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Bayern nach Fehlstart selbstkritisch

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Ganz anders hatten sich die Bayern den Rückrundenstart vorgestellt, mit einem Sieg in Mönchengladbach wollten sie die Konkurrenz einschüchtern - doch nach der 1:3-Pleite sind Dortmund und Schalke nun punktgleich.

Dreimal musste Manuel Neuer am Freitag hinter sich greifen, zweimal hieß der Torschütze Patrick Herrmann
Dreimal musste Manuel Neuer am Freitag hinter sich greifen, zweimal hieß der Torschütze Patrick Herrmann ©Getty Images

Eigentlich wollte der FC Bayern München mit einem Sieg zum Rückrundenauftakt beim Tabellenvierten VfL Borussia Mönchengladbach gleich ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz setzen, doch der Schuss ging nach hinten los. Die Fohlen fügten dem Rekordmeister eine verdiente 1:3-Niederlage zu und sorgten so dafür, dass die Spitze ganz nahe zusammenrückte – die ersten vier Teams sind nur durch einen Punkt getrennt.

Dabei herrschte bei den Münchnern nach dem Trainingslager in Katar Euphorie pur, Trainer Jupp Heynckes hatte sogar erklärt: "Noch nie in meiner langen Karriere habe ich solch eine überragende Vorbereitung durchgeführt wie hier." Zudem erhoffte man sich von der Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, der nach seinem Schlüsselbeinbruch erstmals wieder ein Pflichtspiel bestritt, den entscheidenden Schub für einen Auftaktsieg.

Doch daraus wurde nichts, denn einerseits zeigte Mönchengladbach eine bärenstarke Leistung, und zum anderen standen sich die Bayern selbst im Weg, sie leisteten sich viel zu viele Fehler und wurden eiskalt bestraft. Sinnbildlich dafür steht das 0:1 durch Marco Reus, der nach einem kapitalen Fehlpass von Bayern-Torhüter Manuel Neuer den Ball nur noch ins leere Tor schießen musste.

"Es tut mir leid. Durch meinen Fehlpass habe ich die Niederlage eingeleitet. Das ist natürlich bitter", suchte der Nationalkeeper auch nicht nach Ausreden. Kapitän Philipp Lahm analysierte: "Wir haben zu viele Fehler gemacht und unnötige Gegentore bekommen. Dafür wird man dann bestraft. Die Enttäuschung ist groß. Wir haben uns viel vorgenommen und sind durch eigene Fehler hoch in Rückstand geraten."

Für Neuer war es ein Déjà-vu-Erlebnis, denn er hatte bereits im ersten Saisonspiel entscheidend gepatzt, als die Bayern zu Hause mit 0:1 gegen Gladbach verloren. Heynckes fand zwar auch kritische Worte für seinen Schlussmann, doch die Schuld an der Niederlage sah er beim ganzen Team. "Der Knackpunkt war das 2:0 kurz vor der Pause. Dann ist es schwierig zurückzukommen gegen eine Mannschaft, die so gut verteidigt. Ich mache meiner Mannschaft den Vorwurf, dass sie es nicht verstanden hat, weniger Ballverluste zu haben", meinte er.

Wie man es besser macht, zeigten der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Die beiden Erzrivalen aus dem Ruhrpott konnten ihre Auftaktspiele gewinnen – Schalke mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart, der BVB mit 5:1 beim Hamburger SV – und sind nun punktgleich mit den Bayern, die aufgrund der besseren Tordifferenz (noch) an der Spitze stehen. Nur einen Zähler dahinter lauern die Gladbacher, Ansprüche auf den Titel melden sie aber noch nicht an

"Unser Ziel ist weiter, von Spiel zu Spiel zu denken und um jeden Punkt zu kämpfen", meinte Trainer Lucien Favre zurückhaltend. Weniger zurückhaltend äußerte er sich über den gerade einmal 20 Jahre alten Doppeltorschützen Patrick Herrmann "Patrick ist extrem schnell und vor dem Tor sehr, sehr gut. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben", so Favre. Herrmann meinte jedoch ganz bescheiden: "Zwei Tore, damit hätte ich nie gerechnet. Das war ein schönes Erlebnis. Aber der Sieg steht heute im Vordergrund. Am Ende zählen die drei Punkte."

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