Zwischenbilanz: Super League
Dienstag, 21. Dezember 2010
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In der ersten Halbserie der Schweizer Super League gab es einige Überraschungen – positive wie negative. An der Spitze tobt ein Dreikampf.
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In der ersten Halbserie der Super League gab es einige Überraschungen – positive wie negative. An der Spitze tobt ein Dreikampf.
Zu den Überraschungen zählt – natürlich – der FC Luzern, der mit dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys gleich zwei Favoriten hinter sich ließ und mit 33 Punkten auf Rang eins überwintert. Um Regisseur Hakan Yakin und eine stabile Defensvie formte Rolf Fringer, der ehemalige Schweizer Nationaltrainer, eine zuverlässige Elf, die in 18 Partien lediglich dreimal verlor und 42 Treffer erzielte. Das Husarenstück gelang mit einem 4:1 beim FC Basel. Dennoch sagt Trainer Fringer: "Wir sprechen nicht über den Titel."
Für Thorsten Fink, den Basler Trainer, gilt dies nicht. "Wir wollen den Titel und ich bin auch sicher, dass wir ihn holen werden", sagt der Deutsche, der den FCB vergangene Saison zum Double führte. Sein Team ist – obwohl nicht Erster – im Soll. Als Zweiter mit 32 Punkten ist die Spitze in unmittelbarer Reichweite. Zudem dürfte der FCB nach seinem Aus in der UEFA Champions League fortan weniger Spiele zu absolvieren haben als im Herbst, der dem FCB mit 31 Pflichtspielen einiges abforderte. Im Februar wartet im Sechzehntelfinale der UEFA Europa League zwar mit FK Spartak Moskva eine nächste Aufgabe, aber es scheint unwahrscheinlich, dass noch zahlreiche weitere internationale Einsätze hinzukommen werden. Für Fink "kein Nachteil im Titelkampf".
Auf internationale Spiele hofft der FC Zürich, der eine Hinrunde hinter sich hat, die ihn "voll zufrieden stellt", wie es Sportchef Fredy Bickel ausdrückt. Dank der neuen Innenverteidiger Chaker Zouaghi und Jorge Teixeira gewann der Meister von 2009, der einen enttäuschenden Frühling 2010 hinter sich hatte, an Qualität. Der FCZ blieb die letzten neun Partien vor der Winterpause ohne Niederlage und bereitete seinem jungen Trainer Urs Fischer "einige Freude" in seiner ersten vollen Saison als Cheftrainer.
Während auch andere Teams wie der Aufsteiger FC Thun, der mit 23 Punkten auf Rang sechs liegt, oder der FC Sion, mit 27 Zählern Vierter, solide Halbserien hinter sich haben, gab es auch einige Enttäuschungen: So liegt der FC St. Gallen, der eine vernünftige Spielzeit 2009/10 hinter sich hatte, auf einem enttäuschenden neunten Rang. Die Abgänge von etablierten Kräften wie Routinier Marc Zellweger oder Spielmacher Moreno Costanzo wurden nicht kompensiert; die Neuen wie die Holländer Sandro Calabro (Angriff) und Tim Bakens (Innenverteidigung) waren bislang Fehlgriffe. Zudem kämpfte der Verein im Herbst ums finanzielle Überleben; der Konkurs konnte erst im letzten Moment abgewendet werden.
Während man die Platzierungen der AC Bellinzona (7.) und von Xamax Neuchâtel FC (8.) erwartet hatte, geben Platzierungen zweier Teams zu reden, die im vergangenen Jahr noch zur Spitze gehörten: jene der Young Boys und des Grasshopper Clubs. YB fand im gesamten Halbjahr nie zu Konstanz. Auch die internationalen Erfolge halfen den Problemen in der Super League nicht ab. Der Abgang von Toptorjäger Seydou Doumbia wurde nicht verkraftet, zudem fiel Abwehrchef Emiliano Dudar wegen einer Verletzung mehrere Monate aus. Auch Christoph Spycher, der nach fünf Jahren bei Eintracht Frankfurt in die Schweiz zurückkehrte, verhalf noch nicht zu Stabilität. Acht Punkte Rückstand auf die Luzerner scheinen dennoch nicht unaufholbar.
Am schlimmsten steht es zurzeit um GC, den Rekordmeister. Der einstige Vorzeigeverein, der die Liga im Frühjahr noch aufmischte und auf Rang drei landete, liegt am Tabellenende. Das Übel des jungen Teams ist in einem Wort zusammenzufassen: der Effektivität. Das Team von Ciriaco Sforza spielte bisweilen hervorragend, brachte sich aber zu oft um den eigentlich verdienten Lohn. Spiele wie gegen den FC Luzern oder den FC Sion gingen trotz phasenweise drückender Überlegenheit verloren. Dennoch gibt Sforza nicht auf: "Ich glaube an die Mannschaft. "