Entscheidung in Schweiz vertagt
Sonntag, 22. Mai 2011
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Der FC Zürich hat den Rückstand vor dem letzten Spieltag auf Tabellenführer FC Basel auf einen Punkt verkürzt. Während der FCZ gewann, gab Basel Punke ab, sodass die Entscheidung am Mittwoch fällt.
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Weil der FC Zürich beim FC Luzern 5:0 gewann und der FC Basel 1893 beim FC St. Gallen nur 0:0 spielte, fällt die Entscheidung in der Super League erst am letzten Spieltag - am Mittwoch.
Drei Punkte und fünf Tore trennten den FCB vor der Partie beim abstiegsgefährdeten FC St. Gallen vom Verfolger aus Zürich; selbst der Zürcher Sportchef Fredy Bickel gratulierte dem FC Basel am vergangenen Sonntag bereits zum Titel. Doch jetzt, nach dem 35. Spieltag, sieht die Lage wieder anders aus: Nur noch ein Punkt liegt bei gleichem Torverhältnis zwischen dem FCB und dem FCZ. Die Basler müssen sich also bis zum letzten Spieltag gedulden, ehe sie die Titelverteidigung feiern dürfen. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein Heimsieg gegen den FC Luzern. Gelingt der nicht und schlägt der FC Zürich zu Hause den FC Thun, kommt der neue Meister aus Zürich.
Dass der FCB beim FC St. Gallen nicht über ein torloses Remis hinauskam, lag einerseits an dessen kämpferisch guter Leistung. Andererseits an einem Manko, von dem der FCB in der Regel gefeit ist: der Ineffektivität. Den Baslern boten sich gegen die überaus defensiven St. Galler zwar nicht viele klare Chancen, aber zumindest zu einem Tor hätte es dem amtierenden Meister reichen müssen. Eine frühe gute Möglichkeit hatte Alex Frei, der von Marco Streller mit einem Seitenwechsel bedient wurde, aber mit einer Direktabnahme nur den Pfosten traf. Ähnlich erging es Granit Xhaka, der in der 73. Minute, ebenfalls von Streller frei gespielt, aus spitzem Winkel an den linken Pfosten schoss. Pech hatte der FCB nach einer guten Viertelstunde, als einem Treffer Strellers wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert wurde.
Insgesamt aber gelang es dem FC St. Gallen, die Basler in Schach zu halten. Diszipliniert, in einem 4-2-3-1 angeordnet, machten sie den Gästen das Leben schwer. Eigene Chancen erspielte sich der FCSG zwar keine, aber sein Auftritt genügte, um die Meisterschaft wieder spannend zu machen und die AC Bellinzona auf dem letzten Tabellenplatz auf zwei Punkte zu distanzieren und zu Xamax Neuchâtel FC (Rang acht) aufzurücken. Der FCB kann sich damit trösten, dass ihm am Mittwoch ein Heimsieg gegen den FC Luzern genügt, um zu Meisterehren zu kommen.
Ebendieser FC Luzern bestritt sein letztes Heimspiel im Ausweichstadion Gersag in Emmenbrücke – und kassierte eine heftige Heimpleite. Das 0:5 gegen den FCZ mag um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen sein, an der Berechtigung der Luzerner Niederlage änderte dies aber nichts. Adrian Nikci hatte den FCZ in der 31. Minute in Führung gebracht, als er einen Schuss Alexandre Alphonses abfälschte. Danach hatte der FCZ das Spiel klar unter Kontrolle. Einzig nach rund einer Stunde hätte das Spiel eine andere Wendung nehmen können: Zunächst scheiterte Daniel Gygax frei vor dem Tor an Johnny Leoni, kurz danach traf Nico Siegrist nur den Pfosten.
In der Schlussphase dann wurde die Differenz zwischen dem FCL und dem FCZ immer deutlicher. In der 78. Minute verwertete Xavier Margairaz einen Elfmeter, nachdem Michel Renggli Alphonse gefoult hatte. Dann trat Admir Mehmedi auf den Plan: Erst hob er einen Ball mit dem Innenrist in die rechte hohe Ecke (80.), dann schob er einen Querpass von Ricardo Rodriguez aus zwei Metern über die Linie (84.). Den Schlusspunkt setzte Dusan Djuric mit seinem 5:0 in der 89. Minute. Dem FCZ glückte also die Rehabilitation für das 1:3 gegen den Grasshopper-Club von vergangenem Sonntag.
Einen Erfolg feierte auch der BSC Young Boys, der in Neuenburg trotz Pausenrückstand 2:1 gewann. Raphaël Nuzzolo hatte Xamax mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze in Führung gebracht, aber Christian Schneuwly (71.) und Henri Bienvenu Ntsama (84.) sorgten für den Sieg der Berner und deren Sprung auf Rang drei. Denn der bisherige Dritte, der FC Sion, unterlag dem Grasshopper-Club 0:2. Izet Hajrovic (11.) und Innocent Emeghara (37.) waren die Torschützen für die Grasshoppers, die aus den letzten sechs Partien 16 Punkte holten.
Im fünften Spiel erlebte die AC Bellinzona eine weitere Enttäuschung: Die ACB verlor beim FC Thun 1:3 – zum fünften Mal in Folge. Carlo Tebi, der im März Roberto Morinini abgelöst hat, blieb auch im zwölften Spiel ohne Sieg. Sekou Sanogo Junior (21.), Markus Neumayr (38.) und Ifet Taljevic (65.) trafen für den FC Thun, der Luzern von Rang fünf verdrängte. Den Treffer für Bellinzona erzielte Thuns Roland Bättig mit einem Eigentor nach 63 Minuten.