Bayern nutzen die Chance
Samstag, 31. März 2012
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Mit Mühe gewannen die Bayern in Nürnberg, verkürzten damit den Rückstand auf Dortmund auf drei Punkte. Im Abstiegskampf kamen der HSV, Augsburg, Mainz und Freiburg zu wichtigen Siegen.
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Der FC Bayern München hat den Ausrutscher von Borussia Dortmund genutzt und mit einem 1:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg den Rückstand auf den Deutschen Meister auf drei Punkte verkürzt. Zu wichtigen Siegen im Abstiegskampf kamen auch der FC Augsburg, der SC Freiburg, der Hamburger SV und der 1. FSV Mainz 05.
Die Bayern, die zunächst auf Franck Ribéry, aber auch auf Bastian Schweinsteiger verzichteten, taten sich gegen den Club lange Zeit schwer, konnten nicht wie gewohnt dem Gegner ihr Spiel aufdrängen, was auch die nahezu ausgeglichene Ballbesitzstatistik unter Beweis stellte.
Die bis dahin beste Chance hatte der deutsche Rekordmeister in der 34. Minute, als Arjen Robben frei zum Kopfball kam, aber keinen Druck ausüben konnte und deshalb auch nicht gefährlich war. Weil die Nürnberger kämpferisch vorbildlich dagegenhielten, hatten sie sich das 0:0 zur Pause auch verdient.
Aber in der 69. Minute sollte der Treffer für die Bayern doch fallen. Nach Fehler von Dominic Maroh kam Toni Kroos an den Ball, er bediente wunderbar Ribéry, der frei vor Raphael Schäfer stand, diesen aber nur anschoss, aber dann schnappte sich Robben die Kugel und knallte sie aus 15 Metern in den Kasten zur befreienden Führung.
Anschließend traf Mario Gomez per Kopf die Latte, auf der anderen Seite hatten die Bayern Glück, weil ein Schuss des eingewechselten Almog Cohen von Torhüter Manuel Neuer an den eigenen Pfosten gelenkt wurde.
Die vierte Niederlage in Folge für Nürnberg bringt die Franken weiter in Bedrängnis, während die Bayern, die sechs Jahre nicht mehr in Franken gewinnen konnten, nun wieder aus eigener Kraft den Titel holen können, wobei die Partie am übernächsten Spieltag in Dortmund, die tags zuvor gegen den VfB Stuttgart nur ein 4:4 geholt hatten, die vorentscheidende sein könnte.
Im Blickpunkt standen auch zwei echte Abstiegsduelle. Dabei setzte sich Augsburg gegen den 1. FC Köln mit 2:1 durch. In dieser Partie spielte über weite Strecken nur eine Mannschaft, und das war der Gastgeber. Und so ging dieser in der 18. Minute durch einen Schuss von Ja-Cheol Koo aus 20 Metern verdient in Führung.
Das Spiel wurde vier Minuten vor der Pause auf den Kopf gestellt, als sich Daniel Baier im Strafraum ein Foul an Lukas Podolski erlaubte und der Gefoulte den fälligen Elfmeter verwandelte – es war der erste Schuss auf das Tor der Schwaben. Aber gleich im Gegenzug gab es auch einen Strafstoß für den FCA. Elfmeterverursacher Baier holte ihn heraus, als er von Henrique Sereno gelegt wurde, Nando Rafael stellte den alten Vorsprung wieder her.
Im zweiten Abschnitt bemühten sich die Kölner zwar, wurden aber nicht belohnt, sodass Augsburg verdientermaßen gewann und zwei Punkte über dem Strich bleibt, während die Geißböcke nach ihrer 500. Bundesligapleite auf dem Relegationsplatz liegen.
Bei der 0:1-Heimpleite gegen den HSV spielte der 1. FC Kaiserslautern zunächst entschlossen nach vorn, lud dabei aber die Hanseaten zu diversen Konterchancen ein. Und als noch keine halbe Stunde gespielt war, gingen die Gäste von der Elbe auch in Führung, als Marcell Jansen aus sechs Metern erfolgreich war.
In der 63. Minute traf der Ex-Lauterer Ivo Iličević die Latte – das hätte die Entscheidung sein können. Lautern kämpfte, gab alles, alles war aber nicht genug Die Pfälzer verloren also auch das zweite Spiel unter dem neuen Trainer Krassimir Balakov, das Unternehmen Klassenerhalt wird damit immer schwerer, wahrscheinlich sogar unmöglich. 18 Spiele nicht gewonnen, erst 17 Tore geschossen, das ist zu wenig. Der HSV ist nach vier Pleiten in Folge wieder etwas aus dem Abstiegsbereich raus, aber immer noch in großer Gefahr.
Mit 0:3 unter die Räder kam daheim der SV Werder Bremen gegen Mainz. Die erste gute Chancen hatten die Hausherren in der 13. Minuten, als Philipp Bargfrede die Kugel an den Pfosten schoss – der 16. Aluminiumtreffer für Bremen -, ehe fünf Minuten später Adam Szalai nach einem Solo aus elf Metern den Ball unter die Latte knallte. Fünf Minuten vor der Pause hätte Andreas Ivanschitz beinahe die Führung verdoppelt, als er einen Freistoß ans Lattenkreuz nagelte. Aber das wäre auch zu viel des Guten gewesen, denn eigentlich kontrollierte Bremen das Spiel.
Alle Hoffnungen ließen sie wohl fahren, als zwei Minuten nach Wiederbeginn Eric Maxim Choupo-Moting, der erst mit Wiederanpfiff gekommen war, zum 2:0 für die Gäste traf. Und Choupo-Moting machte eine Viertelstunde vor dem Ende mit seinem zweiten Tor alles klar. So holten die Mainzer drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg, während es Bremen versäumte, wichtige Zähler im Kampf um Europa gutzumachen.
Überraschend auch der 2:0-Auswärtserfolg von Freiburg bei Bayer 04 Leverkusen. Die Breisgauer, selbstbewusst nach vier Spielen ohne Niederlage, begannen stark und hatten in der achten Minute Glück, als Kapitän Julian Schuster per Kopf - nach missglücktem Rettungsversuch mit der Hacke von Gonzalo Castro – verwandelte. Von Selbstvertrauen war bei Bayer nach drei Pleiten in Folge wenig zu spüren, erst nach einer halben Stunde war von ihnen spielerisch etwas zu sehen.
Nach einer Stunde aber traf Daniel Caligiuri aus 16 Metern rechts oben in den Winkel, das war es. Die Leverkusen-Fans ließen La Ola durchs Stadion wogen, um auf diese ironische Weise zu zeigen, was sie von ihrer Mannschaft hielten. Bayer belegt zwar immer noch Platz sechs, aber die Teilnahme an der UEFA Europa League in der kommenden Saison steht auf tönernen Füßen.
Nach den Siegen der Mitabstiegskandiaten stand Hertha BSC Berlin im Abendspiel gegen den VfL Wolfsburg unter Druck und musste unbedingt nachziehen, aber am Ende gab es eine 1:4-Niederlage. Dabei fing alles so gut an für die Hauptstädter, die in der 13. Minute durch Levan Kobiashvili in Führung gingen, nachdem Änis Ben-Hatira zunächst an Diego Benaglio gescheitert war. Aber innerhalb von fünf Minuten kassierten die Hauptstädter zwei Tore. Zunächst schoss der überragende Ex-Berliner Ashkan Dejagah den Berliner Verteidiger Christoph Jancker an, von dem der Ball in den eigenen Kasten prallte (29.), dann bereitete Dejagah den Führungstreffer durch Patrick Helmes vor (34.).
Im zweiten Abschnitt hatten die Herthaner etliche gute Chancen, vor allem durch den eingewechselten Pierre-Michel Lasogga, die dieser aber kläglich vergab. Dann war es Adrian Ramos, der allein auf Benaglio zusteuerte, aber überhastet abzog und Minuten später mit dem Kopf aus drei Metern Entfernung den Kasten verfehlte. Dies wurde in der 77. Minute bestraft, als Mario Mandžukić aus dem Nichts traf. Die Entscheidung, die kurz darauf durch den zweiten Treffer von Helmes untermauert wurde. Die Wölfe kommen nach dem vierten Sieg in Folge Europa immer näher, Hertha hingegen der zweiten Liga.