Wissen ist Macht
Freitag, 16. Mai 2008
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Eine verstärkte Antidoping-Aufklärung hilft im Kampf gegen Drogenmissbrauch - mit dieser Aussage wurden die U17-Teams in der Türkei konfrontiert.
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Erziehung
Die Vorträge wurden von Dr. Mogens Kreutzfeldt, Mitglied der Antidoping-Abteilung der UEFA, und von Antidoping-Spezialist Marc Vouillamoz gehalten. Damit wird ein Programm weitergeführt, das 2005 bei der U19-EM in Nordirland erstmals durchgeführt wurde. Dieses findet bei allen Jugendturnieren und auch bei der UEFA-U21-Europameisterschaft Anwendung. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, die Spieler auf die Gefahren des Dopings für Leib und Leben hinzuweisen. Zudem werden die jungen Akteure mit der Prozedur der Dopingkontrollen nach Pflichtspielen vertraut gemacht.
Abnahme
Vouillamoz sagte: "Es ist klar, dass die Anzahl positiver Tests abnimmt. In der Saison 2005/06 gab es sieben Fälle, im Jahr danach nur noch drei. Die Dopingkontrollen erweisen sich als abschreckend. Dennoch drängen wir die U17-Spieler dazu, vorsichtig zu sein und die Hände vom Doping zu lassen, weil es bei zwei Spielern, die 2006 an der U17-Europameisterschaft teilgenommen haben, Fälle von 'Sozialen Drogen' gegeben hat, und zwei weitere gab es bei der U19-Europameisterschaft. Meiner Meinung nach brauchen Spieler in diesem Alter mehr Informationen, und wir müssen sicher sein, dass wir sie über die Gefahren und die Risiken informieren, noch ehe ein Fall auftritt."
Verantwortlichkeit
Jeden Vortrag eröffnet er mit einer Definition darüber, was Doping ist. Er wiederholt die Einstellung der UEFA in dieser Angelegenheit und macht den Spielern klar, dass sie beim ersten Vergehen bis zu zwei Jahre gesperrt werden könnten. "Mit Doping betrügt man sich selbst, seine Familie, seine Fans, seine Freunde und Familie", sagte Vouillamoz. "Ihr seid für das, was in eurem Körper ist, verantwortlich. Und ihr werdet als schuldig angesehen, auch wenn es sich um ein Versehen handelt. Wenn man erst einmal positiv getestet wurde, ist es für einen Spieler extrem schwierig nachzuweisen, dass es keine Absicht war."
Tests
Die Spieler, manche wurden während der Endrunde getestet, wurden umfassend über die Dopingkontrollen bei UEFA-Wettbewerben informiert. Das beginnt in dem Augenblick, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass sie für einen Test ausgelost wurden, über die Abgabe der Probe selbst bis zur Auswertung des Testes. Die jungen Spieler wurden zudem darüber informiert, wie jene bestraft werden, die während einer Dopingkontrolle Probleme machen. Ihnen wurde nahegelegt, in solchen Situationen stets die Nerven im Griff zu haben und ruhig zu bleiben.
Warnung
Dr. Kreutzfeldt erläuterte die verbotenen Substanzen näher und warnte, dass selbst herkömmliche Medizin Substanzen enthalten kann, die auf der Dopingliste stehen. Doch auch in diesem Falle nützt Unwissenheit nicht vor Strafe. "Seid sehr vorsichtig", sagte er. "Wir haben keine Möglichkeit herauszufinden, ob ihr betrügt oder einen schrecklichen Fehler gemacht habt. Ihr seid es, die den Preis bezahlen müsst, wenn es ein Problem gibt."
Gefahren
Dr. Kreutzfeldt unterstrich zudem die Wichtigkeit, auch bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vorsichtig zu sein, weil auch diese mit unerlaubten Substanzen versetzt sein können. "Es ist ein ernstes Gesundheitsproblem, wenn ihr illegale Substanzen zu Euch nehmt", sagte er, ehe er erklärte, dass manche Medikamente auch im Falle einer Krankheit verboten seien. In einem Video warnten schließlich Frank Rijkaard, Paolo Maldini und Peter Schmeichel die Spieler vor den Gefahren des Dopings, und UEFA-Präsident Michel Platini fügte hinzu: "Nimm keine Drogen, sie machen aus Dir keinen besseren Spieler."