Basel ungefährdet zum 14. Titel
Mittwoch, 25. Mai 2011
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Dank eines ungefährdeten 3:0 gegen Luzern holte Basel seinen 14. Meistertitel. Der FC Zürich schlug Thun mit 1:0 und beendete die Saison einen Zähler hinter Basel. St. Gallen steigt ab.
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Dank eines ungefährdeten 3:0 gegen den FC Luzern holte der FC Basel 1893 seinen 14. Meistertitel. Der FC Zürich schlug den FC Thun 1:0 und beendete die Saison einen Zähler hinter Basel. Der FC St. Gallen steigt ab.
Es lief die 45. Minute im St. Jakob-Park: Xherdan Shaqiri kam auf der rechten Seite an den Ball, den Rücken zum gegnerischen Tor gerichtet. Er drehte sich um die eigene Achse, Gegenspieler Marijan Urtic war meterweit entfernt, sprintete mit dem Ball aufs Tor des FC Luzern zu, legte sich die Kugel auf den linken Fuß, zog ab - und der Ball schlug in der unteren rechten Ecke ein. Mit dem Pausenpfiff stand es 2:0 für den FC Basel; die 38 500 waren aus dem Häuschen ebenso die Basler Ersatzbank. Thorsten Fink, der Basler Trainer, wurde von seinen Assistenten sogar in die Höhe gestemmt. Es ist die vorgezogene Meisterfeier, denn die Basler wissen: Die Meisterschaft ist uns nicht mehr zu nehmen.
Begonnen hatten die Basler Glücksmomente bereits in der 8. Minute, als Alex Frei seinen 27. Saisontreffer erzielte: Behrang Safari und Jacques Zoua Doagari spielten sich auf der linken Seite durch, so dass Frei nach einem Querpass Zouas nur noch aus wenigen Metern einzuschieben brauchte. Gegen den FC Luzern, der schon am Sonntag gegen den FC Zürich 0:5 verloren hatte, genügten Freis und Shaqiris Tore, um den Weg zur zweiten Meisterschaft in Folge und zur 14. insgesamt zu ebnen. Nach der Pause, in der 55. Minute, erzielte Zoua nach einer Ecke Freis per Kopf das 3:0.
Dass der FCB ohne Probleme den benötigten Sieg einfuhr und den einen Punkt Vorsprung ins Ziel brachte, lag zum einen an seiner konzentrierten Darbietung, die ihn den FCL stets kontrollieren ließ. Zum anderen aber trat der FCL derart schwach auf, dass sich die Schweizer Fußballfans immer mehr darüber wundern, wie es möglich war, dass der FCL als Nummer eins in die Winterpause gehen konnte. Denn er brachte an diesem Abend nicht eine nennenswerte Offensivaktion zustande, leistete sich aber mehrere Abwehrpatzer, die der FCB noch zu weiteren Toren hätten nutzen müssen. Doch auch so war der Sieg des neuen und alten Meisters nie gefährdet.
Mehr Mühe hatte der FC Zürich, der gegen den FC Thun zwar verdient gewann, aber auf deutlich stärkere Gegenwehr traf als die Basler. Nach Alexandre Alphonses 1:0 in der 4. Minute, das den FCZ kurz - bis zu Freis 1:0 - hoffen ließ, steigerten sich die Thuner klar. Es entwickelte sich ein über weite Strecken ausgeglichenes Duell, in dem sich der FCZ ein Chancenplus erspielte, sich seiner Sache gegen kämpferische Thuner aber nie ganz sicher sein konnte. Alphonse verpasste zum Beispiel kurz vor der Pause das 2:0, als er mit einer Direktabnahme an David Da Costa scheiterte. Der FCZ bemühte sich, den 15 200 Fans einen angenehmen Saisonabschluss zu bereiten, doch auch im Letzigrund wussten sie spätestens zur Pause, dass die Meisterschaft nicht mehr zu gewinnen sein würde. Die Thuner immerhin durften sich am Ende über Rang fünf freuen, den sie ohne besondere Leistung verteidigten.
Eine besondere Leistung bot hingegen die AC Bellinzona, die als Tabellenletzter in die letzte Runde startete, sich aber noch in die Relegation rettete. Mit einem aufopferungsvollen und spielerisch ansprechenden Auftritt schlugen sie den Grasshopper-Club 2:0. Frank Feltscher, ehemaliger GC-Spieler, köpfte die ACB nach einer Flanke Gürkan Sermeters zunächst in Führung, dann schloss er einen Gegenangriff in der 63. Minute mit dem 2:0 ab, das die ACB ohne Probleme über die Zeit brachte. Dieses Resultat löste aber nur deshalb Jubel im Stadio Communale aus, weil im Berner Stade de Suisse das Geschehen für die Tessiner lief.
Denn der BSC Young Boys bezwang nach einer offensiv starken Vorstellung den FC St. Gallen, den bisherigen Neunten, 4:2 und stieß den FCSG damit in die Challenge League. Henri Bienvenu Ntsama (46.), Moreno Costanzo (67.), David Degen (70.) und zum Schluss nochmals Bienvenu Ntsama (89.) sorgten für die Berner Treffer. Da nützte auch nichts, dass zwischendurch Michael Lang (63.) ausglich und Kristian Nushi (81.) noch den Anschluss schaffte. Denn während die Berner die Saison immerhin auf Rang drei abschlossen, muss der FCSG den zweiten Abstieg innerhalb der letzten drei Jahre hinnehmen. Den direkten Klassenerhalt schaffte dafür Xamax Neuchâtel FC: Ein 0:0 beim FC Sion, dem Gegner im Pokalfinale am kommenden Sonntag, reichte den Neuenburgern, um bei gleicher Punktzahl (32), aber besserem Torverhältnis gegenüber Bellinzona als Achter die Klasse zu halten.