Joker Shechter dreht auf bei Tel-Aviv
Montag, 12. April 2010
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Von Lothar Matthäus einst als "Clown mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Kindes" verlacht, scheint es nun, dass Etey Schechter, Stürmer von Hapoel Tel-Aviv FC, nach einer sensationellen Saison in Israel zu letzt lacht.
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Die israelische Premier League befindet sich seit dem Wochenende endgültig auf der Zielgeraden. Die höchste Spielklasse wurde nun in drei Gruppen unterteilt und für die letzten fünf Spieltage wurde die Punktzahl aller Mannschaften halbiert.
Nach der Tabellenmodifizierung des Meisterschafts-Endspurts beträgt der Vorsprung von Maccabi Haifa FC auf Verfolger Hapoel Tel-Aviv FC nur noch drei Punkte. Damit wird das Rennen um die Ligat Ha'Al Krone noch einmal spannend. Die beiden Toptorschützen der Vereine befinden sich einem ähnlich packenden Duell: Haifas Shlomi Arbeitman steht bei 26 Ligatoren, während Tel-Avivs Etey Shechter auf 22 Treffer kommt.
Bislang war Arbeitman mit 32 Toren in allen Wettbewerben die große Nummer in Israel, aber Shechter hat seinen Außenseiter-Status über die Saison enorm verbessert. Geboren in Ramat Yishai, einer kleiner Stadt nördlich von Haifa, beeindruckte Shechter als Jugendlicher in Diensten von Emek-Yizrael so sehr, dass Hapoel Nazareth Ilit FC den kompletten Verein kaufte, um Shechter zu verpflichten.
Shechter debütierte in der Saison 2005/06 für Nazareth Ilit. Drei Tore in 26 Spielen durch den Youngster konnten aber nicht den Abstieg seines Vereins verhindern. Shechter stieg aber nicht mit ab, sondern schloss sich seinem derzeitigen Trainer Eli Gutman bei Maccabi Netanya FC an. In der Saison 2006/07 erzielte er sieben Tore und wurde mit Netanya Vizemeister.
Auch unter Reuven Atar in de Spielzeit 2007/08 war er in bestechender Form. Im Jahr darauf jedoch fiel es dem Stürmer um einiges schwerer, Lothar Matthäus' Ansprüchen gerecht zu werden. "Als Spieler hat er alles gewonnen, aber als Trainer kam ich einfach nicht mit ihm zu recht", erklärt Shechter, der in den vergangenen zwölf Monaten vier Mal für Israel auflief. Matthäus erwidert darauf: "Er ist ein Clown mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Kindes, trotzdem hat er das Potenzial eines Tages in der Bundesliga zu spielen."
Wiedervereint mit Gutman, der wegen seines disziplinierten Auftretens den Spitznamen "der Deutsche" trägt, hat der 23-jährige Shechter seit letztem Sommer höhere Ziele, als Deutschlands höchste Spielklasse. "Mein Traum ist es, irgendwann einmal eine Flanke von Lionel Messi in ein Tor zu verwandeln", schwärmt er vor. "Ist das realistisch? Wer weiß. Es ist ein Traum, mein Traum, und alles ist möglich."
Die Scouts des FC Barcelona haben sich noch nicht persönlich bei Shechter vorgestellt, aber nach seinen zwei Toren in der Gruppenphase der UEFA Champions League, ist sich Europa seines Talents bewusst. Egal was in Zukunft passieren wird, der Doppelpack an seinem Geburtstag beim 4:2-Derbsieg gegen Maccabi Tel-Aviv FC sichert ihm den Legendenstatus bei Hapoel, auch wenn er den Klub verlassen wird.