Bayern bläst zum Angriff
Freitag, 25. Februar 2011
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Auch wenn es 13 Punkte Abstand zwischen Tabellenführer Borussia Dortmund und dem FC Bayern München sind – im Spitzenspiel am Samstag will es der Rekordmeister wissen.
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Präsident Uli Hoeneß hat schon einmal zum Angriff geblasen und einen Sieg "mit zwei Toren Unterschied" angekündigt. "Wir sind die bessere Mannschaft", hatte Nationalstürmer Mario Gomez verkündet und aus Dortmund gab es den Konter in Gestalt von Kevin Großkreutz: "Wir hauen die weg". Fakt ist, dass wohl nur ein Sieg den Bayern so etwas wie eine Restchance in Sachen Meisterschaft lassen würde. Bei dann zehn Punkten Rückstand und einer Dortmunder Elf, die doch mit ein paar Verletzten zu kämpfen hat, könnte es vielleicht noch einmal eng werden. "Man könnte sagen, dass Bayern die individuell höhere Klasse hat. Ich weiß aber nicht, ob ich meinen Jungs damit gerecht werde", so die wohl überlegten Worte von BVB-Coach Jürgen Klopp.
Viel steht auch zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Hamburger SV auf dem Spiel. Die Gastgeber würden gerne Relegationsrang 16 verlassen, die Hanseaten wollen endlich richtig in die Europapokalränge einbrechen. "Kaiserslautern steckt im Abstiegskampf. Sie haben in der Rückrunde zwar erst zwei Punkte eingefahren, davon sollten wir uns aber nicht täuschen lassen", warnt Armin Veh, bei dem es immer unwahrscheinlicher aussieht, dass er seinen auslaufenden Kontrakt beim Bundesliga-Dino verlängern wird. FCK-Coach Marco Kurz weiß, wie es mehr Zähler geben soll als bisher in der Rückrunde: "Wir müssen zu Hause unsere Spielweise durchsetzen, Präsenz zeigen und das Spiel in die Hand nehmen. Dann können wir uns auch wieder mit Punkten belohnen."
"Nach der Niederlage in Mönchengladbach müssen wir gegen unsere Freunde vom Club unbedingt wieder unser gutes Gesicht zeigen", forderte FC-Schalke-04-Trainer Felix Magath vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. "Der Club hat einen Lauf - den wollen wir stoppen." Das könnte auch gelingen, denn mit Julian Schieber hat sich einer der wichtigsten FCN-Spieler verletzt und wird mehrere Wochen ausfallen. "Wir wollen ungeschlagen bleiben, weiter punkten und die positive Aufmerksamkeit nutzen, um ein bisschen Werbung für den Club zu machen", sagt Dieter Hecking nach zuletzt vier Nürnberger Siegen in Folge.
Drei Spiele hintereinander ohne Sieg sind dagegen die Vorrundenüberflieger vom 1. FSV Mainz 05 vor dem Gastspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim, da sieht sich Trainer Thomas Tuchel genötigt, doch einmal etwas klarzustellen: "Die Frage nach einem Stilwechsel stellt sich mir nicht. Wir haben nur deshalb 37 Punkte geholt, weil wir von Saisonbeginn an und schon seit anderthalb Jahren unseren Stil auf den Platz bringen. Wir haben die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt und sind im Begriff, diese noch zu toppen. Da komme ich gar nicht auf den Gedanken, unsere Spielidee zu hinterfragen. Wir sind Mainz 05, da gehört vielleicht auch einmal eine Serie von Spielen dazu, in denen wir weniger punkten." Die Kraichgauer schielen noch nach Europa, wie Marvin Compper einräumt. "Es wäre unglaubwürdig, wenn jemand sagen würde, wir träumen nicht davon, einen Europa-League-Platz zu erreichen."
Die UEFA Europa League – das ist ein Ziel, das auch Hannover 96 (4., tritt beim FC St. Pauli an) und der SC Freiburg (6., reist zum 1. FC Köln) ins Auge fassen können. Die Niedersachsen haben nach dem Überschreiten der "magischen" Grenze von 40 Punkten schon gesagt, dass es nun nach Europa gehen soll. Doch Tor- und Ergebnisgarant Ya Konan fällt verletzt aus und ohne den Ivorer haben die Niedersachsen seit seiner Ankunft im Sommer 2009 noch kein Ligaspiel gewonnen. "Dann wird es Zeit, auch diese Serie zu durchbrechen", so Mirko Slomka. "Wenn ich sehe, wie sich Hannover wegen eines einzigen fehlenden Spielers quält, dann hätte ich derartige Sorgen auch gerne", kommt die Replik von St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski angesichts sechs ausfallender Spieler, während drei weitere noch fraglich sind.
Der SC Freiburg will im Rheinland mit einem Sieg ebenfalls die 40 Punkte klarmachen, doch Robin Dutt weiß: "Für uns wird es ein sehr schwieriges Spiel. Trainer Frank Schaefer hat dort in den vergangenen Monaten richtig gute Arbeit geleistet." Nach Anlaufschwierigkeiten haben die Kölner in den letzten fünf Spielen zehn Punkte geholt und dabei zu Hause den SV Werder Bremen (3:0), die Bayern (3:2) und Mainz (4:2) distanziert. Aufgrund der schwachen Hinrunde sind die Rheinländer allerdings noch tief im Abstiegsschlamassel zu finden.
Dort ist auch der VfB Stuttgart, der am Sonntag mit einem Sieg bei der 2011 noch torlosen Eintracht aus Frankfurt die Hessen so richtig mit unten reinziehen könnte, während Bayer 04 Leverkusen am Sonntagabend zu Werder Bremen reist.