Der unaufhaltsame Aufstieg von Olympique Lyon: Teil 2
Samstag, 14. Mai 2011
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Bei Olympique Lyonnais stellen nicht nur die Herren ein starkes Team, nein, die Damen haben das einstige Vorbild längst überflügelt. UEFA.com schaut hinter die Kulissen von OL.
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Seit Olympique Lyonnais 2002 erstmals Meister der Ligue 1 wurde, ging es mit dem Verein stetig bergauf, vor allem auf europäischer Ebene wurde OM eine große Nummer. Achtmal in Folge wurde die K.-o.-Runde der UEFA Champions League erreicht, eine beachtliche Leistung. Doch seit 2008 warten die Fans auf einen Titel. Ganz anders bei den OL-Frauen.
Zwischen 2002 und 2008 war Lyon in der Heimat das dominierende Team, sehr zur Freude von Präsident Jean-Michel Aulas. Aber der Eigentümer des Vereins wollte auch in Europa Erfolge sehen, und so zog sein Klub dreimal hintereinander ins Viertelfinale der Königsklasse ein. In der vergangenen Saison gab es den bisherigen Höhepunkt, als Real Madrid CF und der FC Girondins de Bordeaux ausgeschaltet und das Halbfinale erreicht wurde.
Der historische Lauf endete erst gegen den FC Bayern München. Dennoch denkt Michel Bastos gern daran zurück. " Ich habe tolle Erinnerungen an die letzte Saison", sagte der brasilianische Flügelspieler gegenüber UEFA.com. "In so einem hochkarätigen Wettbewerb das Halbfinale zu erreichen, ist einfach wunderbar. Es war das erste Mal in der Klubgeschichte, dass dies gelang, jetzt haben wir Geschmack daran gefunden. Warum, so frage ich mich, sollten wir nicht noch einen Schritt weiter gehen und das Finale erreichen."
Bastos und Co. müssen mindestens noch ein Jahr warten, um sich diesen Traum zu erfüllen. In dieser Saison kam das Aus bereits im Achtelfinale. In beiden Spielen traf Karim Benzema für Real gegen seinen ehemaligen Verein. Die Mannschaft von Claude Puel kann auch nicht mehr französischer Meister werden, sodass sie nun schon seit drei Jahren ohne Titel dastehen.
Im vergangenen Sommer schlugen die Hoffnungen hoch, als OL für 22 Millionen Euro Yoann Gourcuff aus Bordeaux holte. Aber der Spielmacher der französischen Nationalmannschaft tut sich nicht leicht in seiner neuen Heimat. "Das ist hier anders", sagte Gourcuff zu UEFA.com. "Es herrscht hier eine gewisse Erwartungshaltung, was die Ergebnisse und Erfolge angeht. In Bordeaux herrschte eine viel familiärere Atmosphäre. In Lyon ist das anders. Hier hat man die Verpflichtung, Erfolg zu haben. Das ist sicher der Hauptunterschied. Aber wir haben hier großartige Individualisten, und ich hoffe sehr, dass wir unsere Ziele erreichen werden."
Während also das Herrenteam versucht, auf europäischem Niveau die nächste Stufe zu erreichen, sind die Damen des Klubs schon weiter. Im vergangenen Jahr unterlagen sie im Finale der UEFA Women's Champions League dem 1. FFC Turbine Potsdam erst im Elfmeterschießen. Am 26. Mai haben die Fenottes die Chance, es gegen den gleichen Gegner besser zu machen.
Der in Lyon ansässige Journalist Christian Lanier hat die Entwicklung des Frauenteams verfolgt, und er ist nicht überrascht darüber, dass es mit den besten Mannschaften mithalten kann. " Der Präsident wollte aus ihnen eines der erfolgreichsten Teams Europas machen", erklärte Lanier. "Das Team ist fast die komplette Nationalmannschaft. In der Liga haben sie praktisch keine Konkurrenz. Sie trainieren da, wo auch die Herren trainieren und spielen auch oft im Stade Gerland. Sie haben alles, was sie brauchen."
Der Mann hinter dem momentanen Erfolg ist Patrice Lair, der im vergangenen Jahr Farid Benstiti ersetzte. Er hat den Klub bereits zur fünften Meisterschaft in Folge geführt, und nun hofft er auf einen Sieg im Craven Cottage. "Ich habe versucht, in taktischer Hinsicht ein wenig mehr zu machen. Außerdem möchte ich den großen Unterschied zwischen dem französischen und dem deutschen Frauenfußball verringern, zumindest in körperlicher Hinsicht", sagte Lair.
Die Damen könnten also dafür sorgen, dass der Verein erstmals die wichtigste Trophäe Europas gewinnt. Und die Herren? Bastos, der 2008 vom LOSC Lille Métropole kam, ist entschlossen, mit seinem Team wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. " Ich bin sehr glücklich, dass mich viele für einen der besten Spieler in der französischen Liga halten. Ich stand bei der Weltmeisterschaft in der Startformation meines Landes, außerdem habe ich das Glück, für einen wirklich großen Klub zu spielen", sagte der 27-Jährige. "Aber wir sind noch lange nicht satt, uns fehlen noch einige Erfolge. In Frankreich wollen wir noch einiges gewinnen."
Klicken Sie hier, um Teil 1 zu sehen, in der UEFA.com sich damit befasst, wie eine Mannschaft, die 2001/02 erstmals französischer Meister wurde, dies sieben Mal in Folge schaffte und gleichzeitig zu einer festen Größe in Europa wurde.