Kein Chip im Ball
Montag, 10. März 2008
Artikel-Zusammenfassung
Das International Football Association Board (IFAB) hat beschlossen, dass es auch künftig keinen elektronischen Chip im Ball geben wird.
Artikel-Aufbau
Das International Football Association Board (IFAB), das für Regelfragen im Weltfußball entscheidende Gremium, hat beschlossen, mögliche Entwicklungen in der Torlinien-Technologie (Chip-Ball) auf Eis zu legen und vorerst auch alle Entwicklungen in dieser Richtung zu stoppen.
Treffen in Gleneagles
Beim Treffen im schottischen Gleneagles wog das IFAB bei seiner Entscheidungsfindung unter anderem den menschlichen Aspekt des Fußballspiels, die Allgemeingültigkeit der Spielregeln sowie die Einfachheit und die Effizienz der Technologie ab. Gleichzeitig hat das IFAB einen Vorschlag des Weltfußballverbandes FIFA angenommen, ein Experiment mit zwei zusätzlichen Schiedsrichterassistenten durchzuführen, die sich in erster Linie auf Fouls und Regelverstöße innerhalb des Strafraums konzentrieren sollen. Die Entscheidung, bei welchem Wettbewerb dieses Experiment durchgeführt wird, fällt zu einem späteren Zeitpunkt.
Regelhüter
Das International Football Association Board (IFAB) als Hüter der Fußballregeln besteht aus Vertretern der Fußballverbände von England (FA), Schottland (SFA), Wales (FAW) und Irland (IFA) sowie der FIFA. Die FIFA vertritt ihre 204 Mitgliedsverbände und verfügt in dem Gremium über vier Stimmen. Die vier britischen Verbände haben jeweils eine Stimme. Für die Annahme von Vorschlägen ist eine Dreiviertelmehrheit (also mindestens sechs der acht Stimmen) erforderlich. UEFA-Präsident Michel Platini nahm in seiner Eigenschaft als FIFA-Vizepräsident an dem Treffen teil.
Simulanten im Fokus
Das IFAB diskutierte auch über einen Vorschlag des schottischen Verbandes zur Nutzung von Videobeweisen, um auch nach einem Spiel Sanktionen wegen simulierten Verletzungen vornehmen zu können. Zwar wurde der Vorschlag nicht angenommen, doch die Mitglieder des IFAB stimmten darin überein, dass solche Simulationen als betrügerisches Verhalten zu bewerten sind und intensiv bekämpft und während des Spiels sanktioniert werden müssen. Alle Mitgliedsverbände werden angehalten, in geeigneter Weise hierfür zu sorgen.
Fairplay-Vorschlag
Außerdem wurde ein vom englischen FA eingereichter Vorschlag mit der Bezeichnung "Fair Play Convention" bestätigt, aber nicht angenommen. Darin ging es um die Behandlung von verletzten Spielern während des laufenden Spiels. Grundlage für die Entscheidung war die Überzeugung, dass Fairplay in erster Linie ein instinktives Verhalten ist und weniger eine Haltung gegenüber den Regeln. In Bezug auf die Fußballregeln beschloss das IFAB die folgenden Änderungen:
REGEL 1 - Das Spielfeld
Um die Größe des Spielfeldes bei A-Länderspielen zu vereinheitlichen, hat das IFAB beschlossen, die Größe auf 105 Meter Länge und 68 Meter Breite festzulegen (im bisherigen Text waren eine minimale Länge von 100 Metern und eine maximale Länge von 110 Metern sowie eine minimale Breite von 64 Metern und eine maximale Breite von 75 Metern genannt).
REGEL 2 - Der Ball
Im Rahmen des FIFA Qualitätskonzeptes für Fußbälle hat das IFAB zugestimmt, dass die im bisher gültigen Text dargestellten Logos durch die neuen Logos "FIFA APPROVED", "FIFA INSPECTED" und "International Matchball Standard" ersetzt werden, die im Mai 2007 eingeführt wurden.
Vereinfachung
Die letzte größere Überarbeitung des Wortlauts der Fußballregeln erfolgte vor über elf Jahren. Seitdem wurden zahlreiche Ergänzungen und Änderungen der Regeln vorgenommen und zahlreiche Publikationen sowie umfangreiches Lehrmaterial veröffentlicht. Daher ist eine erneute Überarbeitung überfällig. Das IFAB hat eine entsprechende Überarbeitung beschlossen, die keine größeren Änderungen des Inhalts aufweist, sondern den Wortlaut der Regeln vereinfacht.
Technische Zone
Wie schon im vergangenen Jahr betonte das IFAB erneut, dass Personen in der technischen Zone keinen Zugang zu und keine Sicht auf Monitore am Spielfeldrand haben dürfen. Die 123. Jahresversammlung des International Football Association Board findet im kommenden Jahr in Nordirland statt.