Positive Worte beim Trainer-Forum
Donnerstag, 6. September 2012
Artikel-Zusammenfassung
Europa führende Trainer, die an einem UEFA-Forum teilnahmen, lobten die Qualität der UEFA-Vereinswettbewerbe und sagten voraus, dass sich die UEFA Europa League noch prächtiger entwickeln wird.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Die UEFA Champions League ist im Klubfußball nach wie vor das Maß aller Dinge – doch nicht nur in den Augen der europäischen Toptrainer hat die UEFA Europa League das Potenzial, schon bald aus dem Schatten der schier übermächtigen Königsklasse zu treten.
Die Diskussionen und der Ideenaustausch beim 14. UEFA-Elitetrainer-Forum im Haus des Europäischen Fußballs in Nyon drehten sich um das Niveau der Europapokalwettbewerbe, die Qualität der Schiedsrichter bis hin zur sich verändernden Rolle des Trainers von heute. Seit 1999 lädt die UEFA die Trainer der führenden Klubs Europas in ihre Zentrale ein, um Trends im modernen Fußball zu diskutieren und Vorschläge zu erarbeiten, über die die UEFA in Zukunft nachdenken sollte.
Auch dieses Jahr war das Who-is-Who der Trainergilde nahezu vollständig erschienen – und alle Teilnehmer waren sich einig in ihrem Lob für die beiden Europapokalwettbewerbe. "Sie alle sind sehr zufrieden mit dem Niveau der UEFA Champions League, ihrer Organisation, der Art, wie sie präsentiert wird und der Qualität des dort gezeigten Fußballs", erklärte Andy Roxburgh, der Technische Direktor der UEFA.
"Es gab auch viele positive Stimmen über die UEFA Europa League – wir brauchen Geduld, es gibt schon viele positive Aspekte, wir müssen diesem Wettbewerb einfach Zeit geben, sich zu entwickeln. Der Fußball in Europa braucht diese zwei Wettbewerbe, nicht nur für das Interesse in Europa, sondern auch für die Auswirkungen auf die heimischen Ligen." Positiv bewertet wurde von den Trainern auch die UEFA EURO 2012 – vor allem in Hinblick auf das Verhalten von Spielern und Trainern und hinsichtlich des offensiven Fußballs, den die Teams gezeigt haben.
Über 14 Elitetrainer-Foren hat die UEFA seit 1999 ausgerichtet, oft drehten sich die Diskussionen dabei um Themen wie Trainer- und Führungsqualitäten. "Hier haben wir viel über Themen gesprochen, die die Trainer betreffen – ihre Beziehung zu den Spielern und wie man sie während der Woche auf ein wichtiges Spiel am Wochenende vorbereitet – und die Trainer hatten einen hochinteressanten Austausch von Ideen und Philosophien."
Arséne Wenger, seit 1996 Trainer von Arsenal FC, erklärte, wie sich das Profil eines Elitetrainers in den letzten Jahren gewandelt hat. "Grundsätzlich hat sich dieser Job von einer rein technischen Rolle hin zu einem multidimensionalen Job entwickelt", sagte der Franzose.
"Das bedeutet, dass ein Trainer heutzutage nicht nur die technische Verantwortung hat, sondern er ist auch so etwas wie der charismatische Anführer des Vereins, ein Mann, der dem Klub den Spielstil vorgibt und den Verein in die Zukunft führt. Er ist jemand, der die Verantwortung dafür hat, Leute zu überzeugen, das Potenzial dafür zu haben. Die Rolle ist weniger technischer Natur, sondern eher menschlich und überzeugend."
Das UEFA-Forum bietet jungen Trainer zudem die Möglichkeit, von den erfahrenen Kollegen, die an der Spitze eine Menge an Wissen angesammelt haben, zu profitieren. "Als junger Trainer aus einem kleinen Land ist dies das erste Mal, dass ich hier bin, und es ist ein Privileg, mit den besten Trainern Europas zusammen zu sein", sagte Kasper Hjulmand vom FC Nordsjælland, dänischer Neuling in der UEFA Champions League.
"Hier gibt es so viele Informationen, und wir hören so vielen Trainern zu, die uns einfach nur ihre Geschichte erzählen. Und man kann sehen, dass die Dinge, denen sie sich gegenübersehen, auch mir widerfahren. Das ist der Fußball und das ist die Leidenschaft für Fußball."
Ein weiterer Höhepunkt des Forums war eine Präsentation der jüngsten Entwicklungen im Schiedsrichterwesen, vorgetragen von Pierluigi Collina, dem obersten Schiedsrichtervertreter der UEFA. Besonders sprach er über die zusätzlichen Unparteiischen in den UEFA-Wettbewerben, die seit Juli fester Bestandteil der Regeln sind.
"Das war für eine Menge Leute im Raum recht aufschlussreich", sagte Roxburgh. "Ich bin nicht sicher, ob die Trainer sich bewusst waren, was die Pflichten eines jeden sind und welche Blickwinkel und Visionen sie haben. Die zusätzlichen Augen haben die Dinge definitiv verbessert. Sie haben gewiss einen abschreckenden Effekt beim Ziehen, Stoßen und beim Ellenbogenschlag im Strafraum."
"Was interessant und überraschend für uns war, ist, wie sehr sie miteinander kommunizieren und wie intensiv die Kommunikation ist", fügte Wenger hinzu.