Skibbe wirft Amanatidis raus
Donnerstag, 10. Februar 2011
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Schürrle im Training +++ Ya Konan knapp an Saisonaus vorbei +++ Sverrisson geht Littbarski zur Hand +++ Vidal, Kadlec und Rolfes fraglich +++ Zorc verlängert beim BVB +++ Wieder Ausfälle in Gladbach
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Michael Skibbe, Trainer von Eintracht Frankfurt, wird vorerst nicht mehr auf seinen Stürmer Ioannis Amanatidis zurückgreifen. Der Grieche spiele in den "sportlichen Überlegungen des Trainers keine Rolle". Bei "veränderter Situation" könne er aber "wieder Mitglied der Mannschaft werden", hieß es in einer Mitteilung der Hessen. Amanatidis, der im Januar 2004 vom VfB Stuttgart an den Main wechselte, hatte in den letzten Jahren mit vielen Verletzungen zu kämpfen und war von Skibbe überwiegend als Ergänzungsspieler eingesetzt worden. Über diese Rolle hatte sich der ehemalige Eintracht-Kapitän nun öffentlich beklagt. Bei den Hessen ist auch der Einsatz des Schweizer Nationalspielers Pirmin Schwegler für das Wochenende fraglich, da er sich beim 0:0 der Eidgenossen auf Malta verletzte. "Er wurde beim Torschuss sozusagen 'abgeräumt'. Es tut ihm alles weh. Knöchel, Oberschenkel und er hat leichte Gesichtsverletzungen. Wir müssen abwarten", so Skibbe.
Stürmer André Schürrle vom Frankfurter Nachbar 1. FSV Mainz 05 ist nach seinem Zehenanbruch aus der Partie gegen den SV Werder Bremen (1:1) am letzten Wochenende am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen, welches er allerdings nur unter Schmerzen absolvieren konnte. Ein Mitwirken am Sonntag gegen den 1. FC Köln erscheint unter diesen Bedingungen eher fraglich. Schürrle erzielte in bisher 20 Ligaspielen der laufenden Saison zehn Treffer.
Bei Hannover 96 dürfte große Erleichterung geherrscht haben, als die Nachricht eintraf, dass sich Stürmer Didier Ya Konan beim Länderspiel am Dienstagabend mit der Elfenbeinküste gegen Mali (1:0) nicht schwerer verletzt hat. Der Ivorer zog sich lediglich einen Bluterguss im rechten Schienbeinköpfchen zu, nachdem er zuvor das einzige Tor der Partie erzielte hatte. Nach 43 Minuten hatte er dann verletzt das Feld verlassen müssen, und in Hannover hatte man anfangs schon das Schlimmste befürchtet, denn ein Meniskus- oder gar Bänderriss im Knie wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Das wäre vor allem daher tragisch für die Niedersachsen gewesen, da sie sich ohne den 26-Jährigen (19 Ligaspiele, 10 Tore) mit dem Siegen außerordentlich schwer tun. Ob Ya Konan am Wochenende gegen den SV Werder Bremen spielen kann, ist allerdings noch unklar. Schlimmer erwischt hat es dagegen Verteidiger Christopher Avevor (5 Ligaspiele 2010/11), der im Training am Donnerstag einen Mittelfußbruch im rechten Fuß erlitt und noch am selben Tag operiert werden sollte. Über die Ausfalldauer ist nichts bekannt, sie wird aber sicher mehrere Monate betragen.
Neuigkeiten in Sachen Trainer gibt es vom VfL Wolfsburg: Dort wird der Ex-Bundesligaspieler und gegenwärtige U21-Nationaltrainer Islands, Eyjólfur Sverrisson, bis Saisonende als Assistenztrainer von Pierre Littbarski fungieren, der seinerseits bis Wochenanfang Co-Trainer des nun geschassten Steve McClaren war. "Es ist eine Herausforderung für mich und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Pierre Littbarski, dem Trainerteam und den Spielern. Ich möchte helfen, den VfL wieder in die Erfolgsspur zu bringen", so Sverrisson, der mit Island in der Qualifikation zur UEFA-U21-Europameisterschaft 2011 in Dänemark unter anderem die deutsche Elf ausschalten konnte. Bei der Endrunde im Sommer trifft man nun in der Gruppe A auf den Gastgeber, Belarus und die Schweiz. Der Isländische Verband KIS hat mit der Doppelfunktion keine Probleme, da dies die Vorbereitungen auf die U21-Endrunde nicht beeinflusse.
Auch bei Bayer 04 Leverkusen kehrten nicht alle Spieler heil von den Länderspielen zurück – Michael Kadlec zog sich bei der 2:4-Niederlage im Testspiel der Tschechischen Republik gegen Kroatien eine Prellung zu, womit sein Einsatz am Wochenende bei Eintracht Frankfurt noch fraglich ist. Das gilt ebenso für Simon Rolfes (Wadenverhärtung) und Arturo Vidal (Prellung). Über die Spielfähigkeit des Trios soll erst kurzfristig befunden werden.
Spitzenreiter Borussia Dortmund hat derweil den Vertrag mit seinem Sportdirektor Michael Zorc um zwei Jahre bis Sommer 2014 verlängert. "Michael Zorc ist federführend für unsere Transferpolitik verantwortlich, und er hat nachhaltig bewiesen, dass diese Aufgabe bei ihm in den richtigen Händen liegt", lobte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Ex-Borussen, der mit 463 Toren Rekordbundesligaspieler des BVBs ist. "Man kann auch erfolgreich sein, wenn man sich nicht so gut versteht, aber es macht die Sache einfacher. Ich hätte es nicht erwartet, dass eine so harmonische Zusammenarbeit bei einem so großen Verein überhaupt möglich sein könnte", äußerte sich Trainer Jürgen Klopp positiv über sein Verhältnis zu Zorc.
Verletzungssorgen gibt es erneut beim VfL Borussia Mönchengladbach, der am Samstag beim FC St. Pauli antritt. Dort fehlen nun Jean-Sébastien Jaurès (Trainingsrückstand nach Knieproblemen), Marco Reus (kleiner Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Roel Brouwers (Grippe), während um Karim Matmour (Rückenprobleme) noch gebangt wird. "Wir hoffen, dass Marco im darauf folgenden Heimspiel gegen Schalke wieder einsatzfähig ist. Roel war nach seinem Innenmeniskusriss auf einem sehr guten Weg, ist dann aber krank geworden und wird erst Anfang nächster Woche wieder im Training erwartet. Karim hat heute nicht trainiert, bei ihm müssen wir abwarten, ob es für Samstag reicht. Damit fehlen uns elementare Spieler, aber für eine kurze Zeit ist das zu kompensieren. Wir haben uns gut vorbereitet, und die Mannschat hat diese Woche sehr konzentriert gearbeitet", sagte Michael Frontzeck, der Trainer des Ligaschlusslichts.
Gladbachs Gegner St. Pauli muss vorerst ohne seine Nummer zwei, Mathias Hain, auskommen, der aufgrund von muskulären Problemen im Schulter- und Nackenbereich bis Ende der Woche nur eingeschränkt trainieren kann. Mittelfeldspieler Matthias Lehmann kehrte dagegen am Donnerstag nach überstandener Grippe ins Mannschaftstraining zurück.
Aufgeschnappt
"In der letzten halben Minute waren wir eigentlich schon in Gedanken beim Feiern in der Kabine und dann so eine Scheiße."
Nationalspieler Andre Schürrle vom 1. FSV Mainz 05 nach dem 1:1 gegen Werder Bremen durch ein Gegentor in letzter Sekunde