Bayern stolpern in Freiburg
Samstag, 18. Februar 2012
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Der FC Bayern kommt in der Bundesliga weiter nicht richtig in Tritt. Nach dem 0:0 in Freiburg haben sie nun vier Punkte Rückstand auf Dortmund, das mit 2:1 bei der Hertha siegte. Auch Gladbach ist am FCB vorbeigezogen.
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Der FC Bayern München hat im Kampf um die Meisterschaft Federn gelassen. Nach einem 0:0 beim SC Freiburg haben die Bayern nun auf Tabellenführer Borussia Dortmund, das sich 1:0 bei Hertha BSC Berlin durchsetzte, vier Punkte Rückstand. Und auch der VfL Borussia Mönchengladbach ist nach einem 2:1 beim 1. FC Kaiserslautern am deutschen Rekordmeister vorbeigezogen.
In der ersten Halbzeit fanden die Bayern gegen Freiburg kaum ein Mittel. Erst kurz vor dem Pausenpfiff hatten sie durch Thomas Müller die einzige echte Möglichkeit, als dieser nach Hereingabe von Franck Ribéry volley abzog, aber an Keeper Oliver Baumann scheiterte. Die Breisgauer hatten bis dahin einige gute Chancen durch Erik Jendrisek, Jan Rosenthal oder Ivan Santini gehabt.
Im zweiten Abschnitt kam der FCB besser ins Spiel und hätte durchaus in Führung gehen können, aber auch der Tabellenletzte hatte seine Möglichkeiten, sodass bis zum Schlusspfiff jedes Ergebnis möglich war. Für Freiburg ist dieser Punkt weit mehr wert als für die Bayern, deren Generalprobe für das Achtelfinalhinspiel in der UEFA Champions League in der nächsten Woche beim FC Basel in die Hosen ging.
Die Dortmunder hatten schon am Nachmittag in Berlin vorgelegt. Es war in jeder Beziehung für die Hertha ein besonderes Spiel. Es war nicht nur das 1 000. Bundesligaspiel des Klubs, sondern zugleich auch das vorerst letzte Spiel ohne Otto Rehhagel, der am Sonntag die Regie übernimmt. Angetrieben von diesen Aussichten kämpften die Berliner mit Mann und Maus und hielten bis zur Pause ihren Kasten sauber gegen ein Team, das zwar mehr von der Partie hatte, sich aber kaum Chancen erarbeitete.
Aber wie aus dem Nichts gingen die Gäste in der 66. Minute in Führung. Keeper Thomas Kraft konnte einen Ball zwar gut parieren, aber nur ans Aluminium lenken, und so schlug Kevin Großkreutz per Fallrückzieher zu. Diesen Erfolg rettete Dortmund über die Linie, sodass sie in Ruhe dem Spiel der Bayern in Freiburg zuschauen konnten. Hertha aber hat auch das zehnte Spiel in Folge nicht gewonnen.
Beim Sieg von Gladbach in Lautern schien die Partie nach einer Viertelstunde schon fast entschieden. In der zehnten Minute traf Patrick Herrman nach Vorlage von Igor De Camargo, dann knallte Lauterns Pierre De Wit einen Freistoß an die Latte und schließlich verdoppelte Juan Arango, der den Ball mit dem Außenrist in lange obere Ecke drehte, die Führung (14.) Kurz vor Ende der ersten Halbzeit musste Torschütze Herrmann vom Platz getragen werden, er verletzte sich bei einem Zweikampf mit Florian Dick an der Schulter - Verdacht auf Schlüsselbeinbruch.
Das Spiel wurde in der 63. Minute noch einmal spannend, weil Leon Jessen einen Wahnsinnshammer in den Kasten jagte, sein erstes Bundesligator. Aber es blieb beim Sieg der Fohlen, Lautern verpasste den Sprung aus der Abstiegszone.
Im mit Spannung erwarteten Nordderby hätte der Hamburger SV den Rückstand auf den SV Werder Bremen mit einem Sieg auf vier Punkte verkürzen können, stattdessen gab es eine 1:3-Niederlage. Schon nach neun Minuten ließ Marko Marin die mitgereisten Fans jubeln, als er den Ball aus spitzen Winkel im kurzen Eck unterbrachte. Und als nur noch Sekunden im ersten Abschnitt zu spielen waren, war nach einer Ecke der 18-jährige Tom Trybull mit dem Kopf zur Stelle - sein erstes Bundesligator.
Eine Viertelstunde war noch zu spielen, da wurde ein Freistoß von Mladen Petrić von der Mauer abgefälscht, der Anschluss, es wurde dramatisch in Hamburg. Diese Dramatik beendete vier Minuten vor Schluss der eingewechselte Marko Arnautović, als er vom Missverständnis zweier Verteidiger profitierte und den Endstand herstellte.
Bayer 04 Leverkusen quälte sich beim 4:1 gegen den FC Augsburg lange, ehe sie nach vorn endlich Akzente setzten. Der Aufsteiger stand hinten sicher, hatte aber kein Rezept parat, als Stefan Kießling nach einer Ecke per Kopf verwandelte (24.). Mit Glück rettete Leverkusen diese Führung in die Halbzeitpause.
Keine fünf Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, da zeigte der FCA, dass er willens ist, überall etwas mitzunehmen. Ja-Cheol Koo unterstrich dies mit einem schönen Schuss von der Strafraumgrenze, der dicht neben dem rechten Pfosten zum Ausgleich einschlug. Am Ende aber stand der 300. Heimsieg in der Bundesligageschichte von Bayer, weil nach einer Stunde Gonzalo Castro aus fünf Metern nach Vorlage von Lars Bender traf und vier Minuten später Kießling seinen zweiten Treffer schoss, dem kurz darauf André Schürrle ein weiteres Tor folgen ließ.
Nur einmal in den letzten elf Jahren hat der 1. FC Köln am Karnevalswochenende ein Bundesligaspiel gewonnen, an dieser Statistik ändert sich auch nichts durch das 1:2 beim 1. FC Nürnberg. Die Club-Fans mussten fast eine halbe Stunde warten, ehe ihr Team, angetrieben von Debütant Hanno Balitsch, in Führung ging, als Alexander Esswein mit einem strammen 17-Meter-Schuss in den oberen Winkel erfolgreich war.
Aber die Geißböcke wollten sich die Party nicht verderben lassen und so erzielte Milivoje Novakovič in der 66. Minute den Ausgleich. Doch fünf Minuten vor dem Ende traf Tomas Pekhart mit dem Kopf aus zwölf Metern Entfernung. Der achte Heimsieg in Folge bedeutet Vereinsrekord, während die Kölner in immer größere Probleme geraten.