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Das Geplänkel der Hinrunde ist vorbei, ab Freitag geht es in der Bundesliga in die Rückrunde. Im Mai dann werden Titel verteilt, Saisonziele erreicht oder Abstiege beweint.

Ganz oben und ganz unten - Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach
Ganz oben und ganz unten - Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach ©Getty Images

Das Geplänkel der Hinrunde ist vorbei, ab Freitag geht es in der Bundesliga in die Rückrunde. Im Mai dann werden Titel verteilt, Saisonziele erreicht oder Abstiege beweint.

Die brennendste Frage lautet natürlich, ob die junge Power-Truppe von Jürgen Klopp ihre tolle Halbserie mit dem Gewinn der siebten deutschen Meisterschaft krönen kann. Zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten – so viel konnte zur Winterpause in der bald 50-jährigen Geschichte der Bundesliga noch kein Herbstmeister aufweisen. "Ich gehe davon aus, dass Borussia Dortmund der  Vorsprung nicht mehr zu nehmen ist", sagte Ottmar Hitzfeld, der sowohl mit dem BVB als auch mit dem FC Bayern München schon die Meisterschaft holen konnte.

Hinzu kommt, dass man dem Sensationsteam vom 1. FSV Mainz 05 nicht so richtig zutraut, um die Meisterschaft zu spielen und auch Bayer 04 Leverkusen – punktgleich mit Mainz auf Rang drei – nicht wirklich zu den Titelanwärtern gerechnet wird. Außerdem stürzte Bayer in der Vorsaison in der Rückrunde noch mächtig ab. "Die Situation ist nicht zu vergleichen, da wir damals einige Verletzte hatten", wiegelt Jupp Heynckes jedoch ab. Dennoch steht der Beweis noch aus, dass Leverkusen reif genug für den ganz großen Wurf ist. Bliebe als ernsthafter BVB-Konkurrent doch nur der FC Bayern München, der aber schon sagenhafte 14 Punkte Rückstand aufweist.

An der Isar gibt man sich unbeeindruckt kampfeslustig. Neu-Manager Christian Nerlinger versucht sich mal probeweise mit ein wenig Attacke. Das hört sich dann so an: "Wir haben die beste Mannschaft in Deutschland. Das muss man einfach so festhalten." Und die magere Ausbeute bisher? "Wir hatten einfach unglaubliches Verletzungspech. Man sieht es jetzt wieder: Wenn Arjen Robben und Franck Ribéry dabei sind, hat diese Mannschaft einfach ein anderes Gesicht. Zu den beiden kamen dann aber noch einmal sieben, acht Verletzte."

Gleich am Freitag geht es mit einem Knallerspiel los, wenn Dortmund zu Leverkusen muss – lange Zeit war die Werkself die einzige Mannschaft, die den BVB in der Liga-Hinrunde besiegen konnte. Gelingt den Schwarz-Gelben dort ein Erfolg, deutet vieles darauf hin, dass die Schale ins Ruhrgebiet wandert. Das sieht auch Bayer-Rekonvaleszent Michael Ballack so. "Dann ist das Thema mit dem Titel so gut wie durch."

Im Fahrwasser der Klopp-Elf und den Krisen der Etablierten schwangen sich Mainz (2.), Hannover 96 (4.) und der SC Freiburg (5.) in unerwartete Höhen,und auch Eintracht Frankfurt (7.) und die TSG 1899 Hoffenheim (8.) schielen so ein bisschen auf einen Platz im Europapokal. Während man durchaus mit dem Absturz des einen oder anderen Überfliegers rechnen darf, glaubt Heynckes, dass es auch anders kommen könnte. "Man muss diesen Teams wie Mainz, Hannover oder Freiburg ein riesiges Kompliment machen und großen Respekt zollen. Das ist mit sehr hohem Aufwand und viel Arbeit verbunden, was sie bisher geleistet haben. Und natürlich halte ich es für möglich, dass sie sich oben auch festsetzen." Wann, wenn nicht in diesem verrückten Jahr, wäre es für die Genannten möglich, auch zu Saisonende in die Phalanx der Großen einzubrechen?

Hamburger SV, FC Schalke 04, VfL Wolfsburg, Werder Bremen und VfB Stuttgart – so lautet die Liste der Enttäuschten und Enttäuschenden. Während die beiden Ersteren auch noch nach oben schielen, steht bei Wolfsburg und Bremen wohl ein Übergangsjahr an. So richtig kann man nicht glauben, dass es die beiden grün-weißen Klubs mit dem "W" im Wappen erwischen könnte. Beim VfB sieht das schon anders aus – allein darauf zu vertrauen, dass man wie 2010 (von Platz 15 auf 6) und 2009 (von 10 auf 3) eine sensationelle Rückrunde spielt, könnte sich als fatal erweisen.
Ganz unten wird es vor allem für den VfL Borussia Mönchengladbach mehr als eng – die Fohlen glichen in der Hinrunde eher lahmen Stuten.

Die Verletztenmisere vor allem in der Defensive, die für fast drei Gegentore im Schnitt pro Spiel verantwortlich war, scheint weiterzugehen – kein gutes Omen für Frontzeck und Co. Auch für den 1. FC Köln und den FC St. Pauli wird es wohl ganz eng werden, während beim 1. FC Kaiserslautern etwas mehr Konstanz zum Ligaerhalt reichen sollte – schließlich gelangen nach einer Schwächephase in der Hinrunde (sieben Spiele ohne Sieg) tolle Spiele wie das 5:0 gegen Schalke oder ein 3:3 nach 0:3 gegen den VfB. Ab Freitag rollt der Ball wieder – wenn es genauso große Überraschungen wie in den ersten 17 Spielen gibt, wird den Fans sicher der Gesprächsstoff nicht ausgehen!

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