Die Visionen der UEFA für Frauenfußball und die IFA
Donnerstag, 10. November 2011
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UEFA-WFDP-Botschafterin Steffi Jones war bei einer Konferenz in Nordirland vertreten, die sich um den Frauenfußball und seine eindrucksvolle Entwicklung in Nordirland und anderswo drehte.
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Die Botschafterin des Frauenfußball-Entwicklungsprogramms (WFDP) Steffi Jones war prominenter Gast bei einer wichtigen Konferenz zum Frauenfußball in Nordirland.
Die vielfache ausgezeichnete deutsche Ex-Nationalspielerin, die ihre UEFA-Pflichten im letzten Monat aufnahm, nahm an einem Seminar teil, das vom Northern Ireland Community Relations Department in Verbindung mit der Frauenfußballabteilung des Irischen Fußballverbands (IFA) und der Northern Ireland Women's Football Association (NIWFA) ausgerichtet wurde.
An diesem Tag ging es um die eindrucksvolle Entwicklung des Frauenfußballs in den letzten Jahren und Nordirlands eigene Aktivitäten auf diesem Gebiet. Die UEFA hat dem eigenen WFDP-Projekt der IFA mit dem Namen "SCORE Pilot Project: Supporting Women and Girls Football" zugestimmt. Dies gehört zu einer gesamteuropäischen Bewegung, in der die Nationalverbände von der UEFA Unterstützung dabei erhalten, ihre Ambitionen im Frauenfußball umzusetzen.
Nordirland gilt als Land mit vielversprechendem Potenzial: Die IFA arbeitet derzeit an einer Langzeitstrategie, zu der unter anderem die Rekrutierung von Spielerinnen, Schiedsrichtern, Offiziellen und Trainern sowie die Verbesserung von Klub-Standards, der Trainerausbildung und der Nationalmannschaftsleistungen auf Jugend- und Seniorenlevel gehören.
Das vielschichtige SCORE-Projekt zielt vor allem darauf ab, die Kapazität in den Frauenfußball-Klubs zu erhöhen. Fünfzig Freiwillige aus den Vereinen werden angemessen zu ihren Erfahrungen eine Trainerausbildung beginnen und weitere Seminare werden sich mit der Ernährung von Breitenfußballspielern beschäftigen.
Fünfzig Vereine werden außerdem an einem Klubentwicklungsprogramm teilnehmen, das den Schutz der Kinder, Vereinsverwaltung und Erste Hilfe umfasst, wobei jeder Klub finanzielle Mittel erhält, um Trainingseinheiten in Schulen und Gemeindegruppen abzuhalten. Die 50 Vereine werden außerdem jedes Jahr zwei Ferienfußballschulen unterhalten und werden versuchen, mindestens eine Mädchenmannschaft für die Kleinfeldligen der IFA von März bis Juni nächsten Jahres anzumelden.
Die UEFA gibt dem Frauenfußball in ganz Europa neuen Schub, indem sie eine weit reichende Strategie für ihn entwickelt hat. Eine der Schlüsselvisionen lautet: "Für alle Mädchen, die Fußball spielen wollen, sollte es dazu in ihrer Nachbarschaft oder ihrem Ort ein sicheres Umfeld dazu geben, in dem sie unabhängig von Fähigkeit oder Talent ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden können." Nordirland ist einer von vielen Fußballverbänden, die mit der Hilfe der UEFA engagiert im Breitenfußball arbeiten, um so den Mädchen die Chance zum Spielen zu geben.
Die nordirische Nationalspielerin Danielle McDowell ist solch eine Fußballerin, die ihre Chancen am Schopf ergriffen hat. Sie sagte den Seminarteilnehmern, dass sie, sobald sie laufen konnte, Fußball spielen wollte und einen Ball in einer Plastiktasche überall hin mitnahm. Für sie gab es keine religiösen Barrieren - sie wollte einfach nur Fußball spielen.
Die Besucher nahmen an mehreren interaktiven Workshops zu den Themen Frauen in Führungspositionen, Hindernisse bei der Teilnahme/Wege zur Teilnahme sowie PR und Marketing im Frauenfußball teil. Die Workshops wurden vom Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Belfast, Kamala Lakhdhir, Kelly Simmons vom Englischen Fußballverband, der IFA-Managerin für nationalen Frauenfußball Sara Booth und Rhoda Cassidy von Women's World United ermöglicht.
"Die interaktive Natur der Workshops ließ nicht nur effektive Diskussionen und Informationsverteilung zu, sondern erlaubte den Teilnehmern auch, auf einer persönlichen Basis miteinander umzugehen und so neue Verbindungen zu schaffen, mit denen zukünftige Ideen unterstützt werden können. Es gab den ganzen Tag über eine wirklich positive Atmosphäre und Zielstrebigkeit", sagte Lisa Rickett, die bei der IFA für die Beziehungen zu den Gemeinden zuständig ist.
Steffi Jones und die NIWFA-Vorsitzende Elaine Junk sprachen leidenschaftlich und realistisch über den Zustand des Frauenfußballs und stellten fest, wie wenige Frauen es in den strategischen Positionen auf den höheren Ebenen des Sports gibt. Jones - die nach ihrer brillanten aktiven Karriere nun eine nimmermüde Botschafterin des Frauenfußballs ist - betonte die Wichtigkeit, sich zugunsten des Fußballs nicht nur auf das Spielen zu beschränken, so dass das eigene wertvolle Wissen nicht mit dem Ende der aktiven Karriere verloren geht.