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Blick geht nach Europa und nach unten

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Die Meisterschaft ist entschieden und so richtet sich an den letzten beiden Spieltagen der Blick der Bundesliga-Fans auf den Europapokal und den Abstiegskampf.

Hannover 96 hat die UEFA Europa League genossen und würde gerne wieder teilnehmen
Hannover 96 hat die UEFA Europa League genossen und würde gerne wieder teilnehmen ©Getty Images

Vor den letzten beiden Spieltagen kann Folgendes festgehalten werden: Borussia Dortmund ist Meister, der FC Bayern als Vizemeister sicher wieder in der UEFA Champions League. Der FC Schalke 04 und der VfL Borussia Mönchengladbach machen den dritten direkten Qualifikationsplatz zur Königsklasse untereinander aus, der VfB Stuttgart ist sicher in der UEFA Europa League und der 1. FC Kaiserslautern bereits abgestiegen. Offen: Drei Plätze in der UEFA Europa League, ein Direktabsteiger und ein Relegationsteilnehmer.

Das Spiel auf dem Betzenberg zwischen Lautern und Dortmund ist daher ohne große Bedeutung. Wie üblich werden die letzten beiden Spieltage zeitgleich ausgetragen, alle neun Spiele finden also am Samstag um 15.30 Uhr statt. Insgesamt haben noch vier Vereine mit Abstiegssorgen zu kämpfen.

Eine ganz schwere Aufgabe steht dem Vorletzten Hertha BSC Berlin bevor, der zum FC Schalke 04 reist. "Die Spieler sind sehr fokussiert, sie wissen, worum es am Samstag geht. Es liegt jetzt vor allem in den Händen der Spieler. Sie müssen das umsetzen, was wir ihnen vorgeben. Ich glaube an die Rettung, wir glauben daran. Es hilft kein Heulen und Jammern. Wir müssen in Gelsenkirchen der Situation unter unheimlichem Druck gerecht werden", sagte Hertha-Coach Otto Rehhagel. Aber auch Königsblau braucht jeden Zähler, um direkt in die UEFA Champions League zu kommen - ein Heimsieg gegen das Kellerkind ist da Pflicht. "Wir haben es selbst in der Hand. Die Jungs wollen den Fans etwas zurückgeben und sich natürlich auch selbst für eine tolle Saison belohnen", so Huub Stevens.

Schalke-Konkurrent Gladbach empfängt zu Hause mit dem FC Augsburg ebenfalls eine Mannschaft, die noch absteigen kann. Vier Punkte Abstand auf den Relegationsplatz sind ein durchaus komfortables Polster für den Aufsteiger, aber eben kein Ruhekissen. "Nach dem tollen Spiel gegen Schalke ist dies unsere zweite Chance, den Klassenerhalt endgültig perfekt zu machen. Es ist volle Konzentration gefragt. Wir dürfen keine Fehler machen, müssen in der Defensive gut stehen und nach vorne unsere Chancen suchen", meinte Jos Luhukay. "Wir haben jetzt 56 Punkte, wollen aber weiter punkten" - so lautet die Zielvorgabe seines Gegenübers Lucien Favre. Schließlich besteht eine Minimal-Chance, das man den vierten Rang und die Chance auf die Königsklasse noch an Stuttgart verliert.

Die Schwaben treten allerdings auswärts beim FC Bayern München an und sprechen gar nicht erst vom vierten Rang. "Wir wollen Platz fünf absichern, wir wollen diesen Platz zementieren", gab Bruno Labbadia aus. Ob es bei den Bayern Nachwirkungen aus dem anstrengenden Spiel bei Real Madrid CF am Mittwoch gibt?

Wenn der SC Freiburg auf den 1. FC Köln trifft, dann ist das ein Duell der Gegensätze. Verschlafene Universitätsstadt gegen Millionenstadt, Ruhe gegen Aufgeregtheit und zwei Spieltage vor Schluss eben auch der mit jungen Spielern bereits festgezurrte Klassenerhalt der Breisgauer gegen höchste Abstiegsnot bei den Rheinländern. "Der SC ist sicherlich die Mannschaft der Stunde in der Rückrunde. Die Freiburger leben von ihrer Leidenschaft, ihrer Laufbereitschaft und ihrer Geschlossenheit", hat auch Kölns Frank Schaefer erkannt. "Wir müssen wieder eine einhundertprozentige Leistung abrufen. Wir haben jetzt zwei Finalspiele und wir fahren nach Freiburg, um drei Punkte zu holen." SC-Coach Christian Streich versprach Kölns Konkurrenz auch, nun nicht locker zu lassen: "Wir sind Sportsleute und haben eine Verpflichtung allen Vereinen gegenüber. Deshalb werden wir wieder unseren Fußball spielen. Köln wird rennen und kämpfen, aber das werden wir auch. Ich erwarte ein intensives Spiel."

Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, wie sie der Hamburger SV nun hat, dürften wohl für den Klassenerhalt reichen, aber natürlich will man an der Alster nach einer turbulenten Saison nichts dem Zufall überlassen. "Die Mainzer haben einen Trainer, der sein Team immer penibel auf die Gegner einstellt und die Stärken seiner Mannschaft gut kennt. Besonders im Sturm haben sie schnelle und technisch starke Spieler. Es wird kein leichtes Spiel, wenn wir nur 90 Prozent geben, wir müssen über die 90 Minuten hundert Prozent geben, dann haben wir gute Chancen, das letzte Heimspiel der Saison zu gewinnen", erklärte Thorsten Fink.

Ein direktes Duell um einen Platz in der UEFA Europa League liefern sich Bayer 04 Leverkusen und Hannover 96, den Gastgebern reicht in der BayArena ein Punkt, während Hannover drei Zähler und einen Ausrutscher der Konkurrenz braucht. "Wir schauen nur nach vorn und werden alles tun, um den sechsten Platz zu sichern und dann auch noch Platz fünf anzugreifen", versprach Sami Hyypiä - schließlich darf der Fünfte direkt an der Gruppenphase teilnehmen und muss keine Play-offs spielen. "Wir hoffen auf Situationen, in denen wir unsere Konterstärke ausspielen können", deutete Mirko Slomak die Marschroute der Niedersachsen an.

Vier Mannschaften, die allesamt zumindest theoretische Chancen auf Rang sieben und die UEFA Europa League haben, treffen ebenfalls am Samstag noch aufeinander. Die TSG 1899 Hoffenheim ist Gastgeber für den 1. FC Nürnberg. Fast schon resignierend klingt Hoffenheims Markus Babbel: "Wir werden alles dafür tun, das letzte Heimspiel für unsere Fans zu gewinnen. Alles andere liegt nicht mehr in unserer Hand." Dieter Hecking hat für seine Elf dagegen einen einstelligen Tabellenplatz ("Das würde schon richtig gut aussehen") als Ziel ausgegeben.

In Niedersachsen treffen der VfL Wolfsburg und der SV Werder Bremen aufeinander und brauchen als Grundvoraussetzung einen Dreier, wenn es mit dem Europapokal überhaupt noch etwas werden soll. "Auch wir haben immer noch die Möglichkeit, die Europa League zu erreichen. Allerdings haben wir das nicht mehr in der eigenen Hand. Dennoch müssen wir alles daran setzen, dass nicht wir es sind, die uns diese Chance nehmen", verlangt Felix Magath von seiner Elf. "Natürlich glauben wir an die Europa League. Doch sechs Punkte werden es wahrscheinlich schon sein müssen", vermutet Werders Geschäftsführer Klaus Allofs.

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