UEFA.technician - Was macht einen Trainer aus?
Montag, 30. Juli 2012
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Die letzte Ausgabe von UEFA.technician, der offiziellen Trainerpublikation der UEFA, beschäftigt sich damit, was einen Trainer ausmacht und dass das Trainerdasein nicht nur eine Arbeit sondern eine Lebenseinstellung ist.
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Sie möchten also hauptberuflicher Trainer werden? Diese Frage stellte die UEFA in letzter Zeit den Anwärtern bei ihrem innovativen Pro-Anwärter-Austauschkurs. Die Teilnehmer werden mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die sie nicht nur über die schönen Seiten sondern auch die Tücken eines Jobs reflektieren lassen, der eine ganze Menge Druck mit sich bringt.
Die letzte Ausgabe von UEFA.technician, der offiziellen Trainerpublikation der UEFA, beschäftigt sich damit, was einen Trainer ausmacht und dass das Trainerdasein nicht nur eine Arbeit, sondern eine Lebenseinstellung ist.
In seiner Kolumne erinnert sich Andy Roxburgh, der Technische Direktor der UEFA, an die Frage, die den Traineranwärtern von Howard Wilkinson, dem regelmäßigen Gastredner bei Pro-Lizenz-Kursen und Vorsitzenden der englischen Profitrainervereinigung, gestellt wurde: "Sind Sie vom Trainerberuf besessen und bereit, ihm für den Rest Ihres Lebens alles unterzuordnen?"
Roxburgh betont besonders die speziellen Anforderungen an einen hauptberuflichen Trainer und wie sie aufgrund der Bedürfnisse von Spielern, Medien, Sponsoren und Eigentümern das Wohlbefinden einer Person und sein Familienleben gefährden können. "Im Profigeschäft ist diese Aufgabenliste sehr lang, doch das wirklich Belastende ist der Druck", erklärt er. "Die ständigen Forderungen nach Ergebnissen, der Umgang mit Spitzenspielern, die stressige Medienarbeit und die Schwierigkeiten verschiedenster Art im Zusammenhang mit Zeitdruck,
Krisensituationen, aufdringlichen Agenten und allmächtigen Eigentümern hinterlassen Spuren."
Dennoch ist Roxburgh der Ansicht, dass für die meisten Spitzentrainer die Höhepunkte die Nachteile überwiegen. Und für die Anwärter, die wirklich hauptberufliche Trainer werden, "wird sich ihr Beruf schnell in eine Lebensphilosophie verwandeln".
Sobald man in diesem Job tätig ist, reifen die Trainer und entwickeln sich, sowohl als Coach als auch als Mensch. UEFA.technician berichtet darüber, was viele der großen Trainer durch Ausbildung, Erfahrung und den unschätzbaren Rat ihrer Mentoren auf dem Weg in die Spitze gelernt haben. Trainer müssen nicht unbedingt Spitzenspieler gewesen sein - ein leuchtendes Beispiel hierfür ist Real Madrid CFs Trainer José Mourinho - aber sie alle zehren von speziellen Lebenserfahrungen, Qualitäten und persönlichen Merkmalen, die sie zu erfolgreichen Trainern gemacht haben.
"Es ist die Mischung aus theoretischer Ausbildung, aktivem Spiel, Trainererfahrung, Kontaktpflege, Tipps von Mentoren und der Arbeit mit anderen Fußballspezialisten, die einen reifen Trainer formt", sagt Roxburgh.
"Natürlich müssen Trainer coachen, unterrichten, managen, führen, hinzulernen, kommunizieren, organisieren, planen, vorbereiten, analysieren und ein Team aufstellen können", sagte er weiter. "Aber das reicht nicht aus, wie der spanische Weltmeistertrainer Vicente del Bosque anlässlich einer UEFA-Trainer-Tagung sagte: 'Wenn du nur über Fußball Bescheid weißt, bist du verloren'. Spitzentrainer wie José Mourinho, Sir Alex Ferguson und andere kennen den Fußball, aber sie kennen auch das Leben."
Der Frauenfußball boomt in Europa und UEFA.technician schaut sich das Coaching im Frauenfußball näher an. Mit Deutschlands ehemaliger Nationalmannschaftstrainerin und dreifacher EURO-Siegerin Tine Theune und der aktuellen schottischen Nationaltrainerin Anna Signeul geben zwei äußerst respektierte Frauen Einblicke in das Trainerdasein im Frauenfußball - denn dieses Gebiet entwickelt sich taktisch und technisch konstant weiter.
Ross Mathie und John Peacock, die bei der jüngsten Endrunde der UEFA-U17-Europameisterschaft in Slowenien als technische Beobachter fungierten, untersuchten die Entwicklung des Jugendfußballs - insbesondere widmeten sie sich der Frage, wie man die Balance schafft, einerseits eine Siegermentalität und Kreativität in Jugendmannschaften zu entwickeln, während man gleichzeitig eher auf die individuelle Entwicklung der Spieler statt auf Ergebnisse schauen sollte.
Schließlich würdigt UEFA.technician die Trainer, die in der Saison 2011/12 die Endspiele der europäischen Vereins- und Nationalmannschaftswettbewerbe erreichten.
UEFA.technician verleiht eine faszinierende Einsicht in die Welt des Trainerdaseins, der Trainerausbildung und -entwicklung sowie in die Visionen und Philosophien der Spitzentrainer.
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