Sion wahrt seinen Mythos
Sonntag, 29. Mai 2011
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Der FC Sion hat auch im zwölften Anlauf seine blütenweiße Weste im Schweizer Pokal-Endspiel behalten und konnte sich verdient mit 2:0 gegen Neuchâtel Xamax FC durchsetzen.
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Der FC Sion hat durch ein 2:0 gegen Xamax Neuchâtel FC zum zwölften Mal den Schweizer Pokal gewonnen und bleibt damit in Endspielen um den Schweizer Cup ungeschlagen.
Im Lager des FC Sion hatte sich vor dem Spiel leichte Verunsicherung breit gemacht. "Jeder Spieler hat Angst davor, zu jener Mannschaft des FC Sion zu gehören, die erstmals ein Pokalfinale verliert", sagte Sions Spielmacher Goran Obradovic am Vortag des Endspiels. Dabei brachte er die bisherigen elf Pokalfinals seines Klubs zur Sprache, die allesamt gewonnen worden und damit den Mythos des Vereins als Pokal-Mannschaft begründen. Obradovic wollte "gar nicht daran denken, was passiert, wenn diese Serie gegen Xamax bricht."
Doch seine Angst vor dem Versagen überdauerte nur wenige Minuten. Bereits in der zweiten Minute schlug Michael Dingsdag einen Freistoß vor das gegnerische Tor, die Xamax-Abwehr spielte erfolglos auf Abseits, Giovanni Sio kam vor Torwart Jean-François Bedenik an den Ball und köpfte ein – 1:0. Wenig später versetzte Vilmos Vanczak den Neuenburgern mit einem zweiten Kopfball den frühen Gnadenstoß (6.) und Bernand Challendes war bedient: "Da haben wir einfach geschlafen", so die Analyse des Xamax-Trainers nach dem Schlusspfiff.
Dass die Träume der 25 000 Sion-Fans unter den 37 500 im Basler St. Jakob-Park bereits nach wenigen Minuten in Erfüllung zu gehen schienen, lag nicht nur an der konzentrierten Leistung Sions. Es hatte auch mit einem Xamax zu tun, dessen Darbietung eines Pokalfinals unwürdig war. Die erste Chance erspielten sich die Neuenburger in der 84. Minute, als Geoffrey Tréand mit einem Innenristschuss nur den linken Pfosten traf.
Sonst war nichts davon spürbar, dass Xamax am letzten Spieltag der Meisterschaft noch knapp dem Abstieg entronnen war und im Halbfinale den FC Zürich in dessen Stadion geschlagen hatte. Mit ihren ängstlichen und fehlerhaften Darbietung waren sie ein dankbarer Widersacher für Sion.
Sion hätte bedeutend höher gewinnen können und vielleicht sogar müssen. Vor allem Aleksandar Prijovic boten sich genügend Chancen dazu. Doch auch so geriet der Sieg seines Teams nie in Gefahr. "Auch wenn das dritte Tor gefehlt hat, bin ich sehr zufrieden mit dem Team. Der Druck war groß, alle hatten einen Sieg von uns erwartet. Das ist immer schwer, aber wir haben der Situation standgehalten", sagte Sion-Trainer Laurent Roussey. Derweil konnte Goran Obradovic nach der Pokal-Übergabe durchatmen: "Wahrscheinlich will Gott, dass Sion immer gewinnt."