UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, Chrome, Firefox oder Microsoft Edge zu verwenden.

Kaladze lebte seinen Traum

Kakhaber Kaladze beendet seine Karriere am Freitag mit einem Abschiedsspiel in Tbilisi. Mit dabei sind unter anderem Andriy Shevchenko und Paolo Maldini.

Kakha Kaladze war 50 Mal Kapitän Georgiens
Kakha Kaladze war 50 Mal Kapitän Georgiens ©Getty Images

Kakhaber Kaladze, der einst für den AC Milan und die georgische Nationalmannschaft spielte, wird heute Abend in Tbilisi zum letzten Mal ein Trikot anziehen und sein Abschiedsspiel bestreiten – mit dabei sind Ex-Mitspieler wie Andriy Shevchenko, Paolo Maldini, Gianluca Zambrotta, Rui Costa, Filippo Inzaghi, Fabio Cannavaro, Christian Vieri und andere. UEFA.com blickt zurück auf seine Karriere.

Als der 16-Jährige 1994 sein Debüt für den FC Dinamo Tbilisi gab, dachte er wohl selber nicht daran, dass man seinen Namen zwei Jahrzehnte später auf der ganzen Welt kennen und seine Karriere noch dazu als georgischer Energieminister beenden würde.

Schlüssel hierbei war wohl sein Wechsel zu Valeriy Lobanovskiys so erfolgreichem FC Dynamo Kyiv im Jahr 1996, wo er auf Shevchenko traf. Mit dem Duo kam man 1998/99 bis ins Halbfinale der UEFA Champions League und ab 2001 spielten beide beim AC Milan.

"Dynamo Kyiv war das Sprungbrett meiner Karriere", sagte Kaladze. "Und Valeriy Lobanovskiy spielte eine große Rolle bei meinem Erfolg, er hat mich nicht nur als Fußballer sondern auch als Mensch weitergebracht. Ich war gerade mal 18, als ich nach Kyiv kam. Die dort erlernte Disziplin half mir mein ganzes Leben lang. Vielleicht wissen Sie, dass die Georgier nicht unbedingt so diszipliniert sind, aber Lobanovskiy hat alles so organisiert, dass man an nichts anderes als an Fußball denken konnte."

Vereine wie der FC Internazionale Milano und der FC Bayern München und einige englische Klubs waren auf einmal an ihm interessiert, doch Kaladze entschied sich dazu, seinem Freund Shevchenko zu Milan zu folgen, wo er in neun Jahren zweimal die UEFA Champions League (2003 und 2007) gewann, sowie die Meisterschaft 2003/04. Zuvor hatte er bereits fünf georgische und drei ukrainische Meisterschaften gewonnen.

In 50 seiner 83 Länderspiele war er Kapitän der Nationalmannschaft Georgiens, doch ein großes Turnier blieb ihm dort verwehrt. Schlimmer noch – im September 2009 erzielte er in einem Spiel gegen Italien zwei Eigentore, für die er sich bei den Fans entschuldigte.

Das tragischste Erlebnis seines Lebens bleibt aber die Entführung seines Bruders Levan kurz nach dem Wechsel zu Milan – der Bruder tauchte nie wieder auf. "Das ist für mich und meine Familie ein sehr schwieriges Thema, das Wunden hinterlassen hat", sagte Kaladze.

Doch als starker Charakter ließ er sich davon nicht aus der Bahn werfen und spielte bis 2011 für die Nationalmannschaft, bevor er letztes Jahr seine Vereinskarriere beendete. Als Unternehmer feierte er ebenfalls Erfolge und sammelte Geld für wohltätigte Zwecke. Nach zwei Jahren bei Genoa CFC trat er 2012 zurück und kehrte nach Georgien zurück, wo er eine politische Karriere begann und ins Parlament sowie ins Kabinett gewählt wurde. "Ich bin in Georgien geboren, hier ist alles, was mir wichtig ist, hier ist mein Herz", sagte er. "Ich möchte, dass meine Söhne in Georgien aufwachsen und möchte alles für Georgien tun."

Für dich ausgewählt