Dortmund im siebten Himmel
Samstag, 30. April 2011
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Borussia Dortmund hat es geschafft. Zwei Spieltage vor Schluss wurde der Titel durch ein 2:0 gegen Nürnberg unter Dach und Fach gebracht. Und Jürgen Klopp konnte sein Glück zunächst gar nicht in Worte fassen.
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Eigentlich stand für die meisten Fußballfans schon seit Monaten fest, dass Borussia Dortmund neuer Deutscher Meister werden würde, am 32. Spieltag haben sie es durch ein 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg geschafft. Weil gleichzeitig Verfolger Bayer 04 Leverkusen beim 1. FC Köln verlor, ist der Borussia der siebte Titel bei acht Punkten Vorsprung nicht mehr zu nehmen.
Es war 16.03 Uhr, als Club-Keeper Raphael Schäfer einen strammen Ball von Mario Götze nicht festhalten konnte und Lucas Barrios abstaubte - in diesem Augenblick war Dortmund bereits virtueller Meister. Drei Minuten vor der Pause verdoppelte Robert Lewandowski nach langem Ball von Mats Hummels, das Spiel war gelaufen. Als der Schlusspfiff ertönte, kannte die Begeisterung der Borussia-Fans unter den 80 000 Zuschauern keine Grenzen. Die siebte Meisterschaft für Dortmund, die erste seit 2002, war eingefahren. Eine Stadt im Freudentaumel.
Eine Stadt? Nun, Trainer Jürgen Klopp, der seine erste Meisterschaft gewann, machte eher einen Eindruck, als wüsste er nicht, was er von diesem großen Triumph halten sollte: "Ich dachte, es fühlt sich anders an, es wäre euphorischer. Aber das kommt bestimmt noch. Die Mannschaft hat Außergewöhnliches geleistet, wir haben alle nicht damit gerechnet. Das ist nicht in Worte zu fassen. Wir treffen jede Woche auf eine starke Bundesligamannschaft, und wir müssen über uns hinauswachsen, und 32-Mal über sich hinauszuwachsen, das ist Wahnsinn."
Hinausgewachsen sind vor allem auch seine jungen Hüpfer, die der Coach so unglaublich geschickt in die Mannschaft eingebaut hat. Mario Götze oder Mats Hummels oder Kevin Großkreutz. Der 22-Jährige wurde nach der Triumph von seines Mannschaftskollegen rasiert und seines Haupthaares beraubt. Dem war es egal, er schwebte ohnehin vor Glückseligkeit in anderen Sphären: " Ich kann das nicht beschreiben. Vor zwei Jahren stand ich selber da drüben auf der Tribüne, und jetzt bin ich Deutscher Meister, jetzt sind wir Deutscher Meister. Das haben sich die Fans und der ganze Verein verdient, weil wir ne richtig geile Saison gespielt haben."
Natürlich gratulierten auch die unterlegenen Leverkusener durch Sportdirektor Rudi Völler und Trainer Jupp Heynckes. Der geht ja nun zu dem Verein, den die Borussia abgelöst hat. Klar, dass auch vom FC Bayern München anerkennende Worte kamen. Kurz vor der Partie gegen den FC Schalke 04 äußerte sich Vorstand Karl-Heinz Rummenigge: "Das war eine fantastische Saison, Dortmund ist verdient Deutscher Meister geworden. Wir wünschen ihnen einen großartigen Abend. Sie sind ein würdiger Nachfolger von Bayern München."
Und auch UEFA.com möchte sich den Glückwünschen anschließen: Dortmund, das war eine richtig große Sache. Euer Fußball hat Spaß gemacht und wir sind sicher, dass Ihr in der nächsten Saison auch Europa erfreuen werdet in der UEFA Champions League.