Erster Workshop für Fanbeauftragte in Berlin
Mittwoch, 19. Oktober 2011
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Ein wichtiger Workshop in Berlin zum Thema Fanbeauftragte hat die Beziehung zwischen den Fans und der UEFA einen weiteren Schritt nach vorne gebracht.
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Der Kontakt zu den Fans stand am 13. und 14. Oktober in Berlin auf der Agenda, als ein Premieren-Workshop für Projektkoordinatoren für Fanbeauftragte aus ganz Europa abgehalten wurde. Diese konnten sich mit den Prinzipien des Projekts ebenso vertraut machen wie mit der Rolle der Fanbeauftragten auf nationaler und auf Vereinsebene.
Laut Artikel 35 der neuen UEFA-Klublizenzierungsregularien und den Regularien zum finanziellen Fairplay müssen Vereine mit Beginn der Saison 2012/13 einen Fanbeauftragten installiert haben, um einen geordneten und konstruktiven Dialog zwischen Klubs und Fans zu gewährleisten.
Der Workshop, der so erstmals im UEFA-Kalender zu finden war, brachte 47 Projektkoordinatoren der Nationalverbände und Experten aus diesem Feld zusammen, darunter momentan aktive Fanbeauftragte und Sicherheitsexperten, die Informationen zur Fanbetreuung austauschten, diskutieren und überlegten, wie Artikel 35 in der nahen und langfristigen Zukunft am besten umgesetzt werden kann.
František Laurinec, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, Vorsitzender der Kommission für Stadien und Sicherheit und Vizepräsident der Klublizenzierungskommission, sagte zu den Teilnehmern: "Ich möchte die Position des Exekutivkomitees unterstreichen, dass wir alle Aktivitäten des Fanbeauftragten-Projekts voll unterstützen. Die UEFA ist eine Organisation mit sehr professionellen Operationen, aber wir müssen unser Verhältnis zu den Fans immer noch verbessern. Wir können es nicht gestatten, dass eine kleine Minderheit den Fußball ruiniert, daher wird der Schlüssel darin liegen, mit den positiven Fans zu kooperieren. Dieser Workshop ist dazu nur ein Schritt, aber ich bin sicher, dass er in die richtige Richtung geht."
Die Teilnehmer des Workshops lauschten verschiedenen Präsentationen zu Fanbeauftragten und deren Verbindung zu Sicherheitsthemen. Praktische Hilfe in Gestalt des neuen Handbuchs der UEFA für Fanbeauftragte (Ausgabe 2011) gab es auch. Dieses wurde von der Einheit für Klublizenzierung und finanziellem Fairplay der UEFA in enger Kooperation mit Supporters Direct und einer Arbeitsgruppe von Experten aus Vereinen, Ligen und Verbänden erstellt.
Zum Handbuch gehört auch ein Dokument-Werkzeugsatz für Nationalverbände mit Kopiervorlagen und Informationsblättern, mit denen die Projektkoordinatoren für Fanbeauftragte einen tieferen Einblick in die wichtigsten Prinzipien der Beziehung zu den Fans erhalten können. Außerdem können die Verbände über interne Kommunikationsplattformen wie das KISS-Programm der UEFA Videotrainingsprogramme abrufen. Für UEFA.com wird außerdem eine Bücherei mit Onlineressourcen für Fanbeauftragte vorbereitet.
William Gaillard, Chefberater von UEFA-Präsident Michel Platini, sagte: "Das Verhältnis zu den Fans beruht auf dem Management von Beziehungen. Der Fanbeauftragte wird auch eine Schlüsselrolle in den Sicherheitskonzepten der Nationalverbände spielen. Aber beim Verhältnis zu den Fans geht es nicht nur um Sicherheit, es geht auch darum, den Fans die Möglichkeit zu geben, noch mehr Spaß zu haben. Die Vereine müssen die Fans in einem anderen Licht sehen - als Menschen, die etwas beitragen können. Ohne die Fans gibt es keinen modernen Fußball, nur Unterhaltung."
Die Projektkoordinatoren für Fanbeauftragte der Nationalverbände hatten außerdem die Möglichkeit - insbesondere durch drei Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern "Gastfreundlichkeit", "Partnerschaften ins Leben rufen" und "Fanstrukturen erschaffen" - ihre Erfahrungen, Expertisen und Beispiele für bewährte Maßnahmen auszutauschen. Antonia Hagemann, europäische Vorsitzende von Supporters Direct, sagte: "Anders als ein Spieler, Trainer oder Offizieller kann ein Fan zu Niemandem gehen. Es ist für alle Beteiligten das Beste, wenn die Beziehung zwischen Fans und ihrem Verein so gut wie möglich ist. Die Bemühungen aller Beteiligten werden nicht als selbstverständlich hingenommen und jeder macht dem anderen das Leben so einfach wie möglich. Wir sind durch den Beginn des Projekts für Fanbeauftragte wirklich sehr ermutigt."
Am zweiten Tag gab es eine Fragen-Antwort-Sitzung mit den Fanbeauftragten-Koordinatoren des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), des Portugiesischen Fußballverbands (FPF) und dem Fußballverband Irlands (FAI), die gemeinsam mit dem UEFA-Sicherheitsbeauftragten Willie McDougall einen lebhaften Austausch von Ansichten führten. Der Workshop war der erste Schritt der UEFA, um den Dialog zwischen den Nationalverbänden, Klubs und Fans zu verbessern und für eine gesunde Fankultur im Fußball zu sorgen.
Sefton Perry, der UEFA-Verantwortliche für dieses Projekt, schloss den Workshop, indem er betonte, dass es wichtig sei, dass das Projekt aus sich selbst heraus wachse - die nationalen Projektkoordinatoren müssen die spezifischen Themen und Umfelder ihrer Vereine berücksichtigen und in den Dialog mit ihren Vereinen und Fans treten, um so zu entscheiden, wie bewährte Praktiken aus ganz Europa genutzt werden können. Kurz gesagt: Mit der Unterstützung der UEFA den eigenen Weg zu besseren Beziehungen zwischen Fans und Klubs finden.