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Slomka: Bremen kann es schaffen

In dieser Saison schreibt Ex-Schalke-Trainer Mirko Slomka exklusiv für den Experten-Blog von uefa.com. Heute untersucht er die deutschen Chancen in der UEFA Europa League.

Mirko Slomka hält in der UEFA Europa League große Stücke auf Werder Bremen
Mirko Slomka hält in der UEFA Europa League große Stücke auf Werder Bremen ©Getty Images

Mirko Slomka (42) begann seine Karriere als Nachwuchstrainer bei Hannover 96 und förderte Spieler wie Gerald Asamoah, Sebastian Kehl, Per Mertesacker und Fabian Ernst. Über Tennis Borussia Berlin kam er als Co-Trainer von Ralf Rangnick zurück zu Hannover 96 und schließlich zum FC Schalke 04. Bei den Gelsenkirchenern übernahm er schließlich im Januar 2006 das Cheftraineramt und führte die Knappen ins Halbfinale des UEFA-Pokals und in der Saison 2007/2008 ins Viertelfinale der UEFA Champions League. In dieser Saison schreibt Slomka einmal im Monat exklusiv für den Experten-Blog von uefa.com.

uefa.com: Droht der schwächelnden Hertha Ihrer Meinung nach gegen Benfica Lissabon ein Debakel? Immerhin haben selbst die Engländer von Everton FC dort mit 0:5 verloren ...

Es ist zunächst gut für die Hauptstadt und für die Hertha, dass man weiterhin im Wettbewerb ist. Das eröffnet Möglichkeiten zur Kaderveränderung, um besonders in der Bundesliga das "Wunder" Klassenerhalt zu schaffen. Auch wenn das Hauptaugenmerk auf der Liga liegt, werden die Berliner den deutschen Fußball in Europa würdig vertreten und sich mit aller Macht gegen ein mögliches Ausscheiden stemmen.

uefa.com: Werder Bremen scheint mit Twente einen eher leichten Gegner bekommen zu haben, bei einem Weiterkommen würde dann aber eventuell die Spanier aus Valencia warten. Wie sehr glauben Sie an Werder?

Auch wenn die hervorragende Vorrunde der Bremer ernüchternd endete, gehört Werder für mich zu den Titelfavoriten der Europa League. Auf der internationalen Bühne müssen sie sich vor keinem Gegner verstecken. Ich traue ihnen zu, so wie im letzten Jahr das Endspiel zu erreichen.

uefa.com: Der HSV will ins Final-Heimspiel, muss gegen Fred Rutten und Eindhoven bestehen, und das mit dem Rückspiel auswärts. Ist der Traum der Rothosen eventuell schon früh beendet?

Der HSV hat in der Liga bislang Großes geleistet. Trotz des Verletzungspechs sind sie auf Platz 4 eingelaufen und haben gerade mit dem Sieg gegen Werder Bremen ihre große Klasse gezeigt. Eindhoven ist allerdings ein schwerer Brocken. Bruno Labbadia und sein Team sollten sehr diszipliniert und konzentriert gegen den momentan Zweitplatzierten der Niederlande auftreten. Das Potenzial für die nächste Runde ist da, muss aber in beiden Begegnungen konstant abgerufen werden.

uefa.com: Wolfsburg hat als UEFA-Champions-League-Absteiger Villarreal CF zugelost bekommen, danach käme Rubin Kasan oder Tel Aviv. Rehabilitieren sich die Wölfe da für das unglückliche CL-Aus?

Das ist eine durchaus schwere Auslosung, die der VfL gezogen hat. Eines ist sicher: Wolfsburg kann jeden Gegner mit seiner Spielstärke zerlegen. Dazu ist es von dringender Notwendigkeit, dass die Formschwäche einiger Spieler zum Auftakt 2010 abgelegt wird und all die positiven Tugenden wieder in den Vordergrund treten. Konstanz auf höchstem Niveau ist gefragt.

uefa.com: Unsere Nachbarn aus Salzburg sind mit sechs Siegen förmlich durch die Gruppenphase spaziert, jetzt geht es gegen Standard Lüttich. Wie weit könnten es Huub Stevens und Co. schaffen?

Salzburg ist in der Tat eine große Überraschung. Dass sie sich derart deutlich durchsetzen, haben nur die wenigsten erwartet. Die konsequente Vorgehensweise von Huub Stevens scheint in Salzburg anzukommen. Der Trainer hat den Cup schon einmal mit Schalke gewonnen, und auch wenn es dafür nicht reichen wird, kann Salzburg auch international den Durchbruch schaffen.