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Körpersprache hilft Schiedsrichtern

Schiedsrichterwesen

Europas Spitzenschiedsrichter wurden bei einem UEFA-Seminar über den richtigen Einsatz der Körpersprache, die bei einem wichtigen Spiel in einer hitzigen Atmosphäre sehr hilfreich sein kann, aufgeklärt.

Roberto Rosetti und andere Spitzenschiedsrichter beim Training
Roberto Rosetti und andere Spitzenschiedsrichter beim Training ©Getty Images

Wertvolle Hinweise
Die Elite- und Erstligaschiedsrichter bekamen beim jüngsten Sommer-Treffen der UEFA im schweizerischen Nyon wertvolle Hinweise vom Schweizer Sportpsychologen Mattia Piffaretti, wie sie ihr Verhalten auf dem Platz verbessern können. Piffaretti nannte vier Hauptgründe, warum die Körpersprache ein wichtiges Mittel der Schiedsrichter ist. Zunächst einmal sind die Unparteiischen international im Einsatz, sie haben es also mit Menschen aus anderen Kulturen und Gesellschaften zu tun. Außerdem ist die verbale Kommunikation aufgrund des Lärms oftmals schwierig, deshalb hat die Körpersprache eine größere Bedeutung. Zudem sorgt das Tempo des Spiels dafür, dass die Körpersprache einen umgehenden Effekt hat - es dauert länger, wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen und ein Thema verbal aufarbeiten muss. Manchmal ist es auch schwer, die Spieler verbal zu erreichen, deshalb ist der Einsatz von Gesten sehr hilfreich.

Quantität und Qualität
"Die Körpersprache sollte der jeweiligen Situation angepasst werden. Sie ist eine Form der Kommunikation, sie sollte natürlich und fließend sein", sagte Piffaretti. "Man muss bei der Körpersprache die richtige Quantität und die richtige Qualität finden - ansonsten stellt man einen Charakter zur Schau, den man eigentlich nicht hat. Die Spieler werden das erkennen."

Bewusstsein und Intelligenz
"Der Einsatz der Körpersprache erfordert ein scharfes Bewusstsein sowie kulturelle und emotionale Intelligenz", meinte er weiter. "Dadurch kann man Gedanken, Absichten und Meinungen durch Zeichen ausdrücken, die auch verstanden werden, wenn man sie mitteilt. Trotzdem kann die Körpersprache auch gefährlich sein, denn man vermischt verschiedene Stufen und Verwicklungen. Die Körpersprache ist ein sehr wirkungsvolles Werkzeug - aber man muss es sehr vorsichtig einsetzen. Manche bestimmte Körpersprachen werden mit bestimmten Kulturen in Verbindung gebracht und können zu verschiedenen Interpretationen führen. Sie könnten missverstanden werden. Man muss die kulturellen Unterschiede unbedingt beachten."

Sinnvoller Einsatz
Piffaretti erklärte den Schiedsrichtern, dass der Einsatz von Körpersprache auf dem Platz eine Verbindung zu den Spielern aufbauen kann. Außerdem können die Unparteiischen dadurch die Kontrolle über ein Spiel behalten. Man kann Selbstsicherheit, Abgeklärtheit, Stärke, Autorität oder im Falle eines verletzten Spielers sogar seine menschliche Seite zum Ausdruck bringen. "Sie müssen die Körpersprache sinnvoll einsetzen, denn die Spieler könnten Sie sehr schnell als Freund betrachten und nicht als Spielleiter", warnte er. "Schiedsrichter benutzen die Körpersprache als Unterstützung, sie zeigen dadurch Führungsqualitäten und können ihre Leistung als Spielleiter verbessern. Sie können dadurch eine Verbindung zu den Spielern aufbauen und ihren Respekt sowie ihr Vertrauen gewinnen. Sie dürfen jedoch nicht übertreiben, Sie müssen immer sich selbst treu bleiben."

Blick zurück - Blick nach vorne
Das UEFA-Treffen - bei dem auch die besten Assistenten Europas anwesend waren - wurde dazu genutzt, um aus Sicht der Schiedsrichter auf die UEFA EURO 2008™ zurück- und auf die neue Saison vorauszublicken. Der belgische Fitnessexperte Werner Helsen leitete einige Trainingseinheiten. Nun wird die UEFA die Diskussionen und Gespräche bei diesem Treffen genau analysieren und ihre Schlüsse daraus ziehen, um die Schiedsrichter und Assistenten perfekt auf die Saison 2008/09 vorzubereiten.