Köln: Gekommen, um zu bleiben
Freitag, 1. August 2008
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Der Aufstieg des 1. FC Köln war nicht nur die Rückkehr eines Traditionsklubs in die Bundesliga, sondern auch die Rückkehr des Star-Trainers Christoph Daum.
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Der Aufstieg des 1. FC Köln war nicht nur die Rückkehr eines Traditionsklubs in die höchste deutsche Spielklasse, sondern auch die endgültige Rückkehr des Startrainers Christoph Daum auf die große Fußballbühne. Und nach schweren Jahren, die hinter ihnen liegen, haben Klub und Trainer sich auf ein gemeinsames Motto verständigt, das nicht nur für die kommende Spielzeit, sondern für die mittel- und langfristige Zukunft gelten soll: Wir sind gekommen, um zu bleiben!
Daums Rückkehr
Wenn Christoph Daum am 16. August am ersten Spieltag der neuen Saison beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg seinen Platz auf der Kölner Trainerbank einnehmen wird, ist dies für den erfolgsverwöhnten Trainer ein ganz besonderer Augenblick. Denn es ist der erste Auftritt in Deutschlands Eliteliga, seit er im Oktober 2000 aufgrund von Drogenkonsum bei Bayer 04 Leverkusen entlassen worden war, also bei jenem Klub, den er zu drei deutschen Vizemeisterschaften geführt hatte (1997, 1999, 2000).
"Herzensangelegenheit"
Nach einer kurzen Schaffenspause war Daum durch Engagements beim FK Austria Wien und Fenerbahçe SK erfolgreich auf die europäische Fußballbühne zurückgekehrt, doch sein Traum blieb in all den Jahren die Rückkehr in die erste Fußball-Bundesliga seines Heimatlandes. Und diese gelingt ihm nun nach schweren Monaten mit dem Verein, den er bei seiner spektakulären Rückkehr im November 2006 - Daum war schon von 1986 bis 1990 Chef-Trainer der Kölner - als "Herzensangelegenheit" bezeichnet hatte.
Mühsamer Aufstieg
Erklärtes Ziel des erfolgsverwöhnten Übungsleiters war es, "seinen" Klub sofort in die erste Liga zurückzuführen, was aber misslang. Erst im zweiten Anlauf ist dies nun in der abgelaufenen Saison gelungen, wenn auch mühsamer als erwartet, weshalb Daum nach Saisonschluss zögerte, seinen bis 2010 laufenden Vertrag in der Domstadt zu erfüllen. Doch seit sich der 54-Jährige endgültig für den 1. FC Köln entschieden hat, scheint auf einmal wieder das Feuer in ihm zu lodern, das man aus seinen früheren Trainerstationen kannte, als er Spieler über glühende Kohlen laufen ließ und als Motivator par Excellence galt.
Pure Freude
"Ich freue mich darauf, mit dieser neuen Mannschaft zusammen zu arbeiten", strahlt Daum, wenn er nach seinen Erwartungen für die neue Saison gefragt wird. Und diese pure Freude an seinem Beruf ist ihm in jeder Trainingseinheit anzumerken. Daum gestikuliert, Daum feuert an, er kritisiert die Spieler, er lobt und es wird klar: Da steht ein Mann auf dem Platz, dem die erste Liga unheimlich gefehlt hat. Der besessen ist vom Erfolg und für den der harte Aufstiegskampf im Unterhaus nur eine Art Ersatzbefriedigung war.
Endlich angekommen
Nun ist er endlich dort angekommen, wo er sich am wohlsten fühlt und das spürt die Mannschaft, spürt der Klub, spüren die Fans. Die Euphorie in Köln ist groß, was im turbulenten Umfeld des ersten Bundesliga-Meisters nicht ungewöhnlich ist. Aber dieses Mal scheint sich mehr Realitätssinn mit der hohen Erwartung zu paaren, was äußerst positiv ist. "Wir müssen den Erfolg zulassen. Jedem Spieler muss bewusst sein, dass er hier etwas Großartiges leisten kann", fiebert Daum, der ganz bewusst als Ziel nicht den Nichtabstieg sondern einen Mittelfeldplatz ausgegeben hat, dem Saisonstart entgegen.
"In der Bundesliga etablieren"
Damit will er positive Ziele setzen. "Es ist wichtiger, etwas zu gewinnen, als etwas nicht zu verlieren", begründet er diese Vorgehensweise und versucht seiner Mannschaft, die in der kommenden Saison zum Großteil aus ausländischen Leistungsträgern besteht, die totale Identifikation mit dem Verein einzuimpfen, indem er sie vorlebt. Das Ziel des gebürtigen Zwickauers ist klar formuliert: "Mittelfristig wollen wir den Verein wieder auf eine hohe Ebene der Wettbewerbsfähigkeit stellen. Das übergeordnete Ziel für uns alle lautet: Den 1. FC Köln in der Bundesliga zu etablieren."
Spektakuläre Neuzugänge
Die Basis dafür ist jedenfalls gelegt. Mit Pierre Womé (Werder Bremen), Pedro Geromel (Vitória SC) und vor allem dem 57-fachen portugiesischen Nationalspieler und UEFA EURO 2008™-Teilnehmer Petit (SL Benfica) hat der Klub spektakuläre Transfers getätigt, bei denen auch der Name Daum den einen oder anderen Akteur gelockt haben mag. Mit Miso Brecko (Hamburger SV), Daniel Brosinski (Karlsruher SC), Manasseh Ishiaku (MSV Duisburg), Wilfried Sanou (SC Freiburg) und den eigenen Jugendspielern Taner Yalcin und Michael Gardawski sind weitere positionsbezogene Einkäufe getätigt worden, die Christoph Daum und den 1. FC Köln zuversichtlich stimmen, dass das ausgegebene Motto sich erfüllen wird: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."