Kamera statt Chip
Donnerstag, 23. Februar 2006
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Die FIFA plant bei strittigen Torszenen künftig offenbar den Einsatz von Digitalkameras.
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Das Thema einer "kamerabasierenden Torlinientechnologie" wurde nachträglich auf die Tagesordnung des jährlichen Treffens des für Fußball-Regeln zuständigen International F.A. Board (IFAB) gesetzt, das am 4. März im schweizerischen Luzern stattfindet.
Präsentation Italiens
Der Italienische Fußballverband wird die IFAB-Mitglieder
über die neue Technologie informieren, die mit
Hochleistungs-Digitalkameras anstatt mit einem im Ball eingesetzten Chip oder fixen Vorrichtungen auf dem Spielfeld funktioniert. Sowohl der Weltfußballverband FIFA wie auch die UEFA sind seit geraumer Zeit auf der Suche nach technischen Hilfsmitteln, die die Schiedsrichter und Assistenten bei ihren Entscheidungen unterstützen sollen.
Knopf im Ohr
Die UEFA testet in der restlichen UEFA Champions League- und UEFA-Pokal-Saison bereits ein Kommunikationssystem für Schiedsrichter. Die Ausrüstung, bestehend aus einem kleinen Mikrophon und einem Ohr-Kopfhörer, erlaubt es den Assistenten oder dem vierten Offiziellen, mit dem Schiedsrichter in Kontakt zu treten, und zu hören, was auf dem Platz gesprochen wird. Die UEFA befürwortet eine technische Unterstützung der Referees, solange dadurch der Spielfluss nicht gestört und die Autorität des Schiedsrichters nicht untergraben wird.
Oberste Regelhüter
Dem IFAB gehören der englische, walisische, schottische und irische Fußball-Verband sowie die FIFA an. Der Weltverband vertritt die übrigen 203 Länder mit vier Stimmen. Die vier britischen Verbände haben je eine Stimme. Damit ein Antrag angenommen wird, muss er eine Dreiviertelmehrheit, also sechs der acht Stimmen, erhalten.
Kampf dem Zeitspiel
Das IFAB wird auch über strengere Maßnahmen im Kampf gegen Zeitspiel diskutieren - so gibt es den Vorschlag, die Spieler zu verwarnen, die versuchen, den Gegner nach dem Pfiff des Schiedsrichters an der schnellen Fortführung des Spiels zu hindern. Die FIFA erklärte weiter: "In der selben Angelegenheit wird vorgeschlagen, jedem Spieler eine Gelbe Karte zu zeigen, der den Ball nach einem von seiner Mannschaft erzielten Tor nicht freigibt, um den Wiederanpfiff zu verzögern."