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Mission Jugendtraining

Trainerausbilder

Gegenüber den Teilnehmern des 16. Kurses für Trainerausbilder der UEFA in Coverciano hat der italienische Weltmeister-Coach Marcello Lippi das Jugendtraining als "Mission" bezeichnet.

"Drei Jahre Jugendtrainer"
Lippi war der Stargast am Mittwoch, dem zweiten Tag des Lehrganges. In einer Frage-Antwort-Stunde mit dem Technischen Direktor der UEFA, Andy Roxburgh, erinnerte er sich an seine erste Zeit als Trainer der Jugendmannschaft von UC Sampdoria in den 1970er Jahren. "Junge Spieler zu trainieren, ist eine Mission - zumindest habe ich es so gesehen. Meine Auffassung möchte ich den Trainern weitergeben, die mit jungen Leuten zusammenarbeiten. Nach drei Jahren als Jugendcoach stellte ich fest, dass ich das nicht längerfristig tun wollte. Dennoch sollte man bedenken, dass das Coachen von junge Talente nicht als Überbrückungsarbeit betrachtet werden kann."

Technik ist das Wichtigste

Der ehemalige Trainer von Juventus FC, der die Alte Dame zum Erfolg in der UEFA Champions League und im Europa/Südamerika-Pokal führte, sagte, der Schlüssel zu einer erfolgreichen Jugendarbeit sei Technik. "Wenn wir über die Jugend sprechen, reden wir immer von der Notwendigkeit, ihnen die perfekte Technik beizubringen. Das ist die wichtigste Aufgabe. Sie fragen mich nach Schnelligkeit und Technik. Doch ohne Technik kannst du sowieso nicht schnell sein."
Warnung
Lippi erklärte, was in seiner Zeit als italienischer Nationaltrainer seine Kriterien bei der Auswahl von jungen Spielern waren - "gute Spieler sollten ihre Zeit nicht vergeuden." Er betonte aber, dass auch die Spieler, die es in den Profi-Bereich geschafft haben, weiter dazu motiviert werden müssten, zu lernen. "Häufig endet bei einem jungen Spieler, der zum Profi-Kader stößt, die Entwicklung seiner technischen Fähigkeiten. Das ist ein großer Fehler", sagte er. "Auch der begabteste Spieler kann sich noch verbessern. Allzu häufig aber wird der Entwicklungsprozess gestoppt. Man muss einen im Trainerstab haben, der den Spielern sagt, 'Du kommst nach dem Training zu mir, damit wir an dem oder dem noch arbeiten können."

Erfahrung
Lippi betonte aber auch, dass selbst die Trainer immer weiter dazu lernen müssten. Um ihre Persönlichkeit und ihre Vision vom Fußball zu entwickeln, sollten sie das erlernte Wissen einsetzen. "Man muss das Verlangen besitzen, seinen Horizont zu erweitern und noch mehr zu lernen. Denn nur so kann man später auftretende Probleme lösen. Ein Coach wird kein besserer Trainer, nur weil er Bücher liest - ich habe meine Trainingseinheiten immer selbst konzipiert. Bücher können dir zwar dabei helfen. Aber der Rest ist Erfahrung. Die wichtigste Aufgabe ist sowieso der Umgang mit deinen Männern. Man muss eine gute Persönlichkeit besitzen, ohne die Leute zu unterdrücken."

Diplom-Diskussion
Der Vorschlag eines Elite-Diplom für Jugendtrainer stand auf dem Programm und in Diskussionsgruppen wurde darauf reagiert. Schließlich sprachen Vertreter von drei großen Fußballverbänden zu den Delegierten - Jean-Pierre Morlans vom Französischen Fußballverband (FFF), Nico Romeyn vom Niederländischen Fußballverband (KNVB) und Erich Rutemöller vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Sie sprachen über das in ihren jeweiligen Ländern praktizierte Jugendtrainer-Diplom. Der stellvertretende Technische Direktor des FFF, Morlans, ist der Auffassung, dass ein spezieller Kurs "unersetzlich ist, wenn man sich weiterentwickeln will."

Erziehung
Der zweite Tag in Coverciano - zu Beginn wurden die verstorbenen und ehemaligen Mitglieder technischer Ausschüsse der UEFA Guido Vantaggiato und Giacinto Facchetti geehrt - schloss mit der Präsentation von Tony Higgins, Organisationschef der Vereinigung Schottischer Berufsfußballer. Darin ging es um die allgemeine Erziehung junger Spieler, um sie auch auf ein Leben außerhalb des Fußballplatzes vorzubereiten. 85 Prozent der mit 16 Jahren in englischen Klubs eingetretenen Spieler, so Higgins, verlassen die Vereine spätestens mit 21 wieder. Daher betonte Higgins, dass Jugendtrainer den jungen Spielern nicht nur Werte bezüglich des Fußballs vermitteln müssten. "Als Fußball-Trainer willst du die jungen Leute zu guten Fußballern ausbilden. Du willst aber auch, dass sie außerhalb des Platzes eine Persönlichkeit ausbilden", sagte er.