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Neuer Held gefunden?

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Es war ein Sommer, den Manuel Neuer nicht vergessen wird. Bei der A-Nationalmannschaft feierte er sein Debüt und dann wurde der Keeper von Schalke auch noch U21-Europameister.

Manuel Neuer hat momentan allen Grund zur Freude
Manuel Neuer hat momentan allen Grund zur Freude ©Getty Images

Als vor der UEFA-U21-Europameisterschaft die deutsche Nationalmannschaft ihr Turnierlied "Helden gesucht" aufnahm, konnte noch niemand wissen, dass sie alle Helden werden würden. Doch einer ragte beim Gewinn des Titels unter all den großartigen Spielern besonders heraus, und das nicht nur wegen seiner Körpergröße von 1,90 Meter: Manuel Neuer, Torhüter des FC Schalke 04.

Weiterer Höhepunkt
Was waren das für turbulente Wochen für den 23-Jährigen. Kurz nach dem Bundesligaende der erste Einsatz in der A-Nationalmannschaft, dann der Triumph in Schweden. Der Höhepunkt seiner Profikarriere. Lob für die Leistungen bei der U21-EM gab es reichlich, auch vom deutschen Nationaltrainer Joachim Löw: "Was er bei diesem Turnier gehalten hat, war phänomenal. Er war fast unüberwindbar." Nur ein einziges Gegentor unterstreicht dies deutlich.

Glänzen in der Königsklasse
Schon in seiner ersten Profisaison hatte er aufhorchen lassen, als Schalke 2006/07 mit ihm Vizemeister und er von seinen Spielerkollegen zum besten Torhüter des Jahres gewählt wurde. Anfang März 2008 spielte sich Neuer dann erstmals auch international ins Rampenlicht, als er im Achtelfinale der UEFA Champions League gegen den FC Porto eine Weltklasseleistung bot. Im Rückspiel in Portugal rettete er seine Mannschaft mit außergewöhnlichen Paraden bis ins Elfmeterschießen, wo er zwei Strafstöße parierte und so das Weiterkommen sicherte.

Modernes Torwartspiel
Beim Internationalen TORWART-KONGRESS in München sprach Andreas Köpke, Torwarttrainer der Nationalmannschaft, nicht zufällig auch von Neuer, als er das moderne Torhüterspiel erklärte: "Ein Torwart soll heutzutage auch Angriffe einleiten, die Spieleröffnung übernehmen und möglichst noch Abwürfe haben wie ein Manuel Neuer, der hundertprozentig genau bis über die Mittellinie wirft." Unter anderem auch durch diese Fähigkeit gelang es Neuer, in seinen bisherigen 97 Bundesligaspielen viermal als Torvorbereiter zu glänzen.

Blick auf Südafrika
Elf Monate vor der Weltmeisterschaft in Südafrika ist der geborene Gelsenkirchener der Schlussmann der Stunde. Von einem Angebot des FC Bayern München unbeeindruckt, spielte sich der 23-Jährige auch bei der A-Nationalmannschaft in den Fokus. Auf der Asienreise feierte er sein Debüt beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, "hat super gehalten und im Training einen sehr guten Eindruck gemacht", wie Löw ihm attestierte. Auch wenn Neuer im Rennen um den Platz im deutschen Tor für 2010 mit Robert Enke (Hannover 96), René Adler (Bayer 04 Leverkusen) und Tim Wiese (Werder Bremen) drei starke Konkurrenten hat, so gibt der Bundestrainer doch zu: "Wir stellen keine Rangfolge auf, aber Manuel gehört die Zukunft. Und in den letzten zwei Monaten ist sein Wert sicher noch einmal gestiegen."

Konkurrenzkampf
Enke ist mit 31 Jahren und sieben Länderspielen der erfahrenste der vier Kandidaten, der 23-jährige Adler hat vier Länderspiele absolviert und Wiese (27) stand bislang 45 Minuten im Tor der Nationalmannschaft. Für Neuer ist es laut Köpke jedoch kein Nachteil, dass er erst in diesem Sommer zur DFB-Elf gestoßen und somit das "Küken" ist. "Seine Einsätze bei der U21-Nationalmannschaft haben sich immer mit unseren Termine überschnitten. Nur deshalb ist er bei uns noch nicht so häufig eingeladen gewesen", so der Torwarttrainer der Nationalmannschaft, der sich genau wie Löw offenhält, wann sich die sportliche Führung auf die Nummer 1 bei der nächsten festlegen wird – und damit vielleicht den künftigen WM-Helden findet.