Spartas Leben nach Kadlec
Freitag, 12. September 2008
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Mit seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen sei "ein Traum wahr geworden", hat AC Sparta Prahas Verteidiger Michal Kadlec erklärt, doch bei den Pragern hinterlässt sein Abgang eine nur schwer zu schließende Lücke.
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Mit seinem Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen sei "ein Traum wahr geworden", hat AC Sparta Prahas Verteidiger Michal Kadlec erklärt. Doch während sich die Bundesliga auf den 23-jährigen tschechischen Nationalspieler freuen darf, dessen Vater Miroslav zweimal mit dem 1. FC Kaiserslautern die Meisterschaft gewann, hinterlässt sein Abgang bei Sparta eine Riesenlücke.
Plötzlicher Wechsel
Der linke Verteidiger absolvierte 95 Ligaspiele für die Prager und erzielte dabei sieben Tore. So kam es wenig überraschend, dass Bayer Leverkusen den achtfachen Nationalspieler an den Rhein holte, wenn auch zunächst nur auf Leihbasis mit Kaufoption. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", erklärte Kadlec. "Ich wollte mich zunächst in der tschechischen Liga etablieren, dann natürlich auch in der U21 und in der A-Nationalmannschaft und dann zu einem Topklub in die Bundesliga wechseln." Sein Vater Miroslav Kadlec spielte viele Jahre in der Pfalz und gewann mit Lautern in den 90er Jahren zweimal den Titel, auf ähnliche Erfolge hofft jetzt sein Filius. Weniger glücklich war man über den plötzlichen Transfer bei Sparta, das nun in der ersten Runde des UEFA-Pokals am kommenden Donnerstag gegen NK Dinamo Zagreb auf einen seiner besten Männer verzichten muss.
Blažek zurück
In der Liga läuft es für Sparta bestens, nach einem 2:0 gegen FK Viktoria Žižkov im ersten Spiel ohne Kadlec liegen die Prager mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. In fünf Spielen gab es vier Siege und ein Remis, jetzt wartet auf Trainer Vítězslav Lavička mit dem Tabellendritten 1. FC Brno am Sonntag ein richtig schwerer Brocken. Während der Abgang von Kadlec schmerzt, kann sich Sparta aber wenigstens über die Rückkehr von Torhüter Jaromír Blažek freuen, der nach einem glücklosen Jahr beim 1. FC Nürnberg wieder das Trikot der Prager überstreifen wird. Zusätzlichen Auftrieb gab auch das Länderspieldebüt von Stürmer Miroslav Slepička beim 0:0 gegen Nordirland am letzten Mittwoch.
Gefährliche Schützen
Auch der SK Slavia Praha greift nächste Woche in den UEFA-Pokal ein. Der tschechische Meister geht als Tabellenzweiter in das Duell mit SC Vaslui aus Rumänien. Dabei baut Slavia vor allem auf den Tunesier Tijani Belaid und den 19-jährigen Tomáš Necid, die beide in dieser Saison schon je vier Tore erzielt haben. Necid, der Top-Torschütze der UEFA-U19-Europameisterschaft 2008, wird im Januar zu PFC CSKA Moskva wechseln. Zwei Trainerrauswürfe gibt es in der tschechischen Liga auch schon nach nur fünf Spieltagen, nach drei Niederlagen in Folge setzte der SK Dynamo České Budějovice seinen Coach Jan Kmoch vor die Tür, Nachfolger ist Pavel Tobiáš, der bereits zum vierten Mal die Geschicke des Klubs leiten wird. Žižkov ersetzte Stanislav Griga durch Josef Cspalár.