Spieler-Studie macht Trends deutlich
Donnerstag, 15. Januar 2009
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Die Organisation Professional Football Players Observatory, die bereits früher mit der UEFA zusammengearbeitet hat, hat eine demografische Studie von männlichen Profi-Fußballern in Europa veröffentlicht.
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Die Organisation Professional Football Players Observatory (PFPO*), die bereits zu früheren Anlässen mit der UEFA zusammengearbeitet hat, hat eine demografische Studie von männlichen Profi-Fußballern in Europa veröffentlicht.
Umfangreiche Analyse
Die Studie umfasst 30 Top-Ligen, 456 Vereine und 11.015 Spieler in ganz Europa. Genau untersucht werden dabei Themen wie Transfers, Training, Anstellungen und die Mobilität der Spieler. Auch das durchschnittliche Alter, die durchschnittliche Größe, sowie der Prozentsatz an Nationalspielern und Legionären sind in dem so noch nie da gewesenen Report aufgeführt.
Systematische Auswertung
Die Daten wurden durch eine systematische Auswertung im September und Oktober erhoben. Voraussetzung für die Einbeziehung eines Spielers war, dass er mindestens ein Ligaspiel seit Saisonbeginn bestritten haben muss oder während den letzten zwei Spielzeiten am Profi-Betrieb teilgenommen hat. Gesammelt wurden die Informationen mithilfe von elektronischen Datenbanken und den Internetseiten der nationalen Verbände.
Italien hat die ältesten Spieler
Dabei kam heraus, dass die ältesten Spieler in Italien ihr Geld verdienen (im Schnitt ist ein Spieler 26,9 Jahre alt), während die kroatische Liga den jüngsten Altersschnitt hat (24,1 Jahre). Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die erfolgreichsten Vereine vermehrt auf ältere Spieler vertrauen, während junge Talente oftmals bei den weniger starken Klubs ihr Geld verdienen. Außerdem wird belegt, dass die erfahreneren Spieler zumeist in der Abwehr spielen und jüngere Akteure weiter vorne zu finden sind. Insgesamt 88 Spieler, die 18 Jahre oder jünger sind, wurden in Pflichtspielen eingesetzt. Knapp 75% aller Spieler sind zwischen 1,75 und 1,89 Meter groß. Nicht überraschend sind dabei die Torhüter und Verteidiger im Schnitt größer als Mittelfeldspieler und Stürmer.
A-Nationalspieler
Der Prozentanteil an A-Nationalspielern unter den etwas mehr als 11.000 analysierten Akteuren bezieht sich auf 27,8, allerdings variert diese Zahl in den einzelnen Ligen sehr stark. In England gibt es mit 64,8 Prozent den höchsten Anteil an Spielern, die bereits mindestens ein A-Länderspiel bestritten haben. Dabei hat Manchester United FC mit 88,9 Prozent wiederum den höchsten Anteil an Nationalspielern in seinem Kader. Selbstredend spielen die meisten Nationalspieler in den Topligen.
Legionäre
Im Schnitt, glaubt man den Zahlen der Studie, beschäftigen Europas Vereine 8,6 ausländische Akteure, was einen drastischen Anstieg im Vergleich zu den letzten fünf Jahren bedeutet. Die höchste Anzahl an Legionären weist England auf (59,1 Prozent), aber auch in Portugal, Belgien, Deutschland, Griechenland und Russland liegt der Prozentanteil an Ausländern bei über 50. Relativ wenig Legionäre werden derweil in Serbien beschäftigt, wo die Zahl nur bei 14,9 Prozent liegt. Nur elf der 456 in der Studie aufgeführten Vereine haben gar keinen Ausländer in ihren Reihen. Die führenden "Exportnationen" sind Brasilien, Frankreich und Argentinien.
Optimistisch in die Zukunft
Die PFPO hat weitere Studien bereits angekündigt und will dabei Daten über Trainer und die UEFA Champions League veröffentlichen. "Wir freuen uns darüber, dass unsere Auswertungen weiter wachsen", schrieb die Gruppe in ihrem Bericht. "Wir danken Partnern wie der UEFA, die uns vertrauen und uns optimistisch in die Zukunft blicken lassen."
Um den kompletten Bericht zu lesen, klicken Sie bitte hier.
* Die PFPO ist eine Forschungsgruppe aus der Schweiz und Frankreich, welche dem International Centre for Sport Studies (ICSS [CIES]) an der Universität Neuchâtel in der Schweiz und dem Théma Labor an der Universität Franche-Comté in Frankreich angehört. Die Internetseite finden sie hier.