Finanzielles Fairplay in Italien auf der Agenda
Donnerstag, 27. Januar 2011
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UEFA-Präsident Michel Platini traf sich mit Offiziellen des italienischen Fußballverbandes und besuchte ein Seminar für Sportjournalisten, wobei er die UEFA-Maßnahmen zum finanziellen Fairplay näher erläuterte.
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UEFA-Präsident Michel Platini hat Italien besucht, wo er am Montag eine prestigeträchtige Auszeichnung erhielt, bevor er am Dienstag in Coverciano im technischen Zentrum des Italienischen Fußballverbands (FIGC) ein Sportjournalisten-Seminar besuchte. Während seines Besuchs nahm Herr Platini auch an einem Treffen des FIGC-Exekutivkomitees teil.
Am Montag wurde Herr Platini im Teatro Olimpico von Rom mit dem 'Le Ali della Vittoria 2011'-Preis ausgezeichnet, der von Italiens Amateurliga, der Lega Nazionale Dilettanti, in Anerkennung der geleisteten Dienste für den europäischen und weltweiten Fußball verliehen wird.
Das Seminar italienischer Sportjournalisten, das von der FIGC und der italienischen Sportjournalistengewerkschaft USSI organisiert wurde, und das Treffen mit den hochrangigen Offiziellen der FIGC gaben Herrn Platini die Möglichkeit, die Fairplaymaßnamen der UEFA zu erklären, die darauf abzielen, das langfristige Wohlergehen des europäischen Fußballs sicherzustellen und die Integrität der Wettbewerbe zu sichern, sowie langfristige Investitionen in Gebiete wie die Jugendarbeit und Sportinfrastruktur zu ermutigen.
Der UEFA-Präsident, der von UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino begleitet wurde, traf sich mit FIGC-Präsident Giancarlo Abete, dem italienischen Ligapräsidenten Maurizio Beretta und den Präsidenten mehrere italienischer Fußballvereine. Er erklärte, dass die von der UEFA eingeführten Maßnahmen überlebenswichtig für den Fußball seien.
Die Umsetzung wird über einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen und die fundamentale Regel, die eine ausgeglichene Bilanz verlangt (die Vereine dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen), wird mit den Bilanzberichten zum Ende des Jahres 2012 in Kraft treten und für die UEFA-Vereinswettbewerbe 2013/14 bewertet werden.
Herr Platini betonte, dass diese Maßnahmen nicht unternommen werden, um die Vereine zu bestrafen, sondern ihnen zu helfen, und dass die Klubs angeleitet werden, ihren Finanzhaushalt in Ordnung zu bringen, um jene Exzesse zu beenden, die in jüngerer Vergangenheit viele Vereine in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geführt haben. Erste Sanktionen gegen die Klubs, die dann keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, können in der Saison 2013/14 erfolgen.
Der UEFA-Präsident berichtete über einige der Zahlen, die in diesem Monat aus dem frisch publizierten dritten Benchmarking-Bericht der UEFA über die europäischen Klubfinanzen stammen. In dem Bericht steht etwa, dass die Einkünfte der Erstligisten zwar einen neuen Rekord von 11,7 Milliarden Euro erreichten, doch durch noch stärker angewachsene Ausgaben ein Nettoverlust von 1,2 Milliarden Euro eingefahren wurde - fast eine Verdopplung gegenüber den letzten Zahlen.
Herr Platini unterstrich die Gefahr, dass eine Reihe europäischer Vereine aufgrund zu riskanten Managements bankrottgehen könnten - daher kommt die Notwendigkeit der Maßnahmen der UEFA für die es, so sagte er, keine Alternative gebe.
In der letzten Woche erhielten die Maßnahmen der UEFA zum finanziellen Fairplay eine klare Unterstützung der Europäischen Kommission durch die Mitteilung zum Sport der Kommission, welche die Schlüsselwerte und -aktivitäten der UEFA unterstützt.