Gesundheit im Fokus
Mittwoch, 26. November 2008
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Die Zusammenarbeit der UEFA mit den Vereinsärzten von Teams aus ganz Europa war ein wichtiges Thema beim ersten Medizinischen Forum der UEFA-Elite-Klubs in Nyon.
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Die Zusammenarbeit der UEFA mit den Vereinsärzten von Teams aus ganz Europa war ein wichtiges Thema beim ersten Medizinischen Forum der UEFA-Elite-Klubs. Bei solchen Veranstaltungen bietet sich dem europäischen Fußball-Dachverband die Möglichkeit, die Bedeutung des Erfahrungsaustausches zwischen der UEFA und den Ärzten zu unterstreichen.
Beidseitiger Nutzen
Beim Forum in Nyon trafen sich Ärzte vieler Top-Klubs, um mit ihren Kollegen über die sich verändernden Aufgabenfelder zu diskutieren. Großes Interesse fand auch die noch andauernde Verletzungsstudie der UEFA, die von Professor Jan Ekstrand, dem stellvertretenden Vize-Vorsitzenden der Medizinischen Kommission der UEFA geleitet wird. Die UEFA und die europäischen Spitzenvereine tauschen dabei medizinische Informationen und Statistiken zum Nutzen beider Seiten aus.
Interessante Vorschläge
Außerdem diskutierten die UEFA und die Vereinsärzte Anti-Doping-Maßnahmen und unterbreiteten dabei interessante Vorschläge, die die UEFA im Rahmen ihres immer stärker werdenden Engagements in diesem so wichtigen Bereich sorgfältig prüfen wird. "Es war ein sehr wichtiges Treffen, da wir die Ärzte, die wirklich im Fußball an vorderster Front arbeiten, an einen Tisch gebracht haben", sagte Michel D'Hooghe, der diese Woche in Nyon den Vorsitz der Medizinischen Kommission der UEFA leiten wird. "Dies sind die Leute, die nicht nur am Schreibtisch über Dossiers brüten, sie kümmern sich auch um Sprunggelenke und Kniee."
Verletzungsstudie
"Es war ein sehr interessantes Treffen, denn wir konnten die Verletzungsstudie begutachten, die derzeit unter der Leitung von Jan Ekstrand durchgeführt wird und wir haben dabei wahrhaft erstaunliche Statistiken zu Gesicht bekommen", fuhr Dr. D'Hooghe fort. "Es gab einige gute Anmerkungen dazu und wir haben wirklich gute Ratschläge erhalten. Ich denke, das war eine Erfahrung, die wir sicherlich noch des öfteren wiederholen sollten."
Einfluss auf den Erfolg
Eine Idee, die bei dem Meeting viel Zuspruch fand, war die Aufnahme von Vereinsärzten in die Entscheidungsebenen der Klubs. Dr. D'Hooghe selbst kann dafür als gutes Beispiel gelten, ist er doch heute Präsident des belgischen Traditionsvereins Club Brugge KV, für den er lange Jahre als Klub-Arzt gearbeitet hatte. "Ob es uns gefällt oder nicht, aber medizinische Aspekte sind extrem wichtig geworden – vor allem in Hinblick auf den sportlichen Erfolg. Wenn ein Spitzenklub plötzlich auf den neunten Platz abrutscht, können wir den Statistiken von Jan Ekstrand entnehmen, dass Verletzungen dabei eine überragende Rolle spielen."
Andere Rolle
Dr. Hooghe erzählte dann mit einem Schmunzeln vom Verhältnis zwischen Vereinsärzten und Klub-Trainern, das sich im Laufe der letzten Jahrzehnte drastisch verändert hat. "Als ich 1972 anfing, bekam ich von meinem Trainer jede Woche dieselbe, unglaublich wissenschaftliche Frage gestellt: 'Kann er am nächsten Sonntag spielen?' Und ich wurde nach meiner Antwort beurteilt. Wenn der Spieler auflaufen konnte, war ich ein guter Arzt, wenn nicht, war ich ein schlechter Arzt."
Teamwork
"Die Dinge haben sich in der Tat verändert, und in vielen Bereichen auch weiterentwickelt", fügte er an."Wir sprechen mittlerweile über Traumatologie, Orthopädie, Chirurgie, Physiologie, Pharmakologie, Psychologie ... zuletzt rückten auch Themen wie Hygiene und Diät zunehmend in den Fokus. Durch die Internationalisierung des Fußballs reden wir natürlich auch über Jetlag, Höhenlagen und so weiter. Die Sportmedizin ist ein Teamwork geworden. Der Vereinsarzt, der einst ein reiner 'Individualist' war, ist längst zum Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Teams geworden."