Und die Liga geht schon am Stock
Freitag, 10. Juli 2009
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Noch ist der erste Ball in den Bundesligastadien nicht einmal gerollt, doch die Liga geht schon am Stock. Zahlreiche Profis werden den ersten Spieltag wohl verletzungsbedingt verpassen.
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Ab Freitag dem 7. August rollt der Ball wieder in Deutschlands Stadien. Und während Millionen Fans diesem Datum bereits entgegenfiebern, wissen einige Profis schon, dass die Zeit für sie nicht reichen wird, um ihre Verletzungen bis dahin auszukurieren.
Immer gefürchtet: Der Kreuzbandriss
Die ob ihrer Häufigkeit und Schwere wohl am meisten gefürchtete Fußballer-Verletzung ist und bleibt der Kreuzbandriss. Ein halbes Jahr Verletzungspause ist dem betroffenen Spieler in der Regel sicher. Ganze Karrieren sind schon zugrunde gegangen, weil sich die Betroffenen nach einem Kreuzbandriss nicht wieder richtig erholt haben. Innenverteidiger Alex Silva vom UEFA-Europa-League-Starter Hamburger SV hat sich einen solchen gerade erst zugezogen. Für den brasilianischen Nationalspieler ist es bereits der zweite innerhalb von nur zwei Jahren. "Ich denke, wenn es passiert, dann soll es passieren", so der 24-Jährige am Donnerstag. "Es ist besser, es trifft einen in der Vorbereitung, als im entscheidenden Moment der Saison, zum Beispiel vor einem wichtigen Finale. Bei meinem ersten Kreuzbandriss 2007 hatte ich gerade meine beste Zeit bei Sao Paolo. Ich bin in die Nationalmannschaft berufen worden und europäische Klubs wurden auf mich aufmerksam. Dennoch bin ich auch gestärkt aus dieser Situation hervorgegangen." Auch die Nachwuchshoffnungen Kevin Artmann (Werder Bremen) und Kevin Wolze (VfL Wolfsburg) sowie Matthias Jaissle (TSG 1899 Hoffenheim) plagen sich zurzeit mit Kreuzbandrissen.
Leverkusener Lazarett
Gleich zwei Kreuzbandrisse gibt es bei Bayer 04 Leverkusen zu beklagen. Deutschlands Nationalstürmer Patrick Helmes erlitt einen solchen ausgerechnet beim Freizeitkick mit Freunden im linken Knie. "Im Endeffekt kann ich es ja eh nicht ändern und ich komme ja wieder. Das Ganze ist jetzt einen Monat her und dafür sieht es ganz gut aus. Ich kann mittlerweile schon in den Einbein-Stand gehen und Aqua-Jogging machen. Also für vier Wochen ist das echt schon gut. Ab dem dritten Monat kann ich dann raus und laufen gehen", sagte der 25-Jährige, der in der Vorsaison mit 21 Treffer viertbester Bundesliga-Torjäger war. Auch sein Teamkollege Pierre de Wit (vier Bundesligaspiele bisher) erholt sich von einem Kreuzbandriss, während Simon Rolfes nach einer Meniskus-OP noch zuschauen muss. Bei Lukas Sinkiewicz (Muskelfaserriss) wird die Zeit bis zum Punktspielstart wohl ebenfalls knapp.
Konjunktur für den Mittelfußbruch
Neben dem Kreuzbandriss erlebt eine zweite schwere Verletzung zurzeit Konjunktur: Der Mittelfußbruch, der im Gegensatz zum Kreuzbandriss meist unter Gegnereinwirkung entsteht und im Schnitt ein Vierteljahr an Schaffenspause erfordert. Torhüter Logan Bailly (VfL Borussia Mönchengladbach) und Sofien Chahed (Hannover 96) wurden erst diese Woche mit Mittelfußbruch diagnostiziert, während Chadli Amri (1. FSV Mainz 05) und Junioren-Nationalspieler David Loheider vom FC Schalke 04 die selbe Blessur beklagen. Beim Aufsteiger aus Rheinhessen muss zudem noch wochenlang auf Hoffnungsträger und Neuzugang Eugen Polanski (Fuß-OP) sowie Filip Trojan (Meniskus-OP) verzichtet werden, während auch Neu-Trainer Felix Magath bei den Königsblauen einige Ausfälle zu beklagen hat: Christian Pander wird mit einer Bänderverletzung im linken Knie den Saisonstart ebenso verpassen wie Jermaine Jones mit einem Haarriss im Schienbein.
Hoffen auf Verschonung
Bei Eintracht Frankfurt, das letzte Saison besonders gebeutelt war, entspannt sich die Lage langsam. Offensivakteur Martin Fenin kann nach seiner doppelten Leistenoperation wieder ins Lauftraining einsteigen und auch Benjamin Köhler (Meniskus-OP) ist wieder aktiv. Somit fehlen zurzeit "nur noch" Jan Zimmermann, (Beckenprobleme), Christoph Preuß (Knorpelschaden), Marcel Heller (Knieprobleme) und Zlatan Bajramović, der seiner Zehenproblemen einfach nicht Herr wird. Neuling SC Freiburg wird zunächst ohne Ömer Toprak (Verbrennungen) und Eke Uzoma (Hüft-OP) auskommen müssen. Beim 1. FC Köln zittert man noch um den Einsatz von Toptorschütze Novakovič, dessen Leistenprobleme ihn im Moment zum Zusehen zwingen. Und die Profis, die nicht auf dieser Liste erscheinen? Die werden bei jedem Training und Testspiel im Hinterkopf ein wenig darauf hoffen, dass ihnen eine Verletzung nicht noch den Traum von der Saisonpremiere zerstört.