Boateng entdeckt seine Torjägerqualitäten
Sonntag, 23. Oktober 2011
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Als US Lecce in der Halbzeit gegen den AC Milan mit 3:0 führte, diskutierte ganz Fußball-Italien schon über die Sensation des Wochenendes, doch dann kam Kevin-Prince Boateng!
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Als US Lecce in der Halbzeit gegen den AC Milan mit 3:0 führte, diskutierte ganz Fußball-Italien schon über die Sensation des Wochenendes.
Doch dann kam Kevin-Prince Boateng. Gerade eingewechselt, erzielte der gebürtige Berliner innerhalb von 14 Minuten einen lupenreinen Hattrick, Mario Yepes komplettierte schließlich mit dem 4:3 für die Mailänder das grandiose Comeback des Meisters. Vier Tage zuvor hatte Boateng noch in der UEFA Champions League beim Heimsieg gegen den FC BATE Borisov aus 25 Metern ein Traumtor erzielt. Jetzt schlug der ghanaische Nationalspieler gegen Lecce gleich dreimal zu.
Nach dem Schlusspfiff war Boateng verständlicherweise ziemlich aus dem Häuschen. "Das war ein unglaublich wichtiger Sieg", strahlte er. "Unsere Aufholjagd war unglaublich. Für mich selbst war das natürlich unheimlich befriedigend und ich nehme den Spielball als Trophäe mit nach Hause. Ich habe wegen meiner Knieverletzung auf der Bank angefangen, aber dann hat der Trainer mir eine Chance gegeben."
Vor dem Spiel in Lecce hatte Boateng noch nie mehr als einen Treffer in einem Pflichtspiel erzielt, doch am Sonntag explodierte der 24-jährige Ex-Herthaner vor den Augen seines Trainers Massimiliano Allegri. "Ich möchte diesen Hattrick meinem Sohn widmen. Das war keine Antwort auf die Kritik der letzten Wochen; dafür gibt es keine Notwendigkeit. Ich wollte einfach zeigen, was ich so drauf habe."
Große Erleichterung herrschte nach dem Spiel auch beim AC Milan, der ja 2005 im Finale der UEFA Champions League gegen Liverpool FC selbst eine 3:0-Halbzeitführung verspielt hatte. Allegri weiß aus eigener Erfahrung, dass die Messe gegen Milan erst mit dem Schlusspfiff gelesen ist. Im September 1992 erzielte der damalige Mittelfeldspieler von Pescara Calcio gegen Milan in der ersten Minute das 1:0, später führte Pescara sogar mit 4:1, doch am Ende siegten die Mailänder dank dreier Tore von Marco van Basten mit 5:4. Fast 20 Jahre später dürfte Allegri die Erinnerung an diesen unseligen Abend endgültig aus seinem Gedächtnis verbannt haben.