Gefrierschrank Bundesliga
Freitag, 3. Februar 2012
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Auch bei den Wochenendspielen der Bundesliga stehen in vielen Stadien die arktischen Temperaturen im Mittelpunkt - punkten wollen aber natürlich alle Mannschaften.
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Die sibirischen Temperaturen haben nicht nur die Bürger dieser Republik im Griff, sondern auch die Bundesliga, die dem Wochendspieltag entgegen bibbert. "Die Kälte ist brutal", berichtete Franck Ribéry, der mit dem FC Bayern München am Samstag den eisigen Bedingungen beim Hamburger SV trotzen will. Sturmkollege Ivica Olić ergänzte: "Es dauert ziemlich lange, bis man warm ist. Dann geht es", so Olić, der noch einen Tipp für seine Mitspieler parat hat: "Wenn das Spiel beginnt, müssen wir von der ersten Minute an heiß sein. Laufen, Gas geben!", empfiehlt auch HSV-Coach Thorsten Fink seiner Elf.
Während landauf landab die Kälte das Thema Nummer eins ist, konzentriert man sich beim VFB Stuttgart lieber auf das Sportliche. Angesichts von vier Niederlagen in Folge und zuletzt sechs Spielen ohne Sieg ist das auch dringend angebracht. "Wir strotzen momentan nicht vor Selbstvertrauen, weshalb es wichtig ist, den Spielern zu zeigen, dass sie es schon besser als zuletzt gemacht haben", sagte Bruno Labbadia, der mit seiner Elf eigentlich auf einen Europapokalplatz geschielt hatte. Den belegt zurzeit Stuttgarts Gastgeber Bayer 04 Leverkusen, bei dem man abwarten muss, wie das Theater rund um Michael Ballack verdaut wurde.
Der Kaufrausch von Felix Magath ist vielerorts kritisiert worden. Doch die letzten Ergebnisse scheinen dem Macher der Niedersachsen Recht zu geben. "Die Spieler sind läuferisch und kämpferisch alle sehr gut. Durch die Neuzugänge haben sie auch noch einmal spielerischer Klasse dazu gewonnen", meint Tolga Cigerci vom Wochendgegner VfL Borussia Mönchengladbach. "Egal, welcher Gegner kommt: Wir wollen in der Arena unser Spiel durchsetzen. Das ist uns in dieser Saison bislang nicht so schlecht gelungen", hofft Magath.
Vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin bekräftigt Hannover 96 in Gestalt von Mirko Slomka die Ambitionen der Niedersachsen, auch nächste Saison europäisch vertreten zu sein: "Wir wollen auswärts mehr punkten und den Druck auf die internationalen Plätze erhöhen." Bei den Hauptstädtern ist der Start unter dem neuen Trainer Michael Skibbe daneben gegangen. Beide Partien nach der Winterpause gingen verloren. Das soll sich nun ändern. "Eine deutliche Reaktion" – das erwartet Skibbe von der Hertha, dazu will er aus einer "defensiven Grundstabilität gut und konstruktiv nach vorne spielen".
Die Erfolgsphase des FC Schalke 04 soll nach dem Wunsch aller Knappen natürlich auch gegen den 1. FSV Mainz 05 Bestand haben. "Wir sind auf dem richtigen Weg und machen sehr viele Schritte in die richtige Richtung. Wir sind eine Mannschaft. Die Spieler verstehen, dass man für den Erfolg auch etwas tun muss", stellt Huub Stevens zufrieden fest. "Schalke gehört zu den absolut dominierenden Teams dieser Runde", so Thomas Tuchel, der eine "sehr, sehr schwere Aufgabe" erwartet.
Srđan Lakić – so heißt der große Hoffnungsträger bei der TSG 1899 Hoffenheim vor der Heimpartie gegen Abstiegskandidat FC Augsburg. "Das sind Spiele, die man gewinnen muss. Doch Augsburg kämpft ums Überleben, das macht sie gefährlich", sagte der neue Stürmer, der auf einen Einsatz von Anfang an spekuliert. "Zunächst müssen wir auch das dritte Spiel gegen Augsburg in dieser Saison gewinnen, um uns Luft vor den Teams zu verschaffen, die von unten hoch drängen. Alles andere als ein Sieg zählt nicht", fordert auch Holger Stanislawski.
Ligaschlusslicht SC Freiburg bekommt es im eigenen Stadion mit dem SV Werder Bremen zu tun, für den Thomas Schaaf ein klares Ziel formuliert hat. "Wir wollen erfolgreicher sein. Dazu gehört es auch, mehrere Tore zu schießen. Wir müssen damit rechnen, nicht viel Platz zu haben." Freiburgs Neuer Christian Streich erwartet ebenfalls mehr von seiner Truppe: "Die Spieler sind kritikfähig. Allen ist klar, dass wir gegen Bremen wieder ein besseres Zweikampfverhalten zeigen müssen ."
Abstiegskampf pur ist auch auf dem Betzenberg zwischen dem 1. FC Kaiserslautern (16.) und dem 1. FC Köln (14.) angesagt. "Es wird ein schweres Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Beide Mannschaften brauchen die Punkte und werden dafür kämpfen. Am Betzenberg ist immer eine sehr aufgeheizte Stimmung mit tollen Fans", so zumindest ist die Erwartung von Kölns Martin Lanig. FCK-Verteidiger Florian Dick hat den Ernst der Lage auch erkannt: "Es ist ein Abstiegsduell, Köln hat drei Punkte mehr auf dem Konto als wir. Es wird ein leidenschaftliches Spiel und mit einem Sieg können wir an Köln vorbeiziehen. Das ist unser Ziel."