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Rekordmeister am Abgrund

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Im Frühling noch gefeiert, erlebte der Grasshopper Club unter Trainer Ciriaco Sforza im Herbst eine der schwierigsten Halbserien seiner Vereinsgeschichte.

Schwere Zeiten für Ciriaco Sforza und die Grasshoppers
Schwere Zeiten für Ciriaco Sforza und die Grasshoppers ©Getty Images

Ein 4:0 gegen den FC Basel 1893, ein 4:0 gegen den FC Zürich, ein 2:1 gegen den BSC Young Boys und der Sprung vom unteren Mittelfeld bis auf Rang drei und damit verbunden die Teilnahme an der Qualifikation für die UEFA Europa League: Die Rückrunde der Saison 2009/10 hätte für die Grasshoppers des Trainers Ciriaco Sforza kaum erfolgreicher sein können. GC begeisterte mit seinem jungen Team; selbst für die Konkurrenz galt der Rekordmeister als spielerisch bestes Team der Liga, das unter seinem prominenten Trainer einen Riesensprung nach vorne gemacht hatte.

In der Sommerpause kam der Bruch. Die Angreifer Gonzalo Zarate und Nassim Ben Khalifa, die einen beträchtlichen Anteil am Aufschwung hatten, verließen den Klub. Zarate ging zum FC Salzburg, Ben Khalifa zum VfL Wolfsburg, wo er noch immer auf den Durchbruch wartet. Zudem kehrte Stammhüter Yann Sommer zum FC Basel zurück, von dem er ausgeliehen worden war. GC schmerzten die Abgänge überaus. Es zeichnete sich früh ab, dass sie nicht ersetzt werden können. "Natürlich fehlen sie uns", sagt Sforza.

In die neue Spielzeit startete GC durchzogen, erst am fünften Spieltag resultierte beim FC St. Gallen ein 2:1-Erfolg. Danach folgte eine Durststrecke. Bis zum nächsten Dreier – erneut gegen den FC St. Gallen – dauerte es acht Wochen. Dazwischen bot GC ein zwiespältiges Bild: Einerseits fiel die Mannschaft durch oftmals gute Leistungen auf, andererseits schlug sie daraus nicht genügend Kapital. Beispielhaft für dieses Manko war die Heimniederlage gegen den FC Luzern, den Leader. GC dominierte die Partie nach Belieben, spielte sich ein deutliches Chancenplus heraus, verlor gegen den abgezockten Leader aber 0:3. Das Resultat dieser Ineffektivität: Tabellenplatz zehn.

"Die Mannschaft ist noch jung, natürlich macht sie noch Fehler. Aber ich sehe eine Entwicklung. Wir spielen frech, dynamisch und gut und in Kürze wird sich dies auch auf die Tabelle niederschlagen", vermittelt Sforza glaubhaft. Für ihn den langjährigen Bundesliga- und Nationalspieler ist GC die zweite Trainerstation nach dem FC Luzern. "Ich arbeite gerne hier, auch wenn ich gerne ein paar Punkte mehr hätte." Nach 18 Runden sind es deren 15.

Ein Ausrufezeichen setzte seine Mannschaft am letzten Vorrunden-Spieltag, als der FC Basel verdient 2:1 besiegt wurde. Diese drei Punkte verhinderten zwar nicht, dass GC als Letzter überwintert, aber sie geben dem Team Hoffnung: "Wir sind sicher, dass wir oben bleiben. In der Rückrunde starten wir die Aufholjagd", sagt Sforza. Der FC St Gallen, der Neunte der Zehnerliga ist zwei, Xamax Neuchâtel FC drei Punkte entfernt.

Mut macht dem Trainer auch die Tatsache, dass einige seiner Stammspieler, die lange ausfielen, zurückkehren werden. Die Routiniers Boris Smiljanic und Ricardo Cabanas, aber auch mit Vincenzo Rennella ein hoffnungsvoller Stürmer. Zudem wurden mit Milan Gajic und Andres Vasquez zwei potenzielle Verstärkungen vom FC Zürich leihweise verpflichtet.