Ein Blick in die Trainerzukunft
Donnerstag, 24. September 2009
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Künftig müssen Trainer ein größeres politisches Bewusstsein entwickeln sowie an ihren Beziehungen zu Fans, Medien, Funktionären und Spieleragenten arbeiten.
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Neben ihren technischen und Manager-Kompetenzen müssen Trainer künftig auch ein größeres politisches Bewusstsein entwickeln sowie an ihren Beziehungen zu Fans, Medien, Funktionären und Spieleragenten arbeiten. So lautete zumindest die Botschaft des "Trainer-Zukunfts-Forums" am dritten und letzten Tag des 8. UEFA-Workshops für Trainerausbildung in Athen.
Großer Druck
Beim offenen Forum am Mittwochmorgen - geleitet vom Technischen Direktor der UEFA, Andy Roxburgh, und mit Beiträgen von Gérard Houllier, dem Technischen Direktor des französischen Fußballverbandes, sowie Ginés Meléndez, dem Direktor der Trainerschule des spanischen Verbandes - stand vor allem der enorme Druck im Mittelpunkt der Diskussionen, dem Trainer ausgesetzt sind. Ausgeübt wird dieser Druck durch Fans auf Webseiten, 24-Stunden-Nachrichten-Kanälen oder Spieleragenten. Da gerade Trainer mit dieser neuen Art der "Berichterstattung" konfrontiert werden, sich aber diesem Druck niemals beugen dürfen, ist entsprechendes Training für Trainer unerlässlich.
Komplexer denn je
Gérard Houllier erklärte, die Trainer müssten für die entscheidenden ersten 30 Sekunden bei den Interviews unmittelbar nach den Spielen geschult werden. Wichtig sei es auch, bessere Beziehungen zu den Spiel-Offiziellen aufzubauen. Die zunehmende Macht der Spieler sowie die vielen verschieden Nationalitäten der einzelnen Kader sorgen dafür, dass die Trainingsarbeit zunehmend komplexer wird, hinzu kommt die Bedeutung des Unterhaltungsfaktors - Siegen alleine ist schon lange nicht mehr genug; nur mit attraktivem Fußball könne man heute noch die Tribünen füllen, auch TV-Übertragungen und das Wohlwollen des Vorstands sichert man sich am besten mit spektakulärem Fußball.
Neue Technologien
Andy Roxburgh ermahnte die Delegierten auch, den neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen zu sein, wie zum Beispiel dem Tracking-System, dem Internet, dem Kunstrasen etc.. Außerdem, so Roxburgh, dürfe man auch die politischen, verwaltungstechnischen und organisatorischen Aspekte nicht von den sportlichen Aspekten trennen, auch hier sei der Trainer gefragt wie nie zuvor.
Griechische Erfolgsgeschichte
Aristotelis Batakis, Trainerausbilder beim griechischen Fußballverband (EPO), unterstrich die Fortschritte, die in seinem Heimatland seit 1998 im Schiedsrichterbereich gemacht worden seien. 2003 unterzeichnete der EPO die UEFA-Trainerkonvention, 2007 erhielt sein Verband das UEFA-Pro-Diplom.
Acht Punkte
Batakis folgt mit seiner Arbeit einem Acht-Punkte-Plan des EPO, der bis 2014 erfüllt sein soll. Laut dieser Strategie soll die Anzahl der Trainer mit Pro-, A- und B-Lizenzen künftig signifikant steigen. Unter der Leitung der griechischen Trainerschule wird allen Kandidaten die Philosophie der EPO nahegebracht. Junge Talente sollen so mit ihrer Technik, Schnelligkeit, Intelligenz und Persönlichkeit an das Profitum herangeführt werden.
Wichtiges Feedback
Packie Bonner, Mitglied UEFA-Jira-Ausschusses, präsentierte dann das Feedback der Diskussionsgruppen vom Vortag. Die Delegierten hatten eine Wunschliste zusammengestellt: die Anerkennung der Notwendigkeit, qualifizierte Trainer zu haben; alle Länder müssten die Möglichkeit haben, ihre Ausbildungs-Visionen zu realisieren; größere Anerkennung für den Trainerberuf; Konzentration auf junge Spieler sowie Beschränkungen für Transfers von Jugendlichen; und dass der Trainer sowohl als Führungspersönlichkeit als auch als Erzieher agieren müsse.