiner Elf das letztlich für ihn bedeutungslose Spiel nur noch genießen: "Das ist eine schöne Aufgabe zum Abschluss. Das Stadion ist ausverkauft, die Stimmung wird gut sein. Und wir wollen unser Teil dazu beitragen, indem wir uns mit einer tollen Leistung von den Fans verabschieden und einen Dreier holen."
"Wir haben mit Platz drei ein sehr gutes Ergebnis erzielt, über das ich sehr froh bin. Jetzt möchten wir gegen Hannover einen guten Abschluss auf eigenem Platz schaffen, um danach mit unseren Fans zu feiern", erklärte ein sichtlich entspannter Sami Hyypiä vor Leverkusens letztem Heimspiel gegen Hannover 96, das nur noch eine äußerst theoretische Chance auf den Europapokal hat.