2007 - UEFA leitet neue Ära ein
Montag, 31. Dezember 2007
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Nach dem Start einer neuen Ära wird das Jahr 2007 wohl in die Geschichtsbücher der UEFA eingehen, unter anderem wurde ein neuer Präsident gewählt.
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Nach dem Start einer neuen Ära wird das Jahr 2007 wohl in die Geschichtsbücher der UEFA eingehen. Mit der Wahl eines neuen Präsidenten starteten für Europas Fußballdachverband im Januar zwölf aufregende Monate.
Ein neuer Präsident
Beim Ordentlichen UEFA-Kongress in Düsseldorf wählten Europas Nationalverbände den Franzosen Michel Platini zum sechsten Präsidenten der UEFA-Geschichte. Nach 17 herausragenden und innovativen Jahren an der Spitze wurde Lennart Johansson zum UEFA-Ehrenpräsident ernannt. Platini blickt auf eine großartige Karriere als aktiver Fußballer zurück, in der er für AS Nancy-Lorraine, AS St.Etienne und Juventus FC spielte und auch mit der französischen Nationalmannschaft große Erfolge feierte. Unter anderem führte er Les Bleus als Kapitän zum EM-Erfolg 1984 im eigenen Land. Es folgte ein reibungsloser Übergang in die Rolle des Funktionärs und Administrators. Seine wohl wichtigste Tätigkeit hatte er bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 inne, als er Vizepräsident des Organisationskomitees war.
Posten neu besetzt
Nach Lars-Christer Olssons Weggang im Juni wurde David Taylor, ehemaliger Vorsitzender des Schottischen Fußballverbands, zum UEFA-Generalsekretär ernannt. Gianni Infantino, der nach der Wahl von Platini übergangsweise als Generaldirektor fungierte, wurde Vize-Generalsekretär. Mit einer loyalen und starken Administration haben die neuen Führungskräfte ihre Arbeit aufgenommen und werden in den kommenden Jahren den Kurs der UEFA bestimmen.
Ende des Streits
Platinis Präsidentschaft begann beim Außerordentlichen Kongress in Zürich im Mai mit dem Aufruf, innerhalb der Fußballfamilie besser zusammenzuhalten. Die Nationalverbände akzeptierten die Erstellung eines Strategischen Beirats für Berufsfußball innerhalb der UEFA, welcher aus den UEFA-Vizepräsidenten und Repräsentanten der Vereine, Ligen und Spielern bestehen wird. Platini beschrieb die Neuerschaffung als "wichtigen Schritt, um alle Fußballfamilien zusammenzubringen." Weiter sagte er: "Ich wende mich offiziell an die großen und wichtigen Vereine im europäischen Fußball, (...) sich allen anderen Vereinen der europäischen Fußballfamilie anzuschließen, um dort produktiv und demokratisch miteinander diskutieren zu können. Die Türen der UEFA sind weit offen – schließen Sie sich uns an, und ich verspreche Ihnen, ich werde Sie nicht enttäuschen." Die Gespräche mit Vereinen und Ligen tragen weiterhin Früchte, und mittlerweile wurde auch mit dem europäischen Teil der Spielergemeinschaft FIFPro eine Grundsatzvereinbarung getroffen.
Unersetzlicher Dialog
Dieser unersetzliche Dialog zwischen UEFA und der Interessensgemeinschaft führte auch zu Formatsänderungen der UEFA-Vereinswettbewerbe, welche vom UEFA-Exekutivkomitee im November abgesegnet wurden. Zwischen 2009 und 2012 qualifizieren sich 22 Mannschaften direkt für die 32 Teilnehmer fassende Gruppenphase der UEFA Champions League. Drei Klubs aus den drei im UEFA-Ranking führenden Verbänden und die Meister der Verbände aus den Positionen von 10 bis 12 anstatt der derzeit 16 Besten sind qualifiziert. Neu ist auch, dass das Endspiel der UEFA Champions League an einem Samstag stattfinden wird.
Vorbereitung auf 2008
Auf Nationalmannschaftsebene laufen die Vorbereitungen für die Endrunde der UEFA EURO 2008™ in Österreich und der Schweiz weiter auf Hochtouren. Höhepunkt war dabei natürlich die Auslosung der Gruppenphase in Luzern/Schweiz. "Das Motto des Turniers ist 'Erlebe Emotionen'", so David Taylor, "und das gewinnt jetzt erst Recht an Bedeutung." Auch wenn die Arbeit für die Endrunde schnell vorangeht, schaut die UEFA bereits weiter in die Zukunft, besser gesagt nach Osteuropa. Das Exekutivkomitee vergab die UEFA EURO 2008™ nämlich an Polen und die Ukraine. Keines der beiden Länder hat jemals zuvor ein großes Turnier ausgerichtet, aber natürlich freuen sich die beiden Nachbarn, eines der wichtigsten Sportereignisse der Welt veranstalten zu dürfen.
Benefiz-Aktionen
Auch in diesem Jahr hat die UEFA wieder viel Aufwand betrieben und sich weitläufig für das Wohlergehen des Fußballs eingesetzt. Eine "Null Toleranz"-Politik gegen Gewalt und Rassismus wurde vereinbart, ausserdem einigten sich Michel Platini und Franco Frattini, Vizepräsident der Europäischen Union, auf einen neuen Aktionsplan gegen Gewalt im Sport. Insbesondere geht es dabei um den Kampf gegen Hooligans. Auch soziale Verantwortung wird bei der UEFA groß geschrieben. Dem Netzwerk Fußball gegen Rassismus in Europa (FARE) wird wichtige Unterstützung geliefert. Weiterhin kooperiert die UEFA mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC), um Opfer von Landminen zu helfen. Große Unterstützung gibt es auch für obdachlose Spieler, behinderte Spieler und Fußballer mit Lernschwierigkeiten. Alle 53 Mitgliederverbände profitieren auch immer noch von dem ambitionierten HatTrick-Programm.
Ereignisreiches Jahr steht bevor
Die Liste der laufenden Arbeiten ist fast endlos. Nach vielen Jahren des intensiven politischen und diplomatischen Dialogs mit der Europäischen Union ist der Sport mit seinen speziellen Bedürfnissen von der EU in der neuen Verfassungsreform berücksichtigt worden. Erstmals kam zwischen Fangruppen und der UEFA ein Treffen zustande, bei dem sich der europäische Dachverband ganz den Fragen und Problemen der Anhänger widmen konnte. Auch weiterhin will die UEFA in engem Kontakt mit den Fans bleiben. Der Kampf gegen Doping, Korruption und illegale Wettgeschäfte läuft mit großem Engagement weiter. Das neue Jahr steht nun bevor, und die laute, stolze und klare Botschaft der UEFA wird auch in einem ereignisreichen 2008 weiter verbreitet.