Spanien-Legende Quini zurück auf großer Bühne
Freitag, 6. Februar 2009
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Enrique "Quini" Castro wird am Wochenende für ein Spiel ins große Rampenlicht des Fußballs zurückkehren. Der 59-Jährige wird Real Sporting de Gijón in der Partie bei seinem Ex-Klub FC Barcelona betreuen.
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Die spanische Stürmerlegende Enrique "Quini" Castro wird am Wochenende für ein Spiel ins große Rampenlicht des Fußballs zurückkehren. Der 59-Jährige wird für eine Partie Real Sporting de Gijón betreuen - ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub, den FC Barcelona.
Trainer gesperrt
Dasowohl Trainer Manuel Preciado als auch Assistent Iñaki Tejada bei Sportings 1:0-Sieg über Sevilla FC am letzten Wochenende auf die Tribüne verbannt wurden und folglich gesperrt sind, wird Quini - langjähriger Botschafter des Vereins - nach 25 Jahren wieder an einem Pflichtspiel beteiligt sein. Und dies ausgerechnet im Camp Nou. Dort spielte der fünfmalige Torschützenkönig zwischen 1980 und 1984 für Barcelona. Davor und danach lief er für Gijon auf, für den Klub erzielte er in 325 Ligaspielen 215 Tore.
Stolz
Quini ist einer von drei Spielern - neben Alfredo Di Stéfano und Hugo Sánchez - die fünf Mal die Pichichi-Trophäe für den spanischen Torschützenkönig abräumen konnten. Nur Telmo Zarra übertraf mit sechs Torjägerkanonen den Rest. Quini sagte stolz: "Zu meiner Zeit gab es großartige Stürmer wie Mario Kempes, die alle viele Tore geschossen haben, aber es gab da noch diesen Jungen aus Oviedo, den man Quini nannte und der es geschafft hatte, mit Sporting Torschützenkönig der Liga zu werden."
Große Karriere
Einige von seinen 35 Länderspielen für Spanien machte er bei den FIFA-Weltmeisterschaften 1978 und 1982. In seiner Karriere stieg er mit Sporting zwei Mal auf, für Barcelona erzielte er im Camp Nou im Finale des Pokals der Pokalsieger 1981/82 den Siegtreffer und beim Gewinn der Copa del Rey ein Jahr zuvor steuerte er gar einen Doppelpack bei - ausgerechnet im Endspiel gegen Sporting.
Entführung
Zuvor war er in der gleichen Saison spektakulär entführt worden. Im März 1981 war er 25 Tage in der Gewalt von Kidnappern, ehe die Polizei einen der Entführer verhaftete. Quini sagte über diese Zeit: "Das ist lange her, das war in den 80er Jahren. Für mich ist die Sache vergessen."
Schicksalschläge
Leider war es nicht das letzte Drama in Quinis Leben. Im Juli 1993 starb sein Bruder Jesús, nachdem er zwei englische Mädchen an einem Strand in Nordspanien vor dem Ertrinken gerettet hatte. 2006 musste sich Quini dann ein Krebsgeschwür an der Kehle wegoperieren lassen, ehe er nach wenigen Monaten zurückkehrte, um bei Sporting seine Pflichten wieder aufzunehmen.
Unvergessen
Quini sagte einmal: "Im Leben muss man mit allem zurechtkommen. Ich mag es nicht, zurückzuschauen. Ich bereue nichts. Aber es überrascht mich immer wieder, dass sich die Leute an mich erinnern." Aufgrund gesundheitlicher Probleme hat Quini vor dem Spiel keine Pressekonferenz gegeben, doch die Fans von Barcelona werden trotzdem wissen, wen sie vor sich haben, wenn sie die Legende aus vergangenen Tagen im Camp Nou begrüßen.