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Bundesliga auf der Überholspur

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Mit Raúls Ankunft auf Schalke kann sich die Bundesliga auf einen weiteren Weltstar freuen, ein Trend, der sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet hat.

Die Bundesliga (hier Arjen Robben) hat die Serie A längst in fast jeder Hinsicht überflügelt
Die Bundesliga (hier Arjen Robben) hat die Serie A längst in fast jeder Hinsicht überflügelt ©Getty Images

Mit Raúls Ankunft auf Schalke kann sich die Bundesliga auf einen weiteren Weltstar freuen, ein Trend, der sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet hat.

Internationale Weltstars hatten viele Jahre lang eher selten den Weg in die Bundesliga gefunden. Die geringere Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene, deutlich niedrigere Gehälter oder aber auch das manchmal bescheidene Wetter könnten die Gründe hierfür gewesen sein. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Blatt zugunsten der Bundesligavereine gewendet und mit Schalkes Verpflichtung von Raúl, einer lebenden Legende von Real Madrid CF, wurde ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. "Die Bundesliga ist eine der stärksten europäischen Ligen. Hier wird attraktiver Fußball geboten. Die Zuschauer wissen das zu schätzen, die Stadien sind voll", zeigte sich der Spanier bei seiner Vorstellung auf Schalke gleich mal als Kenner der Materie.

Den Anfang machte, wie so oft, der Branchenprimus FC Bayern München 2007 durch die Verpflichtungen von international renommierten Spielern wie Franck Ribéry und Luca Toni. Zwei Jahre später folgte Arjen Robben, der in der vergangenen Saison seine Weltklasse eindrucksvoll unter Beweis stellte. Es sah aber so aus, als würden Hochkaräter, wenn überhaupt, in Deutschland nur den Weg in die bayerische Landeshauptstadt nehmen.

Jedoch gelang Bayer 04 Leverkusen 2009 mit der Verpflichtung von Sami Hyypiä ebenfalls ein beachtlicher Transfercoup. Der Finne spielte eine bärenstarke Saison und war ein absoluter Glücksgriff der Werkself. Wenige Monate später zog es Ruud van Nistelrooy von Madrid an die Elbe. Konstante Leistungen blieben aus, aber fünf Tore in elf Spielen für den Hamburger SV bewiesen, dass er seinen Torriecher noch nicht verloren hat. Der nächste Promi war ein alter Bekannter der Bundesliga – Michael Ballack. Bei Chelsea FC ausrangiert, wird er nun mit den größten Hoffnungen in Leverkusen erwartet. Natürlich sind sie fast alle, Raúl einbezogen, nicht mehr im besten Fußballeralter, geben der Bundesliga aber dennoch das lange vermisste gewisse Etwas, das deutsche Fußballfans viele Jahre neidisch gen Italien, England oder Spanien blicken ließ.

Ein Grund für den prominenten Zuwachs ist sicherlich die FIFA-Weltmeisterschaft 2006. Deutschland präsentierte sich als begeisterungsfähige Nation mit ausgezeichneten Gastgeberqualitäten. Die ausverkauften modernen Stadien sorgten für eine tolle Stimmung, die den Spielern zugute kommt. Die Bundesliga hat europaweit die meisten Zuschauer. Auch die Qualität der Liga hat in den letzten Jahren einen Schritt nach vorne gemacht. Bayern zog vergangenes Jahr in das Finale der UEFA Champions League ein, Werder Bremen stand ein Jahr zuvor im Endspiel des UEFA-Pokals. In der Liga gibt es gleich mehrere Mannschaften, die um die Meisterschaft mitspielen, eine absolute Seltenheit in den europäischen Topligen. "Das ist eine Entwicklung, auf die die Klubs sehr stolz sein dürfen. Die Bundesliga hat ihre Position im internationalen Wettbewerb gestärkt. Entscheidend ist, dass sie attraktiv ist und die Fans rund um den Globus begeistert sind", erklärt der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert.

In der Fünfjahreswertung der UEFA liegt Deutschland nur knapp hinter Italien auf dem vierten Rang und kann sich voraussichtlich zur Saison 2011/12 über einen vierten Startplatz für die UEFA Champions League freuen. Der Aufschwung der Bundesliga macht sich aber auch anderweitig bemerkbar. Bei der FIFA-Weltmeisterschaft in Südafrika stellte die Bundesliga (78) nach der englischen Premier League (104) die meisten Spieler. Auch für Bundestrainer Joachim Löw ist das ein deutliches Zeichen: "Der Stellenwert der Bundesliga hat sich schon in der abgelaufenen Saison gesteigert. Durch die Erfolge auf Vereinsebene wurde viel Respekt erworben. Die Bayern haben ja auch auf internationalem Parkett eine überragende Saison gespielt."

Die Bundesliga rüstet also weiter kräftig auf und auch Bastian Schweinsteiger, der dem Prädikat "Weltklasse" in der letzten Saison deutlich näher gekommen ist, sieht eine rosige Zukunft für die Bundesliga: "Wir haben in der Bundesliga an Qualität gewonnen. In Zukunft wird es auch so sein, dass die großen Spieler nach Deutschland kommen." Was der Transfer von Raúl zu Schalke 04 zumindest schon mal angedeutet hat.