Sommer Basels Held im Elfer-Krimi
Donnerstag, 17. Mai 2012
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Der FC Basel 1893 tat sich im Pokalfinale gegen den FC Luzern lange schwer, gewann aber dank Yann Sommer im Elfmeterschießen mit 5:3 und holte sich somit das Double.
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Der FC Basel 1893 dominiert den Schweizer Fußball wie selten eine Mannschaft vor ihm, völlig unbestritten war sein Meistertitel – im Pokalfinale aber bangte er um den Sieg, wie er es in dieser Super-League-Saison kaum je musste. Sein 5:3-Sieg stand erst in Elfmeterschießen fest, nachdem die Luzerner ein starkes Spiel geboten und Benjamin Huggels Führungstor durch Tomislav Puljic ausgeglichen hatten.
Der FC Luzern war lange Zeit gar die bessere Mannschaft. Dem FCB gelang es nur schwerlich, sich auf die Luzerner einzustellen: Sie standen hoch, stellten Passwege zu und hemmten den Basler Spielaufbau. Und wenn sie den Ball hatten, spielten sie schnell in die Spitze.
Dass es zur Pause 0:0 stand, schmeichelte den Baslern, deren Torwart Yann Sommer des Öfteren eingreifen musste – zum Beispiel nach Abschlüssen Adrian Winters oder Nelson Ferreiras. Kein Wunder, sprach Luzerns Trainer Murat Yakin zur Pause von "mangelnder Effizienz", die sein Team an einem besseren Resultat hindere.
Vom FCB war rund eine Stunde kaum etwas zu sehen; Ausnahme war eine Möglichkeit Valentin Stockers, der nach rund einer halben Stunde vom Luzerner Hüter David Zibung gestoppt wurde. Dennoch lag er, wie es für ihn typisch ist, plötzlich vorne. Routinier Huggel wuchtete in seinem letzten großen Spiel einen Freistoß von Alex Frei per Kopf ins Tor – die einzige Luzerner Unachtsamkeit wurde bestraft (55.).
Doch der FCL blieb verdientermaßen im Spiel und glich aus durch Innenverteidiger Puljic, der gegen die Laufrichtung Sommers köpfte und die Hälfte der 30 000 Zuschauer im Stade de Suisse jubeln ließ (67.). Das 1:1 war hochverdient und eröffnete eine brisante Schlussphase, in der die Luzerner Kräfte zwar schwanden, der Super-League-Zweite dank seiner Kampfkraft aber weiter überzeugte.
So musste der Sieger vom Elfmeterpunkt ermittelt werden, und da hatten die erfahrenen Basler die Oberhand: Während die vier Basler Schützen allesamt trafen, scheiterten Moshe Ohayon und Florian Stahel an Sommer – die 11. Sandoz-Trophäe war dem FCB somit gewiss.
Luzerns Keeper Zibung schmerzte hinterher, dass er "bei drei Elfmetern nahe dran gewesen" sei, "und wir nun trotz guter Leistung mit leeren Händen dastehen – das ist richtig bitter". Sein Trainer, Murat Yakin, sagte: "Wir haben gesehen, dass wir den FCB unter Druck setzen können. Wir haben ihn gar dominiert und sind der unglückliche Verlierer, weil wir die Nerven nicht hatten."
Anders sah es auf Basler Seite aus. "Das ist ein großartiges Ende, das nicht mal ein Hollywood-Regisseur besser hätte inszenieren können", frohlockte 1:0-Torschütze Huggel. Und Elfmeter-Held Sommer ergänzte: "Dass wir so gute Elfmeter geschossen haben, lag auch an unserer guten Kondition. Wir haben eine grandiose Mannschaft."