Sandell Svenssons einziger Wunsch
Donnerstag, 3. September 2009
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Schwedens Rekordnationalspielerin Victoria Sandell Svensson wird ihre Nationalmannschaftskarriere nach der EM beenden und strebt deshalb umso mehr nach dem Titel.
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Vor dem Viertelfinale zwischen Schweden und Norwegen bei der UEFA WOMEN'S EURO 2009™ hat Victoria Sandell Svensson umso mehr ein Auge auf den Titel geworfen, wo sie doch nach dem Turnier ihre Karriere in der Nationalmannschaft beenden wird.
Schluss nach 13 Jahren
Vor dem Beginn der Endrunde hat die Rekordnationalspielerin ihren Trainer Thomas Dennerby davon informiert, dass sie nach der EM nicht mehr für Schweden spielen wird. In der Gruppenphase gelangen der Stürmerin von Djurgårdens IF DFF zwei Tore, und sie war damit am Einzug ins Viertelfinale maßgeblich beteiligt. Nach 13 Jahren Nationalmannschaft spürt sie schon jetzt ein wenig Wehmut: "Natürlich werde ich es vermissen, Teil dieser Mannschaft zu sein. Das wird dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe", sagte sie uefa.com.
Endspieltrauma
Seit ihrem Debüt am 9. Oktober 1996 gegen Italien lief sie bislang 165 Mal für Schweden auf. Die 32-Jährige hat aber auch viele Enttäuschungen miterlebt, vor allem die beiden Endspielniederlagen gegen Deutschland bei der Europameisterschaft 2001 und bei der FIFA-Weltmeisterschaft zwei Jahre später.
Nach Niederlage zum Star
"Die beste Erinnerung ist die an das WM-Endspiel in den USA, die schlimmste ist die an das Gegentor in der Verlängerung im gleichen Spiel", so Sandell Svensson über die 1:2-Niederlage. Durch das Erreichen des Endspiels bekam die Mannschaft damals viel Aufmerksamkeit - fast vier Millionen Schweden, und damit knapp 42 Prozent der Bevölkerung, sahen das Endspiel im Fernsehen. Sandell Svensson wurde dabei selbst zum Star: "Ich wurde in Talkshows eingeladen und war in Magazinen. Für den Frauenfußball habe ich das alles mitgemacht", so ihre Erinnerungen. "Aber so um Weihnachten herum war ich ziemlich erschöpft und habe immer mehr abgesagt."
Überall Qualität
Trotzdem wurde der Frauenfußball immer beliebter. Als die Frauen um Trainer Dennerby am 25. August gegen Russland ihr Auftaktspiel bestritten, waren wieder rekordverdächtig viele Menschen vor dem Fernseher. Der nächste Gegner Norwegen ist die einzige Mannschaft, gegen die man 2009 verlor. Aber Sandell Svensson glaubt ohnehin, dass das Beste der Mannschaft jetzt erst kommen wird: "Wir fühlen uns sicher. Wir haben hier noch nicht so gut gespielt, wie wir es eigentlich können. Zudem sind wir ungeschlagen", so die Stürmerin. "Ich weiß, dass wir noch ein paar Gänge zulegen können und dass wir auch auf der Bank viel Qualität haben. Das sind alles Vorteile für uns."