Bellinzona verliert Relegation
Mittwoch, 1. Juni 2011
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Dank eines 1:3 im Relegations-Rückspiel gegen Rückkehrer Servette FC steigt AC Bellinzona aus der Super League ab. Die Genfer setzten sich letztendlich hochverdient durch.
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Einem Volleyschuss ihres Innenverteidigers Pavel Pergl hatte die AC Bellinzona es zu verdanken, dass sie mit einem 1:0-Vorsprung zum Rückspiel im Stade de Genève antreten und sich so gute Chancen auf den Klassenverbleib machen durfte. Martin Andermatt, der Bellinzona-Trainer, gab kurz nach Schlusspfiff aber zu, dass sein Team das Glück fürs Rückspiel mit diesem Sonntagsschuss Pergls aufgebraucht habe, und dass Servette zu Hause sehr stark sei und sein Team noch nichts gewonnen habe.
Nach weiteren 90 Minuten ist zu sagen: Andermatt hatte recht. Denn Servette zeigte sich als spielstarke, offensive Mannschaft, die sich während der ganzen Dauer dieses Rückspiels auf gutem Super-League-Niveau bewegte. Bellinzona, immerhin mit drei Jahren in der höchsten Spielklasse im Rücken, hatte der Genfer Darbietung nichts entgegenzusetzen. Zudem offenbarten die Tessiner spielentscheidende Schwächen bei Standardsituationen.
Nach elf Minuten bereits hatte Servette Bellinzonas Vorsprung aus dem Hinspiel ausgeglichen: Marcos De Azevedo trat einen scharfen Freistoß vors Tor und Alessandro Mangiarratti lenkte den Ball ins eigene Netz ab. Dieses Tor war sinnbildlich für den Auftritt der ACB, die sich eine Vielzahl grober Fehler leistete und in der ersten Halbzeit nicht einmal gefährlich vors Genfer Gehäuse kam. Anders war es bei den Genfern, die vor allem im Mittelfeld dynamischer und technisch besser waren. Die Folge: Servette erhöhte auf 2:0. Nach einer Ecke von Vincent Rüfli in der 45. Minute köpfte Innenverteidiger Patrick Baumann am ersten Pfosten ein.
Im zweiten Abschnitt wurden zunächst jene Fans enttäuscht, die eine Reaktion von Bellinzona erwartet hatten. Weiterhin beherrschte Servette das Spiel. Und nach 56 Minuten folgte, was folgen musste: Nochmals Baumann, diesmal nach einer Ecke von De Azevedo, traf mit dem Kopf von der Fünfmetergrenze; der Ball schlug direkt unter der Latte ein. Das Tor hatte einzig den unangenehmen Nebeneffekt, dass sich Baumann beim Torjubel eine Oberschenkelzerrung zuzog und ausgewechselt werden musste.
Erst in der Schlussphase gerieten die Genfer nochmals unter Druck. Mauro Lustrinelli hatte in der 69. Minute nach einem Querpass Alessandro Ciarrocchis das 1:3 erzielt, sodass die ACB sich langsam aufrappelte. Erst aber in den letzten Spielminuten kamen die Gäste einem weiteren Torerfolg nahe. Lustrinelli vergab jedoch die beste Chance seines Teams, als er in der 84. Minute an Torwart David Gonzalez scheiterte.
In der Nachspielzeit sah zunächst Mark Edusei wegen einer Notbremse Rot, dann flog Gürkan Sermeter vom Platz, weil er zu stark gegen Eduseis Platzverweis protestierte. . Negativer Höhepunkt im Spiel der ACB war damit ein doppelter Platzverweis. Es waren diese Aktionen nicht nur negativer Höhepunkt eines missratenen Spiels der ACB, es war auch der Schlusspunkt dreier Jahre in der Super League für den Verein aus dem Tessin. Servette hingegen belohnte seine 23 338 Fans im Stadion nach dem Zwangsabstieg im Winter 2004/05 mit der Rückkehr in die höchste Klasse.